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Peru-China-Beziehungen unter Druck: Skandal und US-Einfluss

Ein Korruptionsskandal um Präsident Jose Jeri belastet Perus strategische Beziehungen zu China. Gleichzeitig verstärken die USA ihren Einfluss in der Region, um Pekings Präsenz einzudämmen.

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Peru-China-Beziehungen unter Druck: Skandal und US-Einfluss

Ein Skandal um nicht offengelegte Treffen des peruanischen Präsidenten Jose Jeri mit dem chinesischen Geschäftsmann Zhihua Yang hat die bilateralen Beziehungen zwischen Peru und China in ein ungünstiges Licht gerückt. Der als "Chifagate" bekannte Fall fällt zeitlich mit einer verstärkten US-Einflusskampagne in Lateinamerika zusammen, die darauf abzielt, Chinas wirtschaftliche Dominanz in der Region zurückzudrängen.

Jeri, der im Oktober 2024 nach der Absetzung seiner Vorgängerin Dina Boluarte das Amt übernahm, räumte drei Treffen mit Yang zwischen Dezember und Januar ein. Der Geschäftsmann, der chinesische Importläden besitzt und eine Konzession für ein Energieprojekt hält, steht im Verdacht, chinesischen Firmen logistische Unterstützung geleistet zu haben, gegen die Korruptionsvorwürfe erhoben wurden.

Amtsenthebungsverfahren eingeleitet

Die Staatsanwaltschaft hat eine vorläufige Untersuchung gegen Jeri wegen angeblicher Einflussnahme eingeleitet. Oppositionsabgeordnete haben bereits Amtsenthebungsanträge gestellt. Jeri, dessen Aufgabe es ist, die Amtszeit bis zu den Wahlen am 12. April zu Ende zu führen, bestreitet jegliches Fehlverhalten. Seine Zustimmungsrate ist laut dem Meinungsforschungsinstitut Datum Internacional seit Bekanntwerden des Skandals deutlich gesunken.

USA erhöhen Druck auf China

Martin Cassinelli vom Atlantic Council sieht den Fall im Kontext einer breiteren US-Strategie: "Es wäre nicht überraschend, wenn die Trump-Administration Chinas Investitionen in Peru in Frage stellen würde. Sie tat dies bereits in Mexiko und Panama." Die jüngste Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro, eines China- und Russland-Verbündeten, sendete eine klare Botschaft Washingtons.

Jhon Valdiglesias vom Zentrum für Asienstudien der Nationalen Universität San Marcos warnt: "Kritik an einem chinesischen Geschäftsmann ist praktisch auch Kritik an China. Das wirft definitiv einen Schatten auf die gesamten Beziehungen."

Tiefe wirtschaftliche Verflechtung

Trotz des Skandals wird es schwierig sein, Perus enge Wirtschaftsbeziehungen zu China aufzulösen. Ein 2009 unterzeichnetes Freihandelsabkommen verhalf China dazu, die USA ab 2015 als wichtigsten Handelspartner Perus zu überholen. Laut Regierungsdaten entfallen 33 Prozent des peruanischen Handels auf China, verglichen mit nur 14 Prozent mit den USA.

China kontrolliert eine der größten Kupferminen des Landes und kauft etwa 70 Prozent der nationalen Metallproduktion. Chinesische Firmen besitzen Perus größte Stromerzeuger und nahmen Ende 2024 den Megahafen Chancay in Betrieb, wodurch eine direkte Handelsroute zwischen Südamerika und Asien entstand.

Langfristige Perspektiven

Der ehemalige peruanische Botschafter in China, Juan Carlos Capunay, sieht die Wirtschaftsbeziehungen als stabil an: "Wir verfügen über mehrere Schlüsselinstrumente, die diese Beziehungen aufrechterhalten." Es wäre für die USA eine Herausforderung, diese langfristig aufzulösen.

Dennoch warnt Cassinelli vor den Auswirkungen des Skandals: "Wenn die Peruaner die Glaubwürdigkeit chinesischer Investitionen in Frage stellen, werden neue Projekte von einer sensiblen Gesellschaft weniger willkommen sein." Peru, das seit 2018 sieben Präsidenten erlebte, verzeichnet dennoch eine der stärksten Wachstumsraten in Lateinamerika, was teilweise auf stetige Bergbau-Einnahmen zurückzuführen ist.

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