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Preislücke zwischen E-Autos und Verbrennern schrumpft auf 2.124 Euro

Der Aufpreis für ein Elektroauto gegenüber einem Verbrenner sinkt weiter – im September auf nur noch 2.124 Euro.

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Preislücke zwischen E-Autos und Verbrennern schrumpft auf 2.124 Euro

Der Preisunterschied zwischen Elektroautos und Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor schmilzt weiter zusammen. Im September betrug der Aufpreis für ein E-Auto im Vergleich zu einem Verbrenner noch 2.124 Euro – das zeigt eine aktuelle Marktstudie des Center Automotive Research (CAR). Gegenüber dem Vormonat August sank der Abstand damit um weitere 125 Euro.

Noch vor einem Jahr war die Lage eine völlig andere. Im Oktober 2024 lag der Preisabstand zwischen beiden Antriebsarten bei mehr als 6.500 Euro. Und zu den Anfängen der Elektromobilität betrug der Aufpreis teils 15.000 Euro. Die Entwicklung der vergangenen Monate zeigt damit eine bemerkenswerte Beschleunigung der Preisangleichung.

Die Details

Grundlage der CAR-Studie sind die je 25 meistverkauften Verbrenner- und Elektromodelle in Deutschland. CAR-Studienleiter Ferdinand Dudenhöffer und sein Team nutzen dabei sogenannte Transaktionspreise – also nicht die offiziellen Listenpreise, sondern die tatsächlich gezahlten Preise nach Abzug der im Internet und bei Vermittlern ermittelten Rabatte. Staatliche Kaufprämien fließen in diesen Vergleich nicht ein. Zusätzlich stützt sich die Studie auf Daten des Kraftfahrt-Bundesamtes.

Die Rabatte auf Elektroautos sind im September erneut gestiegen. Im Schnitt erhielten Käufer 17,9 Prozent Nachlass auf den Listenpreis – nach 17,4 Prozent im August. Als Treiber dieser Entwicklung nennt CAR unter anderem neue, günstigere Modelle aus dem VW-Konzern, darunter der ID.Polo. Diese Fahrzeuge erhöhen den Preisdruck auf ältere Kleinwagen im Elektrosegment und zwingen Händler, ihre Nachlässe auszuweiten.

Betrachtet man den Jahresverlauf, zeigt sich ein interessantes Muster: Im Juli lag der Preisabstand noch bei 2.363 Euro, sank dann schrittweise und soll laut den CAR-Projektionen bis Dezember 2025 auf 1.328 Euro fallen. Die Richtung ist damit klar – die Frage ist nur noch, wie schnell die vollständige Preisparität erreicht wird.

Hintergrund: Was bisher geschah

Bereits am 20. Juli 2026 berichtete aktien.news über eine Studie von ICCT und Fraunhofer ISI, wonach batterieelektrische Fahrzeuge in Deutschland zwischen 2020 und 2025 inflationsbereinigt um rund 18 Prozent günstiger wurden – obwohl die Listenpreise stiegen. Bei Verbrennern hingegen legten vergleichbare Modelle im selben Zeitraum um etwa 2 Prozent zu. Das unterstreicht den strukturellen Trend, der sich nun auch in den monatlichen CAR-Daten widerspiegelt.

Am 8. Mai 2026 meldete aktien.news, dass Hersteller und Händler ihre Rabatte auf Elektrofahrzeuge im April zurückgenommen hatten. Der durchschnittliche Preisnachlass sank damals um 0,6 Prozentpunkte auf 18,7 Prozent. Dudenhöffer erklärte den Anstieg der E-Auto-Preise im ersten Halbjahr mit dem hohen Spritpreisniveau und der staatlichen Kaufprämie, die die Nachfrage stützten und Händlern weniger Druck machten, Rabatte zu gewähren.

Am 30. September 2026 berichtete aktien.news zudem, dass der September als teuerster Tankmonat seit Beginn der Aufzeichnungen in die Statistik eingegangen ist. E10 kostete rund 2,27 Euro je Liter, Diesel etwa 2,38 bis 2,39 Euro. Hohe Spritpreise erhöhen erfahrungsgemäß die Attraktivität von Elektrofahrzeugen und können die Nachfrage – und damit den Preisdruck auf Händler – beeinflussen.

Was das für Anleger bedeutet

Für Privatanleger, die in Automobilwerte oder den Bereich Elektromobilität investiert sind, liefern die CAR-Daten wichtige Signale. Die schrumpfende Preislücke deutet darauf hin, dass Elektroautos für eine breitere Käuferschicht erschwinglich werden – ein struktureller Wachstumstreiber für die gesamte Branche. Gleichzeitig zeigt der steigende Rabattdruck, dass der Wettbewerb im E-Segment zunimmt.

Besonders relevant ist die Rolle neuer, günstigerer Modelle wie dem ID.Polo aus dem VW-Konzern. Solche Fahrzeuge können einerseits Marktanteile gewinnen, andererseits aber auch die Margen unter Druck setzen – sowohl bei etablierten Herstellern als auch bei Händlern. Anleger sollten daher nicht nur auf Absatzzahlen achten, sondern auch auf die Entwicklung der Durchschnittspreise und Rabattniveaus im Elektrosegment.

Ein weiterer Aspekt: Die CAR-Studie berücksichtigt keine staatlichen Kaufprämien. Sollte die Politik die Förderung anpassen oder ausweiten, könnte sich die tatsächliche Preiswahrnehmung der Käufer noch stärker verschieben, als die reinen Transaktionspreise vermuten lassen. Das ist ein Risikofaktor, den Anleger im Blick behalten sollten.

Ausblick

Laut den CAR-Daten soll der Preisabstand zwischen E-Autos und Verbrennern bis Dezember 2025 auf 1.328 Euro sinken. Neue, günstigere Elektromodelle aus dem VW-Konzern – allen voran der ID.Polo – dürften den Preisdruck im Kleinwagensegment weiter erhöhen und die Rabatte auf ältere E-Modelle treiben. CAR veröffentlicht seine Marktstudie regelmäßig, sodass die monatliche Entwicklung weiter verfolgt werden kann.

Kurz erklärt

  • Transaktionspreis: Der tatsächlich gezahlte Kaufpreis eines Fahrzeugs nach Abzug aller Rabatte, im Gegensatz zum offiziellen Listenpreis.
  • Preisparität: Der Zustand, bei dem Elektroautos und Verbrenner im Durchschnitt zum gleichen Preis angeboten werden.
  • Kraftfahrt-Bundesamt: Die deutsche Bundesbehörde, die Zulassungsstatistiken und Fahrzeugdaten für den deutschen Kfz-Markt erfasst und veröffentlicht.
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