Oppenheimer: Diese SMID-Softwareaktien stehen vor den Q3-Zahlen im Fokus
Die Investmentbank nennt vier Small- und Mid-Cap-Softwarewerte mit klaren Katalysatoren vor der Berichtssaison.

Mit dem Start der Quartalszahlenperiode für Softwareunternehmen im Small- und Mid-Cap-Bereich hat die Investmentbank Oppenheimer mehrere herausragende Titel identifiziert, die auf eine starke Performance positioniert sind. Die Analyse hebt Gesellschaften mit einer soliden Ausführung und günstigen kurzfristigen Katalysatoren hervor. Da sich jedoch unterschiedliche Risiko-Ertrags-Profile ergeben, deuten diese auf unterschiedliches Aufwärtspotenzial innerhalb des Sektors hin.
Im Mittelpunkt stehen vier Unternehmen, die in den kommenden Wochen ihre Zahlen vorlegen: Agilysys, Via Transportation, Figma und Intapp. Oppenheimer ordnet die Titel nach ihrer erwarteten Entwicklung ein und verweist auf konkrete Berichtstermine sowie unternehmensspezifische Treiber. Für deutsche Anleger ist die Auswahl insofern relevant, als der Fokus des Marktes sich zunehmend von den großen Tech-Konzernen hin zu kleineren Softwarewerten verschiebt.
Die Einschätzungen stützen sich auf eine Mischung aus Nachfrageentwicklung, Vertriebseffizienz und Bewertungsüberlegungen. Während einige Titel von einer Beschleunigung profitieren sollen, bremsen bei anderen kurzfristige Gegenwindfaktoren das Aufwärtspotenzial. Im Folgenden die Details zu den einzelnen Werten.
Die Details
An erster Stelle nennt Oppenheimer den Hospitality-Softwareanbieter Agilysys Inc (NASDAQ:AGYS). Das Unternehmen legt am 26. Oktober seine Zahlen vor. Nach Einschätzung der Analysten dürften gesunde Nachfrageentwicklungen und eine reifere Vertriebsorganisation die Beschleunigungsgeschichte von Agilysys in die zweite Hälfte des Geschäftsjahres 2027 sowie eine höhere Guidance stützen.
Auf Platz zwei rangiert Via Transportation Ltd (NYSE:VIA), das am 9. November berichten wird – und das trotz kurzfristiger Gegenwindfaktoren. Oppenheimer hat sein Kursziel basierend auf der rollierenden Bewertung gegenüber den Schätzungen für das Geschäftsjahr 2027 angehoben. Allerdings begrenzt die Aufwertung des Schekels das Margenaufwärtspotenzial, und neue Schulbereitstellungen könnten den durchschnittlichen Umsatz pro Kunde vorübergehend unter Druck setzen. Dem steht gegenüber, dass ein qualifizierter Pipeline-Wert von über 700 Millionen US-Dollar ein Aufwärtspotenzial gegenüber den Street-Erwartungen unterstützt, insbesondere für das Umsatzwachstum im Jahr 2027. Ein erwarteter Profitabilitäts-Inflektionspunkt im nächsten Quartal könnte das Investoreninteresse erweitern.
Der Design- und Kollaborationsspezialist Figma Inc (NYSE:FIG) wird am 4. November vorlegen. Die Ausführung bleibt laut Oppenheimer stark. Allerdings erfordern Premium-Multiplikatoren eine anhaltende Outperformance, da das Wachstum moderiert.
Den Abschluss bildet Intapp Inc (NASDAQ:INTA), das am 27. Oktober berichtet. Oppenheimer sieht hier ein geringes Risiko einer Unterschreitung der Schätzungen. Verbessernde Verkaufseffizienz, Expansionsaktivitäten, eine starke Adoption von Celeste sowie eine vernünftige Guidance sollten zu einem Upside im ersten Quartal führen. Gleichzeitig dämpfen ein ausgewogenes Risiko-Ertrags-Profil nach einem signifikanten Anstieg des Aktienkurses, nachlassende Migrationsvorteile sowie der Wettbewerb durch Salesforce und AI-native Anbieter die Begeisterung des Unternehmens für diesen Titel.
Hintergrund: Was bisher geschah
Die aktuelle Auswahl reiht sich in eine Serie von Berichten ein, die aktien.news in den vergangenen Monaten zum Softwaresektor veröffentlicht hat. Bereits am 2. Oktober 2026 berichtete aktien.news unter dem Titel „KI-Aktien: Sechs Auswahlen legen 34% bis 106% zu", dass eine Small-Cap-Softwareaktie aus der KI-gestützten Aktienauswahl von Investing.com am Handelstag um 2,4% zugelegt hatte und damit eine seit Februar anhaltende Entwicklung fortsetzte. Der Wert führte die Liste der sechs KI-ausgewählten Positionen an: Seit ihrer Aufnahme am 1. Februar 2026 summierte sich der Tipp auf einen kumulierten Gewinn von 67,28%. Damit war die Aktie der beste Performer unter sechs KI-ausgewählten Positionen, die seit ihrer Aufnahme zwischen 34% und 106% zulegen konnten.
