Musks Grok-Chatbot erobert US-Markt trotz Kontroverse um KI-Bilder
Der KI-Assistent steigert Marktanteil auf 17,8 Prozent und liegt damit vor etablierter Konkurrenz

Elon Musks KI-Chatbot Grok verzeichnet in den USA einen bemerkenswerten Aufstieg. Der Marktanteil des Tools kletterte im vergangenen Monat auf 17,8 Prozent, nachdem er im Dezember noch bei 14 Prozent und im Januar 2025 lediglich bei 1,9 Prozent lag. Dies geht aus aktuellen Daten des Marktforschungsunternehmens Apptopia hervor.
Damit sicherte sich Grok den dritten Platz unter den meistgenutzten Chatbots in den Vereinigten Staaten. Marktführer ChatGPT von OpenAI büßte allerdings deutlich ein: Der Anteil sank von 80,9 Prozent im Januar 2024 auf 52,9 Prozent im vergangenen Monat. Google Gemini legte hingegen zu und verbesserte sich von 17,3 auf 29,4 Prozent.
Der Erfolg kommt für xAI, Musks defizitäres KI-Startup, zur rechten Zeit. Das vor etwa drei Jahren gegründete Unternehmen investiert massiv in die Infrastruktur, um im Silicon-Valley-Wettbewerb mithalten zu können. Die Integration von Grok in Musks Social-Media-Plattform X erweist sich dabei als entscheidender Wachstumstreiber.
Strategische Bündelung mit Premium-Abonnements
Nate Elliott, Chefanalyst bei Emarketer, sieht in der Cross-Promotion mit X den Hauptgrund für Groks Erfolg. Das Tool ist prominent in der Navigationsleiste platziert und wird mit verschiedenen kostenpflichtigen Premium-Abonnements von X gebündelt. Diese enge Verzahnung verschafft Grok einen erheblichen Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz.
Die positive Entwicklung steht jedoch im Schatten einer Kontroverse. Grok geriet weltweit in die Kritik, nachdem Nutzer das Tool zur Erstellung nicht einvernehmlicher sexualisierter Bilder von Frauen und Minderjährigen missbrauchten. Trotz angekündigter Beschränkungen durch X produziert der Chatbot solche Inhalte weiterhin auf Anfrage, wie Reuters Anfang Februar feststellte.
Konsolidierung vor geplantem SpaceX-Börsengang
Die Entwicklung erfolgt vor dem Hintergrund bedeutender Unternehmenstransaktionen. Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX erwarb Anfang Februar xAI, um das Unternehmensimperium zu konsolidieren. Die Transaktion bewertete SpaceX mit einer Billion Dollar und xAI mit 250 Milliarden Dollar. Die Übernahme soll auch Musks Pläne unterstützen, KI-Rechenzentren im Weltraum zu etablieren.
Dennoch zeigen sich Risse in der Unternehmensstruktur. Nach dem Abgang mehrerer Mitgründer in jüngster Zeit verbleiben xAI nur noch sechs der ursprünglich zwölf Gründer. Musk reagierte am Mittwoch mit einer Umstrukturierung des Managements. Trotz dieser Herausforderungen betonte eine Führungskraft von xAI das starke Wachstum: In den letzten 30 Tagen habe man sechs Milliarden Bilder generiert – das Sechsfache von Googles Bildgenerierungstool.
X und xAI äußerten sich auf Anfragen von Reuters nicht zu den aktuellen Entwicklungen. Die kommenden Monate werden zeigen, ob Grok seinen Aufwärtstrend fortsetzen und gleichzeitig die Kontroversen um die Bildgenerierung bewältigen kann.
