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PGIM erwartet drei Fed-Zinserhöhungen 2026 – Märkte unterschätzen Risiko

Der Vermögensverwalter PGIM prognostiziert drei US-Zinserhöhungen in diesem Jahr – weit außerhalb des aktuellen Marktkonsenses.

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PGIM erwartet drei Fed-Zinserhöhungen 2026 – Märkte unterschätzen Risiko

Der Vermögensverwalter PGIM stellt sich mit seiner aktuellen Prognose klar gegen den Marktkonsens: Die US-Notenbank Federal Reserve werde die Zinsen in diesem Jahr dreimal um jeweils 25 Basispunkte anheben. Damit rechnet PGIM mit deutlich restriktiverer Geldpolitik, als die Mehrheit der Marktteilnehmer derzeit erwartet.

Der Markt sieht die Lage erheblich entspannter. Laut CME FedWatch liegt die Wahrscheinlichkeit, dass die Zinsen bis Jahresende unverändert bleiben, bei rund 41 Prozent. Eine Zinserhöhung um einen Viertelprozentpunkt halten die Märkte für 42 Prozent wahrscheinlich, eine Anhebung um 50 Basispunkte lediglich für 14 Prozent. PGIMs Szenario von drei Erhöhungen ist in diesen Erwartungen schlicht nicht eingepreist.

Als Treiber für die erwarteten Zinsschritte nennt PGIM die wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit der USA, anhaltende Inflationsrisiken sowie eine erneute Stärke am Arbeitsmarkt. Besonders besorgniserregend sei der US-Kernpreisindex für persönliche Konsumausgaben (Core PCE), der mit 3,3 Prozent „unangenehm hoch" ausfalle. Dieser Wert liegt deutlich über dem Fed-Ziel von 2 Prozent.

Neue Fed-Führung unter Kevin Warsh im Fokus

Die Prognose fällt in eine besonders aufmerksam beobachtete Phase: Die Fed hält in dieser Woche ihre nächste Sitzung ab – erstmals unter der Leitung des neuen Vorsitzenden Kevin Warsh. Dessen geldpolitische Ausrichtung wird von Investoren weltweit genau verfolgt, da sie den künftigen Kurs der wichtigsten Zentralbank der Welt maßgeblich prägen dürfte.

PGIM sieht die Stärke der US-Wirtschaft durch mehrere strukturelle Faktoren gestützt. „Die Outperformance der USA wird durch den Ausbau der KI, den Vermögenseffekt auf den Konsum und fiskalische Anreize vorangetrieben", erklärte das Unternehmen. Zusätzlich stützten überdurchschnittlich hohe Steuerrückerstattungen und eine weiterhin niedrige Arbeitslosenquote den privaten Konsum.

Ein weiterer Warnsignal aus Sicht von PGIM: Die Frühindikatoren für den sogenannten „Pipeline-Druck" bei der Verbraucherinflation – darunter der Erzeugerpreisindex – blieben „weiterhin sehr stabil". Das deutet darauf hin, dass der Preisdruck in der Lieferkette noch nicht nachgelassen hat und sich künftig in der Verbraucherinflation niederschlagen könnte.

Anleiherenditen und Unternehmensgewinne unter Druck

Für den Anleihemarkt erwartet PGIM spürbare Konsequenzen. Sollten drei Fed-Zinserhöhungen um jeweils 25 Basispunkte tatsächlich eingepreist werden, rechnet das Unternehmen mit einem Anstieg der Renditen 10-jähriger US-Staatsanleihen auf rund 4,60 Prozent. Das wäre ein relevanter Anstieg gegenüber dem aktuellen Niveau und würde die Finanzierungskosten für Staaten und Unternehmen gleichermaßen erhöhen.

Die Folgen für Aktieninvestoren wären ebenfalls spürbar. „Höhere Leitzinsen der Fed bringen auch einen Anstieg der Kreditkosten mit sich, was die Rentabilität der Unternehmen gefährden und zu einer gewissen Ausweitung der Spreads führen könnte", warnt PGIM. Höhere Spreads bedeuten, dass Unternehmensanleihen gegenüber sicheren Staatsanleihen mehr Rendite abwerfen müssen – ein Zeichen gestiegener Risikowahrnehmung.

Trotz des kurzfristig restriktiven Ausblicks erwartet PGIM keine dauerhaft hohen Zinsen. Die Analyse geht davon aus, dass die Zinserhöhungen nur von kurzer Dauer sein werden. Für das kommende Jahr prognostiziert das Unternehmen drei Zinssenkungen, gefolgt von einer weiteren Senkung im Jahr 2028. Am Ende dieses Zyklus stünde ein Endzins von 3,375 Prozent – ein Niveau, das die Wirtschaft langfristig nicht übermäßig belasten würde.

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