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Nvidia-Chips auf Chinas Schwarzmarkt: Preise mehr als verdoppelt

US-Strafverfolgung treibt Schwarzmarktpreise für sanktionierte KI-Chips in China massiv in die Höhe.

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Nvidia-Chips auf Chinas Schwarzmarkt: Preise mehr als verdoppelt

Die Preise für sanktionierte KI-Chips von Nvidia haben sich auf dem chinesischen Schwarzmarkt innerhalb von nur sechs Monaten mehr als verdoppelt. Grund dafür sind verschärfte US-Strafverfolgungsmaßnahmen, die illegale Exportkanäle zunehmend einschränken. Das berichtete die Financial Times am Mittwoch unter Berufung auf mehrere chinesische Chip-Händler.

Besonders drastisch ist der Preisanstieg beim Nvidia DGX B300-Server: Laut FT-Interviews mit Händlern kletterte der Schwarzmarktpreis von 4 Millionen Yuan auf mehr als 8 Millionen Yuan – umgerechnet rund 1,1 Millionen US-Dollar. In den USA wird das System, das acht Blackwell-Grafikprozessoren enthält, regulär für etwa 400.000 US-Dollar angeboten. Auf dem chinesischen Schwarzmarkt zahlen Käufer damit mehr als das Doppelte des offiziellen amerikanischen Listenpreises.

Auch der Workstation-Chip RTX 6000 Pro, der von Start-ups für den Betrieb großer Sprachmodelle eingesetzt wird, hat sich erheblich verteuert. Sein Preis stieg laut FT von rund 50.000 Yuan zu Jahresbeginn auf bis zu 130.000 Yuan – ein Anstieg von 160 Prozent in wenigen Monaten. Beide Chips, sowohl der RTX 6000 Pro als auch der DGX B300, unterliegen den US-amerikanischen Exportkontrollen und dürfen offiziell nicht nach China geliefert werden.

Rekordfall: Milliarden-Schmuggel mit Nvidia-Servern

Der Hintergrund dieser Entwicklung ist eine deutlich aggressivere Haltung der US-Behörden gegenüber illegalen KI-Chip-Exporten. Im März wurde ein Mitbegründer des Serverunternehmens Supermicro zusammen mit einem in Taiwan ansässigen Mitarbeiter und einem Auftragnehmer angeklagt. Der Vorwurf: Schmuggel von Nvidia-KI-Servern im Wert von 2,5 Milliarden US-Dollar an chinesische Kunden. Es handelt sich dabei um den bislang größten Fall, den US-Strafverfolgungsbehörden im Zusammenhang mit KI-Chipexporten verfolgt haben.

Die US-Exportkontrollen für Halbleiter und KI-Chips gegenüber China wurden in den vergangenen Jahren schrittweise verschärft. Washington begründet diese Maßnahmen mit nationalen Sicherheitsinteressen und dem Ziel, Chinas Fähigkeiten im Bereich künstlicher Intelligenz und militärischer Technologie einzuschränken. Nvidia, als weltweiter Marktführer bei KI-Beschleunigern, ist dabei besonders stark betroffen.

Für chinesische Unternehmen und Start-ups, die auf leistungsstarke KI-Hardware angewiesen sind, bedeuten die steigenden Schwarzmarktpreise eine erhebliche finanzielle Belastung. Gleichzeitig zeigt die Preisentwicklung, wie groß die Nachfrage nach westlicher KI-Technologie in China trotz aller Beschränkungen weiterhin ist. Die Verdopplung der Preise innerhalb von nur sechs Monaten verdeutlicht, wie wirksam die US-Maßnahmen die illegalen Lieferketten zumindest teilweise stören konnten.

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