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Gewinnmitnahmen und Unsicherheit prägen Tokioter Börse

Anleger reagieren auf Notenbankentscheidung und schwache Vorgaben der Wall Street

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Gewinnmitnahmen und Unsicherheit prägen Tokioter Börse

Anleger an der Tokioter Börse verzeichneten am Donnerstag nach der Zinsentscheidung der japanischen Notenbank Kursverluste. Der Nikkei-Index fiel um 0,5 Prozent auf 39.081 Punkte, während der breiter gefasste Topix-Index einen Rückgang von 0,3 Prozent verzeichnete. Die Bank of Japan (BoJ) beschloss, die extrem niedrigen Zinsen beizubehalten, betonte jedoch die Notwendigkeit, die globale wirtschaftliche Lage weiterhin im Auge zu behalten. Laut Takamasa Ikeda, einem leitenden Portfoliomanager bei GCI Asset Management, nutzten viele Anleger die Gelegenheit, Gewinne mitzunehmen. Nach einer jüngsten Rallye sei der Nikkei etwas überhitzt gewesen, und die erwartete Entscheidung der BoJ sei der Auslöser für den Verkauf gewesen.

Neben der Reaktion auf den Zinsentscheid spielten auch Entwicklungen auf den US-Märkten eine Rolle. Kursverluste an der Wall Street sowie wachsende Bedenken über die steigenden Investitionskosten für Künstliche Intelligenz (KI) bei großen Tech-Unternehmen wirkten sich negativ auf die japanischen Aktienkurse aus. Der Devisenmarkt reagierte ebenfalls: In den Äußerungen der BoJ wurde ein mögliches Anheben der Zinsen im Dezember angedeutet, was den japanischen Yen stärkte. Laut Shigetoshi Kamada von Tachibana Securities gab der Nikkei nicht nur den Einflüssen aus den USA nach, sondern korrigierte auch die starken Kursgewinne vom Vortag.

Unter den Einzelwerten fiel insbesondere Kyocera auf, dessen Aktien um 10,4 Prozent nachgaben. Der japanische Smartphone-Hersteller senkte seine Gewinnprognose für das Geschäftsjahr 2025, was die Anleger verunsicherte. Im Gegensatz dazu verzeichnete der Chiptestgerätehersteller Advantest einen Kursanstieg von 6,4 Prozent, nachdem das Unternehmen seine Gewinnprognose angehoben hatte.

In China zeigten sich die Anleger optimistischer, gestützt von positiven Konjunkturdaten. Umfragen im verarbeitenden Gewerbe und im Dienstleistungssektor deuten auf eine leichte Belebung der Wirtschaft hin. Der offizielle Einkaufsmanagerindex (PMI) erreichte erstmals seit sechs Monaten wieder Wachstumswerte. Die Börse in Shanghai konnte hiervon profitieren und legte um 0,4 Prozent zu. Vor allem Immobilienwerte standen bei den Anlegern hoch im Kurs.

In Taiwan blieb die Börse wegen eines Taifuns geschlossen. Der Sturm traf am Donnerstag auf die Ostküste und sorgte für Vorsichtsmaßnahmen im Marktgeschehen.

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