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Neuer Heineken-Chef Oliveira fordert stärkere Leistungskultur für Wachstum

Rafael Oliveira verlangt mehr Verantwortungsbewusstsein im gesamten Unternehmen, nachdem Heineken im dritten Quartal starke Zahlen vorlegte.

• 3 Min
Neuer Heineken-Chef Oliveira fordert stärkere Leistungskultur für Wachstum

Der neue Vorstandsvorsitzende von Heineken, Rafael Oliveira, hat am Mittwoch erklärt, der niederländische Brauer benötige mehr Verantwortungsbewusstsein im gesamten Geschäft und eine stärkere Leistungskultur, um ein konsistentes Wachstum voranzutreiben. Es ist seine erste öffentliche Erklärung seit seinem Amtsantritt bei dem zweitgrößten Brauer der Welt in diesem Monat. Oliveira folgte auf Dolf van den Brink, der im Januar überraschend zurücktrat – nur wenige Monate, nachdem er eine überarbeitete Strategie und neue Ziele vorgestellt hatte. Dieser abrupte Führungswechsel hatte bei Anlegern Unsicherheit über die künftige Ausrichtung des Unternehmens geschürt.

Zugleich konnte Heineken am Mittwoch solide Quartalszahlen vorlegen. Der Hersteller von Marken wie Tiger und Sol sowie seines namensgebenden Lagers meldete für das dritte Quartal einen Anstieg von mehr als 4 Prozent sowohl beim Umsatz als auch bei den Absatzmengen. Damit übertraf das Unternehmen die Prognosen der Analysten deutlich. Die Analysten hatten für den Brauer ein organisches Volumenwachstum von 2,9 Prozent und ein Umsatzwachstum von 3,5 Prozent erwartet.

Wachstum nicht immer gesichert

Trotz der guten Zahlen sieht Oliveira Luft nach oben. Der CEO erklärte, das Unternehmen sichere nicht immer Wachstum oder gewinne Kunden, wenn dies eigentlich hätte geschehen sollen. „Es gibt noch viel zu tun, um die Umsetzung zu schärfen, das Tempo zu erhöhen und eine stärkere Leistungskultur mit größerer Verantwortungsbereitschaft im gesamten Unternehmen aufzubauen“, sagte er in einer Erklärung. Seine ersten Eindrücke bei Heineken seien insgesamt jedoch positiv gewesen, fügte Oliveira hinzu.

Der Manager kündigte an, im Februar bei der Veröffentlichung der Jahresergebnisse weitere Details zu seiner strategischen Ausrichtung für Heineken bekannt zu geben. Bis dahin dürften Analysten und Investoren genau beobachten, ob der neue CEO an der bisherigen Strategie festhält oder eigene Akzente setzt. Der überraschende Abgang seines Vorgängers van den Brink hatte die Frage aufgeworfen, wie stabil der eingeschlagene Kurs des Konzerns tatsächlich ist.

Das starke Wachstum im dritten Quartal führte das Unternehmen auf seine wichtigsten globalen Marken sowie auf andere strategische Prioritäten zurück. Dazu zählen nach Angaben des Brauers alkoholarme oder alkoholfreie Biere sowie Premium-Labels. Diese Segmente gewinnen im internationalen Biermarkt zunehmend an Bedeutung, da sich das Konsumverhalten der Verbraucher verändert und der Trend zu bewussterem Trinken anhält.

Für deutsche Anleger ist die Entwicklung bei Heineken auch deshalb relevant, weil der Konzern zu den größten Brauereigruppen der Welt gehört und an mehreren europäischen Börsen gehandelt wird. Die Aktie des niederländischen Unternehmens gilt als Schwergewicht im europäischen Konsumgütersektor. Ein klarer strategischer Kurs unter dem neuen CEO könnte die Bewertung stützen, während anhaltende Unsicherheit über die Ausrichtung den Kurs belasten könnte.

Die Kombination aus überzeugenden Quartalszahlen und der selbstkritischen Einschätzung des neuen Chefs zeichnet ein zwiespältiges Bild. Einerseits wächst Heineken schneller als vom Markt erwartet, andererseits sieht die Unternehmensführung offenbar internen Nachholbedarf bei Umsetzung und Tempo. Oliveira positioniert sich damit früh als Manager, der nicht nur auf Zahlen, sondern auch auf die operative Kultur des Konzerns schaut.

Ob sich diese Haltung in konkreten Maßnahmen niederschlägt, dürfte sich im Februar zeigen, wenn Heineken seine Jahresergebnisse vorlegt und der CEO seine Pläne im Detail erläutert. Bis dahin bleibt die zentrale Frage, ob der Brauer das starke Momentum des dritten Quartals in dauerhaftes Wachstum überführen kann. Der Druck auf den neuen Vorstandsvorsitzenden, Ergebnisse zu liefern, ist nach seinen eigenen Worten hoch.

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