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Nvidia: Motley Fool sieht KI-Aktie im Oktober stark unterbewertet

Der US-Analysedienst kürt den Chipriesen zur besten KI-Aktie des Monats – trotz Rekordkurs und enormer Marktkapitalisierung.

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Nvidia: Motley Fool sieht KI-Aktie im Oktober stark unterbewertet

Mit dem Beginn des Oktobers rückt bei vielen Anlegern die Frage in den Mittelpunkt, welche KI-Aktie sich derzeit für einen Einstieg eignet. Der US-Analysedienst The Motley Fool hat dazu eine klare Antwort gegeben: Seine Wahl für den Monat Oktober fällt auf Nvidia (NVDA). Begründet wird die Entscheidung damit, dass das Unternehmen trotz seiner Größe und seines Rufs als teure Aktie aktuell unterbewertet sei.

Nvidia ist das größte Unternehmen der Welt. Der Autor des Beitrags betont, dass es sich bei seiner Wahl keineswegs um eine revolutionäre oder neue Idee handelt – im Gegenteil. Gerade weil der Markt den Titel gut kennt, überrascht die Einschätzung, dass die Bewertung derzeit nicht das widerspiegelt, was das Unternehmen nach eigener Prognose in den kommenden Jahren liefern will. Der Analyst bezeichnet Nvidia als die mit Abstand beste KI-Aktie, die aktuell zu kaufen sei, und sieht in ihr sogar eine der besten Anlagen im gesamten Markt.

Die Details

Im Zentrum der Argumentation steht die kommende Chip-Generation von Nvidia. Die GPUs des Konzerns gelten seit Beginn des Wettlaufs um künstliche Intelligenz als führende Rechenoption und fungieren als universelle Recheneinheit, an der nahezu jedes Produkt gemessen wird. Mit der neuen Rubin-Generation will Nvidia fortschrittlichere Fähigkeiten bieten als frühere Generationen. Diese Recheneinheiten werden zunehmend verfügbar, und Nvidia wird dafür einen höheren Preis verlangen. Daraus ergibt sich nach Einschätzung des Analysten ein eingebauter Umsatztreiber, der kurz vor dem Start steht.

Besonders konkret wird die Erwartung an das Wachstum. Während der Telefonkonferenz zum zweiten Quartal offenbarte das Management von Nvidia, dass es für das Geschäftsjahr 2028 eine Wachstumsrate von 70 Prozent erwartet. Dieses Geschäftsjahr endet im Januar 2028 und umfasst damit nahezu das gesamte Kalenderjahr 2027. Der Analyst weist darauf hin, dass Nvidia die internen Erwartungen in den vergangenen drei Jahren im Wesentlichen jedes Quartal übertroffen hat. Wenn das Management von 70 Prozent Wachstum spreche, sei daher damit zu rechnen, dass die tatsächliche Rate deutlich höher ausfallen könnte.

Der zweite zentrale Punkt ist die Bewertung. Aktuell notiert Nvidia bei einem Faktor von 24,6 zum Forward-Gewinn. Historisch ist das für das Unternehmen ein niedriger Wert, da es zu dieser Jahreszeit typischerweise mit dem Vierzigfachen oder mehr des Forward-Gewinns gehandelt wird. Zum Vergleich: Der S&P 500 wird mit etwa dem Zwanzigfachen des Forward-Gewinns gehandelt. Nvidia ist damit im Vergleich zum breiteren Markt teurer – ein Aufschlag, den der Analyst als verdient bezeichnet, weil das Unternehmen deutlich schneller wächst als der Markt, der üblicherweise mit etwa 10 Prozent pro Jahr zulegt.

Entscheidend ist für den Autor jedoch die Bewertung mit Blick auf das kommende Jahr. Fließt die erwartete Wachstumsrate von 70 Prozent in die Berechnung ein, wird Nvidia mit lediglich dem 14,6-Fachen des Gewinns des nächsten Jahres gehandelt. Damit wirkt die Aktie nach Einschätzung des Analysten aktuell wie ein absolutes Schnäppchen. Sollte Nvidia die Analystenerwartungen erfüllen und bis zum Ende des nächsten Geschäftsjahrs auf das Dreißigfache des historischen Gewinns steigen, würde sich der Kurs mehr als verdoppeln. Alles, was das Unternehmen dafür tun müsse, sei, die Erwartungen zu erfüllen.

Hintergrund: Was bisher geschah

Die aktuelle Einschätzung reiht sich in eine Serie ähnlicher Bewertungen von aktien.news ein. Bereits am 21.09.2026 berichtete aktien.news unter dem Titel „3 Gründe, Nvidia im Herbst zu kaufen“, dass gleich drei gewichtige Gründe für einen Einstieg bei dem Chipriesen sprechen. Angeführt wurde die Liste von einer Bewertung, die trotz der jüngsten Kursgewinne alles andere als überteuert erscheine. Damals notierte die Nvidia-Aktie lediglich zum 14-fachen des bereinigten Gewinns für das kommende Geschäftsjahr – ein für ein Unternehmen, das den Gesamtmarkt bereits deutlich geschlagen hatte, bemerkenswert moderates Niveau.

