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Marvell hebt Umsatzprognose auf 18 Milliarden Dollar an

Der Chiphersteller setzt auf kundenspezifische KI-Chips und einen milliardenschweren Google-Deal.

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Marvell hebt Umsatzprognose auf 18 Milliarden Dollar an

Der US-amerikanische Halbleiterhersteller Marvell Technology hat seine Umsatzprognose für das Geschäftsjahr 2028 deutlich angehoben. Das Unternehmen erwartet nun Erlöse in Höhe von 18 Milliarden US-Dollar. Treiber dieser optimistischen Erwartung ist das Geschäft mit kundenspezifischen KI-Chips, den sogenannten Custom-AI-Silicon-Lösungen, deren Verkäufe sich nach Unternehmensangaben mehr als verdoppeln sollen.

Im Mittelpunkt der neuen Wachstumsstory steht ein im Juli unterzeichneter Vertrag mit Google. Diese Vereinbarung könnte über einen Zeitraum von sechs Jahren kumulierte Einnahmen von bis zu 120 Milliarden US-Dollar generieren. Für Marvell, das bislang vor allem als Zulieferer für Netzwerk- und Speicherlösungen bekannt war, wäre dies ein erheblicher Sprung im Geschäft mit maßgeschneiderten Chips für Rechenzentren.

Die Nachricht ist für Anleger deshalb bedeutsam, weil sie Marvells Position im hart umkämpften Markt für KI-Beschleuniger verändert. Während Nvidia das Geschäft mit Standard-Grafikprozessoren dominiert, setzen große Cloud-Anbieter zunehmend auf eigene, speziell entwickelte Chips. Marvell profitiert von diesem Trend, indem es solche kundenspezifischen Lösungen für Hyperscaler entwickelt und fertigt.

Margen im Blick

Neben dem Umsatzwachstum hat Marvell auch die Profitabilität im Fokus. Das Unternehmen plant, das laufende Geschäftsjahr mit einer operativen Marge von 38 bis 40 Prozent abzuschließen. Diese Zielsetzung ist bemerkenswert, da die Ausgaben dem Unternehmen zufolge nur etwa halb so schnell steigen wie der Umsatz. Diese Schere zwischen Kosten- und Erlösentwicklung gilt als wichtiger Hebel für die künftige Gewinnentwicklung.

Für deutsche Privatanleger ist die Entwicklung insofern relevant, als Marvell zu den Unternehmen gehört, die vom weltweit wachsenden Investitionsbedarf in KI-Infrastruktur profitieren. Rechenzentren werden weltweit ausgebaut, und die Nachfrage nach spezialisierten Chips steigt. Marvell positioniert sich mit seinem Custom-AI-Ansatz in einem Segment, das weniger von Standardprodukten, sondern von langfristigen Partnerschaften mit großen Technologiekonzernen geprägt ist.

Der Google-Vertrag mit seinem potenziellen Volumen von 120 Milliarden US-Dollar über sechs Jahre unterstreicht die strategische Bedeutung solcher Kooperationen. Sollte sich die Prognose bewahrheiten, könnte sich das Geschäftsprofil von Marvell nachhaltig wandeln – weg von einem klassischen Halbleiterzulieferer hin zu einem zentralen Partner der Hyperscaler bei der Entwicklung eigener KI-Chips.

Ob die ambitionierten Ziele erreicht werden, hängt maßgeblich davon ab, wie schnell die Cloud-Anbieter ihre eigenen Chip-Programme ausweiten und wie zuverlässig Marvell liefern kann. Die angehobene Prognose und der Google-Deal liefern jedoch klare Signale, dass das Unternehmen diesen Weg konsequent weiterverfolgen will.

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