DAX startet Erholung nach Kursrutsch und Zollsorgen
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Nach dem jüngsten Schock durch neue US-Zölle und schwache Konjunkturdaten haben Anleger gestern wieder zugegriffen. Der DAX schloss den Handelstag mit einem deutlichen Plus von 1,42 Prozent und kletterte auf 23.757 Punkte. Damit konnte der Leitindex mehr als die Hälfte der Verluste vom Freitag wettmachen. Auch der MDAX zeigte sich fester und legte um 0,78 Prozent zu. Vorausgegangen war ein Ausverkauf, ausgelöst durch gemischte Unternehmenszahlen und überraschend schwache US-Arbeitsmarktdaten.
Marktbeobachter sprechen von einer überfälligen Korrektur, die nun teilweise aufgeholt wurde. Technische Analysten wie Christoph Geyer sehen in der gestrigen Gegenbewegung einen typischen Effekt nach der jüngsten Schwächephase. Dennoch bleiben viele fundamentale Risiken bestehen. Vor allem die Zollpolitik der US-Regierung bereitet Sorgen. Das zuletzt abgeschlossene Zollabkommen zwischen den USA und der EU gilt als schwach und belastet insbesondere die exportorientierte deutsche Industrie. Auch US-Unternehmen berichten von Gegenwind – betroffen sind etwa Autobauer und Konsumgüterkonzerne.
Laut Kapitalmarktstratege Jürgen Molnar ist der DAX mit dem Rückfall unter 23.500 Punkte am Freitag technisch in den Korrekturmodus übergegangen. Trotz der gestrigen Erholung rechnet er kurzfristig mit weiter fallenden Kursen. Im laufenden Jahr steht dennoch ein Plus von über 19 Prozent zu Buche. Belastend wirkt zudem die Entlassung der US-Arbeitsmarktstatistik-Chefin durch Präsident Donald Trump. Dies schürt Zweifel an der Verlässlichkeit wirtschaftlicher Kennzahlen.
An der Wall Street war die Stimmung ebenfalls freundlich. Dow Jones, S&P 500 und Nasdaq legten jeweils zwischen 1,0 und 1,6 Prozent zu. Grund dafür sind Spekulationen auf Zinssenkungen durch die Fed, ausgelöst unter anderem durch den Rücktritt von Fed-Gouverneurin Adriana Kugler. Trump will mit der Neubesetzung künftig stärkeren Einfluss auf die Geldpolitik nehmen.
Auch in Europa sorgten Nachrichten für Bewegung. Bankenwerte legten zu, gestützt durch den positiven Ausgang eines EBA-Stresstests. Die Aktien der Deutschen Bank und Commerzbank stiegen teils um mehr als drei Prozent. Bei Thyssenkrupp laufen die Vorbereitungen für den Börsengang der Marinesparte, während Infineon-Chef Hanebeck US-Zölle auf Halbleiter kritisiert. Die OPEC+ kündigte eine Förderausweitung an, woraufhin die Ölpreise unter Druck gerieten. Der Euro gab nach und wurde zuletzt bei 1,1565 Dollar gehandelt.
