Preise im Euroraum steigen weiter moderat
Österreich mit Ausreißer nach oben, EZB beobachtet Konjunktur genau

Die Inflationsrate im Euroraum ist im Juli 2025 stabil geblieben und lag wie im Vormonat bei 2,0 Prozent. Damit hält sich die Teuerung exakt auf dem von der Europäischen Zentralbank (EZB) angestrebten Zielwert, der als optimal für das wirtschaftliche Gleichgewicht im Währungsraum gilt. Das teilte das europäische Statistikamt Eurostat laut einer ersten Schätzung mit. Ökonomen hatten im Vorfeld einen leichten Rückgang auf 1,9 Prozent prognostiziert.
Besondere Aufmerksamkeit richtet sich auf die sogenannte Kerninflation, bei der schwankungsanfällige Komponenten wie Energie sowie Lebensmittel, Alkohol und Tabak ausgeklammert werden. Diese Kernrate lag im Juli wie im Juni bei 2,3 Prozent. Fachleute betrachten sie als wichtigen Indikator für die mittelfristige Preisentwicklung. Auch hier entsprach der Wert den Erwartungen der Analysten.
Innerhalb der einzelnen Gütergruppen zeigten sich jedoch deutliche Unterschiede. Die Preise für Dienstleistungen stiegen im Jahresvergleich um 3,1 Prozent, nach einem Anstieg um 3,3 Prozent im Juni. Noch stärker fiel der Preisanstieg bei Lebensmitteln, Alkohol und Tabak aus – hier wurde eine Teuerung von 3,3 Prozent verzeichnet. Demgegenüber gingen die Energiepreise um 2,5 Prozent zurück, was den allgemeinen Preisanstieg dämpfte.
Die geldpolitische Reaktion der EZB fiel vorerst zurückhaltend aus. Nach sieben Zinssenkungen in Folge ließ der EZB-Rat den Einlagesatz zuletzt bei 2,0 Prozent. Damit setzt die Notenbank ihre abwartende Haltung fort. Beobachter gehen davon aus, dass für eine weitere Zinssenkung im September klare Signale einer Abschwächung von Inflation und Wirtschaftswachstum notwendig wären.
In Deutschland blieb die Inflation im Juli mit 2,0 Prozent auf dem Vormonatsniveau. Analysten hatten auch hier mit einem Rückgang gerechnet. Nach dem harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), der mit den europäischen Standards übereinstimmt, lag die Teuerung bei 1,8 Prozent und damit unterhalb der EZB-Zielmarke.
In Österreich hingegen zog die Inflation an. Die jährliche Teuerungsrate lag dort im Juli bei 3,5 Prozent und damit über dem Juni-Wert von 3,3 Prozent. Hauptursache dafür waren höhere Preise für Energie und Industriegüter. Der Preisauftrieb bei Energie stieg von 3,5 auf 4,3 Prozent, was sich deutlich auf die Gesamtinflation auswirkte.
Gedämpft wurde der Preisdruck im Euroraum unter anderem durch die Aufwertung des Euro. Dadurch verbilligten sich Importe aus dem Dollarraum, etwa bei Rohstoffen wie Öl und Gas. Zudem sorgt die schwache Konjunktur dafür, dass viele Unternehmen Preissteigerungen nur begrenzt durchsetzen können. Auch ein verstärktes Warenangebot aus Asien wirkt preisdämpfend.