Schon am 31.05.2026 hieß es bei aktien.news, Nvidia sei die beste KI-Aktie zum Kaufen und Halten. Damals wurde betont, dass das Unternehmen seit dem Beginn des KI-Ausbaus im Jahr 2023 die Führungsposition in der Branche einnimmt und sich daran bis heute nichts geändert habe. Fast das gesamte Geschäft von Nvidia stammt demnach aus KI-bezogenen Quellen, und die Nachfrage nach KI-Infrastruktur zeigte keinerlei Abschwächungstendenzen.

Am 31.07.2026 berichtete aktien.news über vier KI-Aktien, die als perfekte Kaufkandidaten galten. Nvidia wurde darin als möglicherweise ungewöhnliche Wahl bezeichnet – schließlich handele es sich um das größte Unternehmen. Am 08.08.2026 folgte ein Bericht, wonach die Nvidia-Aktie bei 223,96 US-Dollar notierte und damit nur 5,3 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 236,54 Dollar lag. Die Marktkapitalisierung belief sich damals auf 5,3 Billionen US-Dollar. Seit Jahresbeginn hatte die Aktie um 18,0 Prozent zugelegt, im Jahresvergleich um 22,6 Prozent. Die Bank of America sah die Aktie trotz dieser Performance als historisch günstig an und stützte sich dabei auf ein für das Kalenderjahr 2027 erwartetes Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 16 sowie eine PEG-Ratio von 0,3.

Was das für Anleger bedeutet

Für deutsche Privatanleger ist die Einschätzung vor allem deshalb relevant, weil sie eine Bewertungslogik offenlegt, die sich nicht auf den ersten Blick erschließt. Nvidia gilt vielen als teure Aktie, doch der Analyst argumentiert, dass diese Wahrnehmung auf einem Vergleich mit der Vergangenheit beruht und nicht auf dem, was das Unternehmen für das kommende Geschäftsjahr in Aussicht stellt. Die Differenz zwischen dem aktuellen Bewertungsniveau und der erwarteten Wachstumsrate ist aus seiner Sicht der Kern der Investitionsmöglichkeit.

Zugleich macht der Beitrag deutlich, dass die gesamte Argumentation auf der Erfüllung der Unternehmensprognose aufbaut. Der Analyst verweist ausdrücklich darauf, dass Nvidia in der Vergangenheit die eigenen Erwartungen regelmäßig übertroffen hat – er leitet daraus aber keine Garantie ab, sondern eine Erwartung. Anleger sollten beachten, dass die genannten Szenarien auf Annahmen beruhen, die das Unternehmen selbst formuliert hat. Eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung lässt sich daraus nicht ableiten.

Bemerkenswert ist auch der Kontext: Der Markt kalkuliert nach Einschätzung des Analysten derzeit für das Jahr 2027 fast kein Wachstum in der Nvidia-Aktie ein. Diese Preisdiskrepanz bezeichnet er als enorme Investitionsmöglichkeit. Ob sich diese Einschätzung bestätigt, hängt maßgeblich davon ab, wie sich die Nachfrage nach KI-Recheneinheiten und die Verfügbarkeit der neuen Rubin-Generation entwickeln.

Ausblick

Die zentralen Termine stehen im Quelltext klar benannt: Das Geschäftsjahr 2028 von Nvidia endet im Januar 2028 und umfasst nahezu das gesamte Kalenderjahr 2027. Für diesen Zeitraum erwartet das Management eine Wachstumsrate von 70 Prozent. Der Analyst geht davon aus, dass die tatsächliche Rate deutlich höher ausfallen könnte, weil das Unternehmen die internen Erwartungen in den vergangenen drei Jahren im Wesentlichen jedes Quartal übertroffen hat. Sollte Nvidia die Analystenerwartungen erfüllen und bis zum Ende des nächsten Geschäftsjahrs auf das Dreißigfache des historischen Gewinns steigen, würde sich der Kurs nach seiner Rechnung mehr als verdoppeln.

Kurz erklärt

  • Forward-Gewinn: Kennzahl, die den Aktienkurs ins Verhältnis zum erwarteten künftigen Gewinn je Aktie setzt.
  • GPU: Grafikeinheit, die in der KI-Branche als zentrale Recheneinheit für das Training und den Betrieb von Modellen dient.
  • PEG-Ratio: Verhältnis aus Kurs-Gewinn-Verhältnis und erwarteter Wachstumsrate, das Bewertung und Wachstum zusammen betrachtet.
  • S&P 500: Breiter US-Aktienindex, der als Vergleichsmaßstab für die Bewertung einzelner Unternehmen herangezogen wird.
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