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OPEC Plus verschärft Ölproduktionskürzungen

Brasiliens Beitritt und interne Meinungsverschiedenheiten prägen die Strategie der Ölallianz

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OPEC Plus verschärft Ölproduktionskürzungen

Die OPEC Plus hat beschlossen, ihre Ölproduktion ab Januar um eine zusätzliche Million Barrel pro Tag zu reduzieren, um den Ölmarkt zu stabilisieren. Dieser Schritt folgt einer Prognose der Internationalen Energieagentur (IEA), die aufgrund eines erwarteten Überangebots im ersten Halbjahr 2023 vorhergesagt hatte. Als größter Produzent innerhalb des Kartells wird Saudi-Arabien seine freiwilligen Kürzungen von einer Million Barrel pro Tag fortsetzen. Zudem wurde bekannt gegeben, dass Brasilien im Januar der erweiterten Ölallianz beitreten wird.

Die Reaktion des Ölmarktes auf diese Entscheidung war zunächst positiv, da der Preis der Rohölsorte Brent kurzzeitig um etwa 1,5 Prozent stieg. Allerdings schwanden die Gewinne schnell, als herauskam, dass es sich bei den zusätzlichen Kürzungen um freiwillige Maßnahmen einzelner Mitgliedstaaten handelt. Experten wie UBS-Analyst Giovanni Staunovo äußerten Bedenken, dass die tatsächlichen Produktionskürzungen geringer ausfallen könnten als erwartet.

Vor dem Treffen wurde bereits über Kürzungen von 500.000 bis zwei Millionen Barrel pro Tag spekuliert, jedoch gab es keine Informationen über freiwillige Maßnahmen. Die beschlossenen Kürzungen betreffen verschiedene Mitgliedstaaten, darunter Algerien, Kasachstan, Kuwait, Oman, der Irak und Russland, die ihre tägliche Ölproduktion reduzieren werden. Selbst die Vereinigten Arabischen Emirate, die ihre Produktion um 163.000 Barrel pro Tag senken, planen ab 2024 ein höheres Produktionsziel, was effektiv auf eine Erhöhung hinausläuft.

Sowohl die einseitige Kürzung Saudi-Arabiens als auch die freiwilligen Kürzungen anderer Mitgliedstaaten sind für das gesamte erste Quartal geplant, um einem drohenden Überangebot im Ölmarkt entgegenzuwirken. Dieses Überangebot war zuvor von der IEA prognostiziert worden und erfordert, dass die OPEC ihre Förderung um 500.000 Barrel pro Tag senkt.

Der Ölpreis war in den Wochen vor dem OPEC-Treffen aufgrund der IEA-Prognose und schwacher chinesischer Konjunkturdaten gefallen. Ein höheres Ölangebot von Staaten außerhalb der OPEC Plus, wie Guyana, die USA und nun auch Brasilien, hatte ebenfalls dazu beigetragen.

Der Beitritt Brasiliens zur OPEC Plus könnte den Marktanteil der Allianz vergrößern, da die Ölproduktion der Nichtmitgliedstaaten um 1,8 Millionen Barrel pro Tag gestiegen ist. Allerdings betont UBS-Analyst Staunovo, dass Brasilien trotz seiner Mitgliedschaft keine Produktionskürzungen vornehmen muss, was die Auswirkungen auf den Ölmarkt begrenzt.

Die OPEC Plus besteht aus 13 Erdöl exportierenden Ländern, die sich zusammengeschlossen haben, um ihre Einnahmen aus dem Verkauf von Rohöl auf dem Weltmarkt zu sichern. In Zusammenarbeit mit zehn Nichtmitgliedstaaten, darunter Russland, arbeitet die OPEC daran, den Ölmarkt zu beeinflussen. Jedes Mitglied hat eine bestimmte Förderquote, die es einhalten soll, doch einige Mitglieder hatten zuletzt ihre Quoten überschritten, insbesondere Saudi-Arabien, das freiwillig eine Million Barrel pro Tag vom Markt nahm.

Die Meinungsverschiedenheiten innerhalb der OPEC Plus führten zu Verzögerungen und Diskussionen, insbesondere hinsichtlich Russlands Exportkürzungen, die auch Ölprodukte betreffen. Russland versprach, seine Exportkürzungen von 300.000 auf 500.000 Barrel pro Tag auszuweiten, doch die Transparenz dieser Maßnahmen bleibt fraglich. Russland benötigt die Öleinnahmen, um seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine zu finanzieren.

Die aktuellen Differenzen zwischen Saudi-Arabien und Russland sind vorerst in den Hintergrund gerückt, da Russland von höheren Ölpreisen profitieren würde und Saudi-Arabien bei seinen Kürzungen unterstützt. Stattdessen gab es Diskussionen mit Nigeria und Angola, die höhere Produktionsquoten forderten. Diese Länder erhielten jedoch als Kompromiss das Recht auf eine Überprüfung ihrer Produktionskapazität durch externe Berater. Sollte sich herausstellen, dass sie mehr Öl fördern können, könnten ihre Quoten erhöht werden.

Trotz dieser Maßnahmen bleibt die Zukunft des Ölmarktes unsicher, und der Ölpreis bleibt unter Druck. Das nächste OPEC-Treffen ist für den 1. Juni angesetzt, und neue Spannungen könnten sich ergeben, insbesondere in Bezug auf die Produktionsquoten von Nigeria, Angola und dem Kongo.

OPEC+ÖlSaudi Arabien

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