Lexeo Therapeutics expandiert: Übernahme und neue Forschungskooperationen
Biotech-Unternehmen kauft Mantle Therapeutics und startet drei Forschungskooperationen zur Behandlung der Friedreich-Ataxie.

Die Lexeo Therapeutics Inc. (Nasdaq: LXEO) treibt ihre strategische Neuausrichtung mit Nachdruck voran. Das Biotechnologieunternehmen gab am Dienstag eine umfassende Neuausrichtung bekannt, die den Wandel von einem reinen Gentherapie-Entwickler zu einer breit aufgestellten Plattform für die Behandlung der Friedreich-Ataxie (FA) markiert. An der Börse kam dies gut an: Die Aktie stieg im vorbörslichen Handel um bis zu 5,4 Prozent.
Friedreich-Ataxie ist eine seltene, aber schwerwiegende genetische Erkrankung, die zu fortschreitenden Bewegungseinschränkungen und Herzmuskelschwäche führt. Bislang gibt es keine zugelassene kausale Therapie. Lexeo setzt nun auf ein Bündel an Maßnahmen, um die Behandlungslücke zu schließen.
Übernahme von Mantle Therapeutics als strategischer Hebel
Kernstück der Ankündigung ist die Übernahme von Mantle Therapeutics. Das Gesamtvolumen der Transaktion beläuft sich auf bis zu 21,3 Millionen US-Dollar. Davon entfallen 8,3 Millionen US-Dollar auf eine Sofortzahlung in bar und Aktien. Hinzu kommen erfolgsabhängige Meilensteinzahlungen von bis zu 13 Millionen US-Dollar.
Mit dem Zukauf erweitert Lexeo sein Portfolio um vier therapeutische Programme. Diese zielen darauf ab, das Protein Frataxin im Gehirn zu erhöhen oder zu ersetzen – ein zentraler Ansatzpunkt bei der Friedreich-Ataxie. Besonders vielversprechend ist LX3010, eine klinische orale Kombinationstherapie. Erste Daten bei elf Patienten zeigten eine Verbesserung der mFARS-Werte um sechs Punkte sowie eine neunfache Steigerung des Frataxin-Proteinspiegels in Muskelbiopsien. Der Abschluss der Transaktion wird für das dritte Quartal 2026 erwartet.
Drei neue Forschungskooperationen gestartet
Parallel zur Übernahme hat Lexeo drei neue Forschungskooperationen initiiert. Partner sind Weill Cornell Medicine, Vivet Therapeutics und Apertura Gene Therapy. Die Partnerschaften konzentrieren sich auf die zerebelläre gezielte Verabreichung und sequentielle Dosierungsstrategien. Ziel ist es, das führende Gentherapie-Programm LX2006 zu ergänzen.
Die SUNRISE-FA 2-Studie für LX2006, das auf die FA-Kardiomyopathie abzielt, läuft planmäßig weiter. Die Topline-Daten werden für die zweite Jahreshälfte 2027 erwartet. Ein erstes der erworbenen Programme soll ebenfalls 2027 in die klinische Entwicklung überführt werden. Dafür ist die Einreichung eines IND-Antrags (Investigational New Drug) vorgesehen.
Analyst bestätigt Kaufempfehlung
Finanzanalyst Christopher Raymond von Raymond James reagierte positiv auf die Neuausrichtung. Er bestätigte sein „Strong Buy“-Rating mit einem Kursziel von 24,00 US-Dollar. Raymond bewertet die Übernahme als kosteneffizienten Schritt, der die technologische Diversifizierung vorantreibt und das Engagement des Unternehmens im Bereich der Friedreich-Ataxie unterstreicht.
Zudem hob er das günstige Risiko-Ertrags-Verhältnis hervor – insbesondere angesichts der Nähe des Aktienkurses zum 52-Wochen-Tief von 3,99 US-Dollar. Zum Zeitpunkt der Ankündigung notierte die Aktie deutlich unter dem Analystenziel, was aus seiner Sicht ein attraktives Einstiegsniveau bietet.
Finanzielle Stabilität bleibt gewahrt
Trotz der Investitionen bleibt der finanzielle Ausblick stabil. Lexeo bestätigte, dass die neuen Transaktionen aus dem bestehenden Kapital finanziert werden. Die Prognose für die Liquiditätsreichweite bis 2028 bleibt unverändert. Das Unternehmen verfügt damit über ausreichende finanzielle Mittel, um die strategischen Initiativen ohne zusätzliche Kapitalmaßnahmen umzusetzen.
Für Anleger ergibt sich ein gemischtes Bild: Einerseits zeigt die Übernahme den klaren strategischen Fokus auf die Friedreich-Ataxie und erweitert die Pipeline um vielversprechende Programme. Andererseits bleibt der Weg bis zur Marktreife lang – die ersten klinischen Daten werden frühestens 2027 erwartet. Die Bestätigung der Liquiditätsreichweite bis 2028 gibt jedoch Planungssicherheit.
