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One Big Beautiful Bill: Wolfe Research erwartet keinen Wirtschaftsboom 2026

Steuersenkungen des OBBB sorgen laut Wolfe Research nur für moderaten Rückenwind – ein echter Boom bleibt aus.

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One Big Beautiful Bill: Wolfe Research erwartet keinen Wirtschaftsboom 2026

Das US-Steuerpaket „One Big Beautiful Bill" (OBBB) stützt die amerikanische Wirtschaft, löst aber keinen breiten Konjunkturboom aus. Zu diesem Schluss kommt Tobin Marcus, Analyst bei Wolfe Research, in einer am Dienstag veröffentlichten Analyse. Seine Einschätzung ist für Anleger weltweit relevant – auch für deutsche Investoren, die US-Aktien und die Entwicklung der amerikanischen Konjunktur im Blick behalten.

Marcus erklärte, dass seine Prognosen vom Januar weitgehend wie erwartet eingetroffen seien. „Die Politik in Washington wird im Jahr 2026 ein Rückenwind für das Wachstum sein, aber das wirtschaftliche Gesamtbild wird gemischt bleiben", schrieb er. Überschneidende Konjunkturquellen würden sich zwar in der Summe bemerkbar machen, einzeln betrachtet jedoch nicht transformativ wirken.

Steuerrückerstattungen fließen vor allem zu Besserverdienenden

Auf der Seite der Privatpersonen bewegen sich die Steuerrückerstattungen nahe der früheren Wolfe-Prognose von 111 Milliarden US-Dollar. Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Rückerstattungen um 47 Milliarden US-Dollar. Ein entscheidender Haken: Ein Großteil der Vorteile kommt laut Marcus Haushalten mit höherem Einkommen zugute, die das Geld weniger wahrscheinlich sofort ausgeben.

Dies bedeutet, dass der Höhepunkt der Auswirkungen auf den Konsum wahrscheinlich bereits überschritten ist. Das verbleibende Kapital werde stattdessen als Puffer gegen potenzielle wirtschaftliche Schocks dienen – etwa gegen einen anhaltenden Anstieg der Energiepreise infolge der Krise zwischen den USA und dem Iran.

Unternehmensinvestitionen bleiben hinter Erwartungen zurück

Auch auf der Unternehmensseite zeichnet Wolfe Research ein nüchternes Bild. Steuerliche Anreize für Unternehmen – darunter die sofortige Abschreibung von Ausrüstungen sowie Forschungs- und Entwicklungsausgaben – werden voraussichtlich keinen gesamtwirtschaftlichen Investitionsboom auslösen. Marcus begründet dies damit, dass KI-bezogene Investitionen bereits kapazitätsbeschränkt seien, während Unternehmen außerhalb des KI-Sektors weiterhin mit politischer Unsicherheit konfrontiert seien.

Für Anleger ist die Markteinschätzung von Wolfe Research besonders aufschlussreich: KI werde das dominierende Marktthema bleiben. Die Marktführung dürfte dabei eng begrenzt bleiben, während die breitere Wirtschaft eher „dahindümpelt". Das deutet darauf hin, dass eine selektive Anlagestrategie mit Fokus auf KI-Werte gegenüber einem breit gestreuten US-Engagement weiterhin vorteilhaft sein könnte.

Insgesamt zeichnet Wolfe Research das Bild einer Wirtschaft, die sich solide, aber unspektakulär entwickelt. „Wir glauben, dass es der Wirtschaft gut gehen wird – aber wir erwarten nicht den echten Wirtschaftsboom, den die Regierung heraufbeschworen hat", fasste Marcus zusammen. Für deutsche Anleger mit US-Engagements bedeutet dies: Die Rahmenbedingungen bleiben stabil, ein euphorischer Aufschwung ist jedoch nicht in Sicht.

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