Paramount einigt sich mit Bundesstaaten in Kartellklage
Einigung ebnet den Weg für die umstrittene Fusion mit Warner Bros. Discovery.

Paramount (PSKY) hat mit den Generalstaatsanwälten mehrerer US-Bundesstaaten eine Einigung in einer Kartellklage erzielt. Die am Montag bekannt gegebene Vereinbarung umfasst weitreichende Zugeständnisse und Investitionszusagen und macht den Weg frei für die hart umkämpfte Fusion mit Warner Bros. Discovery (WBD). Der Mega-Deal soll Hollywood nachhaltig umgestalten.
Die Einigung zwingt Paramounts Chief Executive David Ellis nicht zu tiefgreifenden strukturellen Veränderungen im Unternehmen. Allerdings sieht sie klare Sanktionen vor, falls Paramount seine Zusagen nicht einhält. Dazu gehören der erzwungene Verkauf von Kabelsendern sowie die Veräußerung des Paramount-Anteils an Miramax.
Investitionen in die US-Unterhaltungsindustrie
Paramount, das Unternehmen hinter Hits wie „Der Pate“, „Top Gun“, „South Park“ und „Yellowstone“, hat sich zu erheblichen Investitionen verpflichtet. In den nächsten fünf Jahren will das Studio mindestens 1,5 Milliarden US-Dollar mehr in die heimische Produktion stecken. Zudem stellt das Unternehmen Mittel für ein Arbeitskräfte-Förderprogramm der Unterhaltungsbranche bereit.
Eine Zusage, den Firmensitz in Kalifornien zu behalten, musste Paramount im Rahmen der Einigung nicht abgeben. Das Unternehmen erklärte jedoch, dass es die Filmstudios von Warner und Paramount in Los Angeles weiterhin für die Filmproduktion nutzen werde. Dies dürfte in der Branche als positives Signal gewertet werden.
Klare Auflagen und Sanktionen
Paramount hat sich verpflichtet, über einen Zeitraum von fünf Jahren jährlich mindestens 30 Filme herauszubringen. Sollte das Unternehmen diese Vorgabe nicht erfüllen, drohen konkrete Konsequenzen: Es müsste seinen Anteil an Miramax veräußern und pro ausgefallenem Film 10 Millionen US-Dollar zahlen. Der Großteil dieser Zahlungen würde zur Unterstützung der Beschäftigten in der Branche fließen.
Darüber hinaus müsste Paramount eine Gruppe von Kabelsendern abgeben, falls es keine separaten Kabelvertriebsvereinbarungen für Warner und Paramount aushandelt. Diese Klausel soll sicherstellen, dass der Wettbewerb im Kabelvertrieb nicht durch die Fusion beeinträchtigt wird.
Hintergrund des Mega-Deals
Die geplante Fusion von Paramount und Warner Bros. Discovery gilt als einer der bedeutendsten Zusammenschlüsse in der Geschichte Hollywoods. Beide Unternehmen verfügen über umfangreiche Film- und Fernseharchive sowie starke Marken im Streaming-Bereich. Die Kartellklage der Bundesstaaten hatte zuvor für Unsicherheit über den Abschluss des Deals gesorgt.
Mit der nun erzielten Einigung ist ein zentrales Hindernis aus dem Weg geräumt. Anleger reagierten verhalten: Die Aktie von Paramount notierte zuletzt mit einem minimalen Minus von 0,01 Prozent, während Warner Bros. Discovery ein leichtes Plus von 0,02 Prozent verzeichnete.
Die Vereinbarung zeigt, dass die US-Behörden bei großen Medienfusionen weiterhin auf wettbewerbssichernde Auflagen setzen, ohne die Transaktionen grundsätzlich zu blockieren. Für deutsche Anleger bleibt abzuwarten, wie sich der Zusammenschluss auf die globale Medienlandschaft und mögliche Streaming-Angebote in Europa auswirken wird.
