Oracle plant Massenentlassungen wegen explodierender Rechenzentrumskosten
Der US-Softwarekonzern will Tausende Stellen abbauen, um den milliardenschweren Ausbau seiner Cloud-Infrastruktur zu finanzieren.

Oracle plant einem Bericht von Bloomberg News zufolge den Abbau von Tausenden Arbeitsplätzen im gesamten Unternehmen. Die Entlassungen sollen bereits in diesem Monat beginnen und sind laut Bloomberg weitreichender als die bei Oracle üblichen rollierenden Stellenstreichungen. Ein Sprecher des Unternehmens lehnte gegenüber Reuters eine Stellungnahme ab.
Als Grund für die Kürzungen gelten die massiv gestiegenen Investitionsausgaben für den Ausbau der Rechenzentrumskapazitäten. Oracle hatte im Dezember angekündigt, im Geschäftsjahr 2026 rund 15 Milliarden US-Dollar mehr zu investieren als die ursprünglich veranschlagten 35 Milliarden Dollar. Im Februar konkretisierte der Konzern die Pläne: Zwischen 45 und 50 Milliarden Dollar sollen in diesem Jahr für den Ausbau der Cloud-Infrastruktur aufgenommen werden.
Die Entlassungen betreffen Abteilungen im gesamten Unternehmen. Besonders im Fokus stehen dabei Stellenkategorien, die Oracle infolge des Einsatzes von Künstlicher Intelligenz als schrumpfend einschätzt. Zudem gab Oracle intern bekannt, dass viele offene Stellenanzeigen in der Cloud-Sparte überprüft werden – was den Einstellungsprozess faktisch einfriert.
Wachsender Druck durch KI-Großkunden
Oracle hat sich im vergangenen Jahr vom Nischenanbieter zum ernsthaften Cloud-Konkurrenten entwickelt. Treiber dieser Transformation ist unter anderem ein Deal mit OpenAI im Volumen von 300 Milliarden US-Dollar. Zu den weiteren Großkunden zählen Elon Musks KI-Startup xAI sowie der Facebook-Mutterkonzern Meta.
Der rasante Wachstumskurs belastet jedoch die Bilanz erheblich. In der ersten Hälfte des laufenden Geschäftsjahres verbrannte Oracle rund 10 Milliarden Dollar an liquiden Mitteln. Die steigende Schuldenlast schürt bei Anlegern zunehmend Sorgen – die Oracle-Aktie verlor im vergangenen Jahr mehr als 15 Prozent an Wert.
Der Konzern unter dem Vorsitz von Milliardär Larry Ellison beschäftigte zum 31. Mai 2025 rund 162.000 Vollzeitmitarbeiter, wie aus dem aktuellen Jahresbericht bei der US-Börsenaufsicht SEC hervorgeht. Wie viele Stellen konkret gestrichen werden sollen, ist bislang nicht bekannt. Oracle wird am kommenden Dienstag die Ergebnisse für das dritte Quartal vorlegen – Anleger dürften dann weitere Details erwarten.
