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Ölpreise steigen nach Drohnenangriff auf saudisches Ölfeld Schaiba

Ein Angriff auf Saudi-Arabiens Ölfeld Schaiba schürt neue Sorgen vor einer Ölverknappung und treibt den Brent-Preis deutlich nach oben.

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Ölpreise steigen nach Drohnenangriff auf saudisches Ölfeld Schaiba

Ein Drohnenangriff auf das saudische Ölfeld Schaiba hat die Sorge vor einer Ölverknappung neu entfacht und die Ölpreise am 22. Oktober deutlich nach oben getrieben. Die Nordseesorte Brent verteuerte sich zeitweise auf 111,48 US-Dollar pro Barrel und lag damit rund zweieinhalb Prozent im Plus. Ein Barrel entspricht 159 Litern.

Die Drohne wurde nach Angaben saudischer Stellen durch die Luftabwehr abgeschossen. Durch herabfallende Trümmerteile kamen allerdings zwei Menschen ums Leben. Das saudische Energieministerium teilte mit, dass der Betrieb auf dem Ölfeld durch den Angriff nicht beeinträchtigt sei. Schließlich verfügt Schaiba über eine Förderkapazität von einer Million Barrel Rohöl pro Tag.

Die jüngste Attacke reiht sich in eine Serie von Angriffen auf Saudi-Arabien ein. Am Flughafen Dammam starb ein Mensch, acht weitere wurden verletzt. Beim Angriff auf den Flughafen Riad wurden zwölf Menschen getötet. Am Flughafen King Chalid kam ein pakistanischer Staatsbürger ums Leben, elf Menschen wurden verletzt. Die USA ordneten als Reaktion den Abzug eines Teils ihres Botschaftspersonals an.

Ölpreis kennt seit Jahresbeginn nur eine Richtung

Für Anleger ist die Kursentwicklung bemerkenswert. Brent hat sich seit Jahresbeginn um mehr als 80 Prozent verteuert. Bereits am 20. Oktober hatte der Preis mit zeitweise 111,05 US-Dollar den höchsten Stand seit Mai erreicht. In den Tagen zuvor war der Preis jedoch noch gefallen: Am 13. Oktober stand Brent bei 104,85 US-Dollar, ein Minus von 1,19 Prozent. Am 12. Oktober notierte die Sorte bei 104,23 US-Dollar, knapp ein Prozent schwächer, und am 9. Oktober bei 102,93 US-Dollar, ein Minus von 1,29 Prozent. Am Donnerstag vor dem jüngsten Sprung lag Brent noch nahe der Marke von 106 US-Dollar. Über drei Handelstage summiert sich inzwischen ein Plus von mehr als sechs Prozent.

Hinter der Entwicklung steht der Krieg zwischen den USA und dem Iran, der die Ölströme aus dem Persischen Golf stört. Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz hatte im Juli eine neue Front im Nahostkonflikt eröffnet und Angriffe auf saudische Energieinfrastruktur und Tanker gestartet. Saudi-Arabien unterstützte Kräfte starteten daraufhin eine Offensive gegen Huthi-Gebiete. Eine zentrale Rolle spielt die Straße von Hormus, die den Persischen Golf mit den Weltmärkten verbindet. Nach Angaben von US-Präsident Donald Trump werden dort 22 Millionen Barrel Öl pro Tag transportiert.

Risiken bleiben nach oben gerichtet

Der US-Energieminister Chris Wright bezifferte die Liefermengen auf etwa 80 Prozent des Vorkriegsniveaus. Die abgeschwächte Versorgung trifft auf eine angespannte Sicherheitslage, was die Preise stützt. "Die Risiken für die Ölpreise sind eindeutig nach oben gerichtet", sagte Hamad Hussain von Capital Economics. Scott Shelton vom Brokerhaus TP ICAP beschrieb die Lage mit den Worten: "Es waren einige schwindelerregende Tage voller Schlagzeilen."

Für Privatanleger bedeutet das vor allem eines: Die Ölpreise reagieren derzeit extrem sensibel auf geopolitische Nachrichten. Ein weiterer Faktor ist der politische Kalender. Trump erklärte: "Wir werden den Iran zu keinem Zeitpunkt vor den Zwischenwahlen am 3. November angreifen." Damit könnte nach dem Urnengang eine erneute Eskalation drohen, was die Preise zusätzlich stützt. Parallel prüft der iranische Außenminister Abbas Araghtschi eine Antwort auf Washington im Rahmen eines Sieben-Tage-Plans.

Neben dem Nahostkonflikt bleibt auch der Krieg zwischen der Ukraine und Russland ein Unsicherheitsfaktor. Trump behauptet eine Energiewaffenruhe zwischen beiden Ländern, während Kiew einen Verstoß Russlands sieht und von einem schwer getroffenen Heizkraftwerk berichtet. Wer in Öl-ETFs oder Energiewerten engagiert ist, sollte die Nachrichtenlage eng verfolgen. Klar ist: Solange die Liefermengen unter dem Vorkriegsniveau liegen und die politischen Risiken hoch bleiben, dürfte die Volatilität an den Rohölmärkten groß bleiben.

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