Vergessen Sie Megacaps: Zwei unterbewertete KI-Aktien mit Kurspotenzial
Innodata und BigBear.ai melden konkrete Fortschritte, doch die Kurse spiegeln die positiven Entwicklungen bislang kaum wider.

Während sich die Aufmerksamkeit der Anleger weiterhin auf die großen KI-Megacaps konzentriert, rücken zwei kleinere Unternehmen in den Fokus, die zuletzt konkrete, unternehmensseitig bestätigte Fortschritte vorgelegt haben. Die Rede ist von Innodata und BigBear.ai. Beide Gesellschaften haben nach Einschätzung von The Motley Fool operative Meilensteine erreicht, die an der Börse bislang jedoch nur unzureichend eingepreist sind. Die Aktienkurse liegen brach und spiegeln die jüngsten positiven Entwicklungen nicht wider.
Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, ob die beiden Titel noch erhebliches Aufwärtspotenzial bergen. Denn während die Bewertungen der großen KI-Konzerne bereits hohe Erwartungen vorwegnehmen, notieren Innodata und BigBear.ai deutlich zurückhaltender. Genau diese Diskrepanz zwischen operativem Fortschritt und Kursentwicklung macht die beiden Unternehmen für Anleger interessant, die nach unterbewerteten Chancen im KI-Umfeld suchen.
Innodata vollzieht den Wandel zur Softwareplattform
Bei Innodata hat sich das Geschäftsmodell zuletzt grundlegend verändert. Das Unternehmen wandelt sich von einem Anbieter von Datenbeschriftungsdienstleistungen hin zu einer Softwareplattform. Dieser strategische Schritt ist deshalb bedeutsam, weil Softwareplattformen in der Regel skalierbarer und margenstärker sind als reine Dienstleistungen. Hinzu kommt: Innodata hat kürzlich quartalsweise Rekordergebnisse gemeldet. Der Konzern konnte also nicht nur strategisch umbauen, sondern gleichzeitig operative Bestwerte vorlegen.
Für deutsche Anleger ist dieser Wandel insofern relevant, als Datenbeschriftung – also das Aufbereiten und Kennzeichnen von Daten für KI-Modelle – lange als wenig attraktives Geschäft galt. Gelingt der Sprung zur Plattform, könnte sich die Bewertung des Unternehmens nachhaltig verändern. Die Profitabilität war bei Innodata allerdings ein Problem, wie The Motley Fool anmerkt. Genau dieser Punkt dürfte erklären, warum der Markt die jüngsten Fortschritte noch nicht vollständig honoriert hat.
BigBear.ai sichert sich Großauftrag der US-Luftwaffe
Auch bei BigBear.ai gab es einen bedeutenden Fortschritt. Das Unternehmen hat in diesem Jahr einen zehnjährigen Vertrag mit der US-Luftwaffe im Wert von bis zu 900 Millionen US-Dollar gesichert. Ein Auftrag dieser Größenordnung und Laufzeit verleiht dem Geschäft eine deutlich höhere Planbarkeit und unterstreicht die Relevanz der KI-Lösungen des Unternehmens im Verteidigungssektor.
Trotz dieses Zuschlags notiert die Aktie nach Einschätzung der Quelle weiterhin auf einem Niveau, das die jüngsten positiven Entwicklungen nicht widerspiegelt. Wie bei Innodata war auch bei BigBear.ai die Profitabilität bislang ein Problem. Beide Unternehmen eint somit ein ähnliches Muster: operative Fortschritte auf der einen Seite, eine verhaltene Kursentwicklung auf der anderen.
Für Anleger bedeutet das eine Abwägung. Einerseits bieten die niedrigen Bewertungen die Chance auf überproportionale Kursgewinne, sollten sich die positiven Entwicklungen fortsetzen. Andererseits bleibt die fehlende Profitabilität ein Risikofaktor, der die Titel anfällig für Rückschläge macht. Wer in kleinere KI-Werte investiert, sollte daher sowohl die Chancen als auch die Unsicherheiten genau abwägen.
Fest steht: Abseits der bekannten Megacaps gibt es im KI-Sektor Unternehmen, deren operative Nachrichten und deren Kursentwicklung auseinanderlaufen. Innodata und BigBear.ai sind zwei Beispiele dafür – mit konkreten, bestätigten Fortschritten, aber bislang zurückhaltender Bewertung an der Börse.
