Asiatische Märkte starten zurückhaltend in die Woche
Fokus auf US-Wahl und mögliche Handelspolitik unter Trump

Zum Wochenbeginn verzeichneten die asiatischen Märkte eine verhaltene Stimmung. Besonders auffällig war der Handel in Japan, wo die Börsen aufgrund eines Feiertags geschlossen blieben. In China hingegen starteten die Anleger optimistisch in die Woche. Der Shanghai Composite Index stieg um 1,2 Prozent, während der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen einen Anstieg von 1,4 Prozent verbuchte. Trotz dieses positiven Starts blieben Händler skeptisch und erwarteten keine größeren Kursgewinne, da die allgemeine Unsicherheit aufgrund der bevorstehenden US-Präsidentschaftswahl weiterhin Einfluss auf die Märkte nimmt.
Die heutige US-Wahl und die parallel stattfindende Sitzung des Ständigen Ausschusses des Nationalen Volkskongresses in China, die vom 4. bis zum 8. November läuft, standen im Mittelpunkt des Interesses der Investoren. Von der Sitzung des Volkskongresses erhoffen sich die Anleger weitere Informationen zu den angekündigten Konjunkturmaßnahmen der chinesischen Regierung, die das Wirtschaftswachstum weiter stabilisieren sollen.
Mit besonderer Anspannung beobachten chinesische Investoren die Möglichkeit einer Rückkehr von Donald Trump in das Amt des US-Präsidenten. Trumps bisherige Handels- und Zollpolitik gegenüber China hat in der Vergangenheit für erhebliche Spannungen gesorgt. Seine aktuellen Vorschläge beinhalten eine stufenweise Einschränkung des Imports chinesischer Waren, insbesondere in den Bereichen Elektronik, Stahl und Pharmazeutika. Zudem plant er, chinesischen Unternehmen den Besitz von US-Infrastrukturbereichen im Energie- und Technologiesektor zu untersagen. Diese Vorhaben würden die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern weiter belasten und die chinesischen Märkte stark beeinflussen.
In den Umfragen zeichnet sich derzeit ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der demokratischen Präsidentschaftskandidatin Kamala Harris und dem Republikaner Donald Trump ab. Während Trump für eine protektionistische und isolationistische Wirtschaftspolitik steht, gilt Harris als Vertreterin einer stabilen und kontinuierlichen Handelspolitik. Diese Unsicherheit über den Ausgang der Wahl beeinflusst auch die asiatischen Währungsmärkte.
Der Dollar verlor im asiatischen Devisenhandel 0,9 Prozent auf 151,67 Yen und fiel gegenüber dem Yuan um 0,4 Prozent auf 7,0911 Yuan. Analysten gehen davon aus, dass Trumps Pläne zur Einwanderungs-, Steuer- und Zollpolitik die Inflation, die Anleiherenditen und den Dollar schwächen könnten, was sich auf die asiatischen Märkte und die globale Wirtschaft auswirken würde. Harris wird hingegen als Garantin für wirtschaftliche Kontinuität gesehen, was ihr in asiatischen Finanzkreisen eine vergleichsweise positive Bewertung einbringt.
