OpenAI stellt KI-Video-App Sora ein – Disney-Deal platzt
ChatGPT-Entwickler OpenAI beendet überraschend seine KI-Video-App Sora und bricht damit auch die geplante Disney-Kooperation ab.

OpenAI zieht den Stecker bei seiner KI-Video-App Sora. Der ChatGPT-Entwickler aus San Francisco gab das Ende der Anwendung bekannt, ohne konkrete Gründe zu nennen. Dabei hatte das Unternehmen die App erst im September vergangenen Jahres in den USA eingeführt – mit großen Ambitionen.
Sora ermöglichte es Nutzern, per einfachem Textbefehl innerhalb von Sekunden täuschend echte Kurzvideos zu generieren. Sogar das eigene Gesicht ließ sich einscannen und in die KI-erzeugten Clips einbinden. Das Konzept ähnelte TikTok, und OpenAI plante, Sora zu einem vollwertigen sozialen Netzwerk auszubauen.
Nach Medienberichten soll die enorme Rechenleistung, die für die Videogenerierung nötig war, erhebliche Kosten verursacht haben. In einem offiziellen Statement erklärte OpenAI lediglich, sich künftig auf andere Geschäftsbereiche konzentrieren zu wollen. Wann genau die App aus den US-App-Stores verschwindet, ist bislang unklar.
Disney-Milliarden-Investment hinfällig
Besonders brisant: Im Dezember hatten OpenAI und Disney eine weitreichende Partnerschaft angekündigt. Der Medienkonzern wollte eine Milliarde Dollar in OpenAI investieren, und Nutzer sollten bekannte Disney-Figuren wie Mickey Mouse, Elsa oder Iron Man in KI-Clips einbinden können. Eine Disney-Sprecherin bestätigte nun, dass mit dem Ende von Sora auch diese Zusammenarbeit gegenstandslos sei.
Die App hat zudem eine gesellschaftliche Debatte ausgelöst: Wer täuschend echte Videos mit minimalem Aufwand erstellen kann, birgt erhebliche Risiken für Desinformation und Deepfakes. Dieser Aspekt dürfte die Regulierungsdiskussion rund um generative KI weiter befeuern.
Milliarden-Finanzierungsrunde kurz vor Abschluss
Trotz des Sora-Aus zeigt sich OpenAI bei der Kapitalaufnahme weiterhin in Bestform. Laut Insidern steht das Unternehmen kurz vor dem Abschluss einer zusätzlichen Finanzierungsrunde über zehn Milliarden US-Dollar. Das bestätigten sowohl Bloomberg als auch Reuters unter Berufung auf informierte Kreise. Die Unternehmensbewertung soll damit auf astronomische 850 Milliarden US-Dollar steigen.
Damit würde sich das Gesamtvolumen der laufenden Finanzierungsrunde auf rund 120 Milliarden Dollar erhöhen. Erst im vergangenen Monat hatte OpenAI mitgeteilt, 110 Milliarden Dollar von Investoren wie Amazon, Nvidia und der SoftBank Group eingeworben zu haben. Das frische Kapital ist dringend nötig, um die massiven Ausgaben für Rechenzentren und hochqualifizierte Fachkräfte zu stemmen.
