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Ölpreis steuert auf längsten Verluststreak seit über 12 Monaten zu

Brent-Rohöl fällt sechsten Tag in Folge – längste Abwärtsserie seit August 2023.

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Ölpreis steuert auf längsten Verluststreak seit über 12 Monaten zu

Die Ölpreise stehen vor ihrer längsten Abwärtsserie seit Beginn des Konflikts im Nahen Osten. Brent-Rohöl fiel am Mittwoch im asiatischen Nachmittagshandel um 0,8 Prozent auf 98,43 US-Dollar pro Barrel. Damit steuert der Ölbenchmark auf einen sechsten aufeinanderfolgenden Rückgangstag zu – die längste Serie täglicher Verluste seit August letzten Jahres.

Auch die US-Ölpreise geraten unter Druck. Sie fielen unter die Marke von 90 US-Dollar pro Barrel, nachdem sie in den vergangenen fünf Tagen mehr als 10 Prozent verloren hatten. Die Abwärtsbewegung beschleunigte sich am Dienstag, als Saudi-Arabien signalisierte, dass es sich darauf vorbereite, seine wichtige Ost-West-Pipeline wieder in Betrieb zu nehmen. Damit könnte das Königreich die Rohölexporte von seiner Rotmeerküste fortsetzen und zusätzliches Angebot auf den Markt bringen.

Hintergrund der Preisbewegungen

Die aktuellen Rückgänge fallen in eine Phase geopolitischer Annäherung. Die USA und Iran führten ihre ersten Gespräche seit Juni, was die Hoffnung auf eine mögliche Entspannung im Nahen Osten nährt. Gleichzeitig bereitet Chinas Präsident einen Besuch in Washington vor. Beide Entwicklungen könnten auf eine Reduzierung der geopolitischen Risikoprämie hindeuten, die zuvor in den Ölpreisen eingepreist war.

Die nachlassenden Ölpreise haben positive Auswirkungen auf die US-Aktienmärkte. Diese erreichten in dieser Woche neue Höchststände. Der Nasdaq 100 wurde am Dienstag auf ein neues Rekordhoch getrieben, angetrieben von Optimismus im Zusammenhang mit KI-Entwicklungen. Niedrigere Energiekosten entlasten Unternehmen und Verbraucher gleichermaßen und stützen die allgemeine Marktstimmung.

Ausblick für den Ölmarkt

Für deutsche Anleger ist die Entwicklung von besonderem Interesse. Als rohstoffarme Industrienation ist Deutschland stark von Ölimporten abhängig. Sinkende Rohölpreise bedeuten niedrigere Energiekosten für die Industrie und könnten die Inflation dämpfen. Allerdings bleibt die Lage fragil: Die Gespräche zwischen den USA und Iran sowie der geplante Besuch von Xi Jinping in Washington sind noch nicht abgeschlossen.

Sollte Brent-Rohöl tatsächlich den sechsten Tag in Folge fallen, wäre dies die längste Verlustserie seit mehr als zwölf Monaten. Die Marktteilnehmer beobachten genau, ob sich der Abwärtstrend fortsetzt oder ob eine Gegenbewegung einsetzt. Entscheidend werden die weiteren Signale aus Saudi-Arabien sowie der Verlauf der diplomatischen Gespräche sein.

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