Nvidia peilt Billion-Dollar-Umsatz an – Aktie bleibt träge
Trotz gigantischer Umsatzprognosen für 2027 reagieren Anleger verhalten auf Nvidias Ankündigungen bei der GTC-Konferenz.

Nvidia hat auf seiner dieswöchigen GTC-Konferenz eine spektakuläre Umsatzprognose präsentiert: Allein zwei Chipfamilien sollen bis 2027 zusammen mehr als eine Billion US-Dollar einspielen. CEO Jensen Huang betonte dabei, dass dieser Wert lediglich eine Untergrenze darstellt – neueste Produkte wie der auf der Konferenz vorgestellte Groq-Chip für KI-Inferenz-Anwendungen sind darin noch nicht einmal berücksichtigt.
Die Wall Street hatte zwar bereits hohe Erwartungen an den Chip-Riesen, doch die Billionen-Prognose übertrifft selbst diese. Laut Konsensschätzungen von Visible Alpha hatten Analysten für den entsprechenden Zeitraum im Datencenter-Segment lediglich rund 965 Milliarden US-Dollar erwartet. Nvidia setzt damit eine klare Messlatte für die kommenden Jahre.
Aktie trotz Rekordzahlen unter Druck
Die Reaktion der Anleger fällt dennoch gedämpft aus. Die Nvidia-Aktie hat sich in den zwei Tagen seit Konferenzbeginn kaum bewegt und setzt damit eine schwächere Phase fort: Seit Jahresbeginn verlor das Papier mehr als zwei Prozent an Wert. Das ist bemerkenswert für das wertvollste Unternehmen der Welt, das gleichzeitig steil steigende Ergebnisse und Prognosen vorweist.
Besonders auffällig ist die aktuelle Bewertung: Nvidia weist laut FactSet-Daten erstmals seit über einem Jahrzehnt ein Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der Gewinnprognosen auf, das unter dem Durchschnitt des S&P 500 liegt. Für ein Wachstumsunternehmen dieser Größenordnung ist das eine ungewöhnliche Situation.
Unter Investoren wächst die Skepsis hinsichtlich der Nachhaltigkeit der massiven KI-Ausgaben der großen Technologiekonzerne. Die Frage, ob die enormen Investitionen in KI-Infrastruktur langfristig rentabel sind, beschäftigt zunehmend institutionelle und private Anleger gleichermaßen. Für deutsche Privatanleger bedeutet das: Nvidia bleibt fundamental stark, doch das Chance-Risiko-Verhältnis bei der Aktie wird differenzierter bewertet als noch vor einem Jahr.
