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Eskalation am Golf: US-Abzug und Houthi-Angriffe treiben Ölpreise hoch

US-Diplomaten verlassen Saudi-Arabien, Houthi-Angriffe eskalieren, Brent-Rohöl steigt auf bis zu 111,88 US-Dollar pro Barrel.

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Eskalation am Golf: US-Abzug und Houthi-Angriffe treiben Ölpreise hoch

Die Sicherheitslage im Nahen Osten hat sich massiv verschärft. Angesichts zunehmender Feindseligkeiten gegen zivile Ziele und kritische Infrastruktur hat das US-Außenministerium die Ausreise von nicht für den Notbetrieb notwendigen Regierungsmitarbeitern und deren Familienangehörigen aus Saudi-Arabien angeordnet. Zudem ist geplant, Familienangehörige von US-Diplomaten aus weiteren Vertretungen in der Golfregion abzuziehen. Washington reagiert damit auf eine Lage, die bereits zu Todesopfern und erheblichen Reisebehinderungen geführt hat.

Die militärischen Auseinandersetzungen zwischen Saudi-Arabien und den vom Iran unterstützten Houthi-Rebellen haben sich drastisch zugespitzt. Die Rebellen haben eine seit 2022 bestehende, von der UNO vermittelte Waffenruhe faktisch beendet. Bei einem Angriff auf den King Fahd International Airport in Dammam kamen mindestens zwei Personen ums Leben, acht weitere wurden verletzt. Der Flugbetrieb wurde inzwischen wieder aufgenommen.

Auch die Energieinfrastruktur gerät zunehmend ins Visier. Das saudische Energieministerium meldete den Tod von zwei Personen bei einem Drohnenangriff auf das Shaybah-Ölfeld von Saudi Aramco. Infolge eines Alarms am Donnerstag evakuierte der Ölkonzern zudem seine Zentrale in Dhahran und wies die Mitarbeiter an, vorerst im Homeoffice zu arbeiten. Der Houthi-Militärsprecher Yahya Saree bekannte sich zu Angriffen auf Einrichtungen in Yanbu sowie auf das Verteidigungsministerium in Riad. Die saudische Koalition bestätigte die Abwehr von Drohnen über Riad und Medina.

Bedrohung für die Schifffahrt wächst

Die geopolitische Lage bleibt hochgradig volatil. Während iranische Medien von unklaren Explosionen im südiranischen Sirik berichteten, betonte Außenminister Abbas Araqchi die Verteidigungsbereitschaft seines Landes. Präsident Masoud Pezeshkian lehnte einen Dialog mit den USA unter den aktuellen Bedingungen ab. Analysten warnen zudem vor einer Ausweitung der Bedrohung für die Schifffahrt: Der Datendienstleister Kpler verzeichnete in den letzten zwei Wochen mindestens 18 Angriffe, wobei der Iran Tanker zunehmend weit über die Straße von Hormus hinaus bis in den Golf von Oman ins Visier nimmt.

Die Auswirkungen auf die globalen Energiemärkte sind deutlich spürbar. Die Ölpreise stiegen auf den höchsten Stand seit Mai. Brent-Rohöl verteuerte sich auf bis zu 111,88 US-Dollar pro Barrel, während WTI-Rohöl um 1 Prozent auf 98,12 US-Dollar zulegte. Die US-Energiebehörde EIA meldete zudem einen Rückgang der Rohölbestände um 3,06 Millionen Barrel.

Um den durch Konflikte verursachten Dieselmangel und die steigenden Preise abzufedern, bietet die Trump-Administration die Freigabe von bis zu einem Drittel der nationalen Notfallreserven für Heizöl an. Der saudische Leitindex TASI reagierte mit einem Rückgang von 2,5 Prozent.

Diplomatische Signale aus St. Petersburg

Parallel zu den militärischen Entwicklungen gibt es diplomatische Bewegungen. Der russische Präsident Wladimir Putin empfing den US-Sondergesandten Steve Witkoff in St. Petersburg. Der Kreml teilte mit, dass Putin einer Wiederaufnahme der Friedensgespräche mit der Ukraine ab dem nächsten Monat zugestimmt habe. Auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj unterstützt dieses Vorhaben.

Für deutsche Anleger sind die Entwicklungen am Golf von erheblicher Bedeutung. Die Region zählt zu den wichtigsten Öl- und Gaslieferanten der Welt, und Störungen der Schifffahrtswege können sich unmittelbar auf die Energiepreise in Europa auswirken. Bereits jetzt zeigt sich, wie schnell geopolitische Spannungen an den Rohstoffmärkten durchschlagen. Die Kombination aus militärischer Eskalation, unsicherer Schifffahrtslage und angespannten Lagerbeständen dürfte die Volatilität an den Energiemärkten in den kommenden Wochen weiter erhöhen. Anleger sollten die Lage daher aufmerksam verfolgen und ihre Portfolios entsprechend absichern.

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