Oracle streicht tausende Stellen wegen KI-Rechenzentrum-Expansion
Der US-Softwarekonzern kämpft mit einem Liquiditätsengpass durch den massiven Ausbau seiner KI-Infrastruktur.

Oracle Corp. plant einem Bloomberg-Bericht zufolge den Abbau tausender Arbeitsplätze. Der Stellenabbau soll Abteilungen im gesamten Unternehmen betreffen und könnte noch im laufenden Monat beginnen. Hintergrund ist ein Liquiditätsengpass, der aus der massiven Expansion von KI-Rechenzentren resultiert.
Die geplanten Kürzungen sollen deutlich weitreichender sein als der übliche rollierende Stellenabbau, den Oracle regelmäßig durchführt. Besonders betroffen sein werden Bereiche, die das Unternehmen durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz künftig für entbehrlich hält. Ende Mai 2025 beschäftigte Oracle weltweit rund 162.000 Mitarbeiter.
Zusätzlich hat Oracle intern angekündigt, viele offene Stellenanzeigen in seiner Cloud-Sparte zu überprüfen. Dies friert den Einstellungsprozess in diesem Bereich faktisch ein. Die Personalplanung befinde sich noch im Gange und könnte sich noch ändern.
Transformation zum KI-Konzern unter Larry Ellison
Unter der Führung von Chairman Larry Ellison vollzieht Oracle seit Jahren einen grundlegenden Wandel. Das Unternehmen, das lange primär für seine Datenbanksoftware bekannt war, baut seine Cloud-Computing-Sparte mit starkem Fokus auf KI-Infrastruktur aus. Ziel ist es, mit den Branchenriesen Amazon Web Services und <a class="tvreplink" target="_blank" href="https://de.tradingview.com/symbols/Nasdaq%3AMSFT">Microsoft Azure zu konkurrieren.
Ein prominenter Kunde dieses Ausbaus ist OpenAI, für dessen KI-Workloads Oracle Rechenzentrums-Kapazitäten bereitstellt. Der massive Infrastrukturausbau erfordert erhebliche Investitionen, die nun offenbar zu Liquiditätsengpässen führen. Oracle versucht, durch den Personalabbau Kosten einzusparen und die Finanzlage zu stabilisieren.
Für Anleger ist die Situation zweischneidig: Einerseits signalisiert der Stellenabbau kurzfristigen Kostendruck, andererseits unterstreicht er Oracles strategische Ausrichtung auf den wachstumsstarken KI-Markt. Die Aktie des Unternehmens steht damit im Spannungsfeld zwischen kurzfristigen Belastungen und langfristigen Wachstumschancen.