Am 16. Oktober 2026 folgte der Bericht „Big Tech verliert Strahlkraft: KI-Auswahl treibt Mid-Caps um 31 Prozent". Darin hieß es, mit dem Anlaufen der Quartalszahlen-Saison bröckele die starke Konzentration im Bereich der Mega-Cap-Tech-Aktien. Kapital fließe zunehmend in Small- und Mid-Cap-Werte, die auf der Gewinn- und Verlustrechnung unbestreitbare Erfolge vorweisen. Da sich der Marktfokus wieder auf reale Ergebnisse verlagere, erlebten Unternehmen mit überraschenden Gewinnüberraschungen, expandierenden Margen und neuen Analysten-Upgrades eine sofortige und aggressive Neubewertung.
Bereits am 9. Februar 2026 hatte aktien.news über eine Analyse von Morgan Stanley berichtet: „Morgan Stanley: 9 KI-Software-Aktien mit Kaufchance". Die Investmentbank argumentierte damals, die Befürchtungen hinsichtlich einer Verdrängung etablierter Anbieter durch generative KI seien zu weit gegangen, und es ergäben sich nun attraktive Bewertungsniveaus. Analyst Keith Weiss stellte in einer Kundenmitteilung fest, dass die „maximale Unsicherheit" die Bewertungsmultiplikatoren im Software-Sektor erheblich belastet habe. Seit Oktober 2024 seien die Multiplikatoren um rund 33 Prozent gefallen; der durchschnittliche Software-Multiplikator liege nun bei etwa 4,4x EV/Sales.
Am 22. Juli 2026 berichtete aktien.news zudem über „Morgan Stanley kürt Gewinner und Verlierer der KI-Revolution". Entscheidend sei laut den Analysten nicht allein der klassische „Burggraben", sondern mindestens genauso wichtig die sogenannte „Reise" – die Fähigkeit eines Unternehmens, sich an KI-Prozesse und -Modelle anzupassen, während sich Software kontinuierlich weiterentwickelt.
Was das für Anleger bedeutet
Für deutsche Privatanleger zeigt die Oppenheimer-Auswahl, dass die Berichtssaison im Small- und Mid-Cap-Softwarebereich konkrete Termine und Katalysatoren liefert. Die vier genannten Titel unterscheiden sich deutlich in ihrem Risiko-Ertrags-Profil: Während Agilysys und Intapp mit spezifischen operativen Treibern punkten, bremsen bei Via Transportation Währungseffekte und bei Figma die hohe Bewertung. Anleger sollten beachten, dass die Einschätzungen von Oppenheimer Momentaufnahmen vor den jeweiligen Berichtsterminen darstellen und sich mit den tatsächlichen Zahlen ändern können.
Die zuvor berichtete Verschiebung des Kapitalflusses von Mega-Caps hin zu kleineren Werten unterstreicht die Bedeutung der Quartalszahlen als kurzfristige Katalysatoren. Wer in diesem Segment investiert ist, sollte die genannten Berichtstermine im Auge behalten. Eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung lässt sich aus der Analyse nicht ableiten.
Ausblick
Die nächsten Wochen bringen eine dichte Folge von Berichtsterminen: Agilysys am 26. Oktober, Intapp am 27. Oktober, Figma am 4. November und Via Transportation am 9. November. Bei Via Transportation erwartet Oppenheimer einen Profitabilitäts-Inflektionspunkt im nächsten Quartal, der das Investoreninteresse erweitern könnte. Bei Agilysys soll die Beschleunigung in die zweite Hälfte des Geschäftsjahres 2027 tragen. Bei Intapp deuten verbessernde Verkaufseffizienz und eine vernünftige Guidance auf ein Upside im ersten Quartal hin. Bei Figma bleibt abzuwarten, ob die starke Ausführung die Premium-Bewertung weiter rechtfertigt, da das Wachstum moderiert.
Kurz erklärt
- SMID: Sammelbegriff für Small- und Mid-Cap-Unternehmen, also Firmen mit kleinerer bis mittlerer Marktkapitalisierung.
- Guidance: Die offizielle Unternehmensprognose zur künftigen Umsatz- und Gewinnentwicklung.
- Kursziel: Der von Analysten erwartete faire Aktienkurs eines Unternehmens innerhalb eines bestimmten Zeitraums.
- Pipeline: Der Bestand an qualifizierten Verkaufschancen, aus denen künftige Aufträge entstehen können.
- Multiplikator: Eine Kennzahl, die den Aktienkurs ins Verhältnis zu einer finanziellen Größe wie dem Umsatz setzt.
