Chiles Kupferproduktion bricht im Juli um 9,4 Prozent ein
Schwere Stürme legen Bergbau lahm – Produktion fällt auf 403.424 Tonnen.

Die Kupferproduktion in Chile, dem weltweit größten Produzenten des Metalls, ist im Juli um 9,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr eingebrochen. Wie das Statistikamt INE am Montag mitteilte, fiel die Fördermenge auf 403.424 Tonnen, nach 445.322 Tonnen im gleichen Monat des Vorjahres. Grund für den deutlichen Rückgang sind schwere Stürme, die die Bergbaugebiete im Norden des Landes trafen.
Das INE führte den Rückgang bei der Kupferförderung und -verarbeitung auf „ungünstige Wetterbedingungen im Norden des Landes“ zurück, die den normalen Produktionsprozess behindert hätten. Zudem wurden im Juli Instandhaltungsarbeiten an wichtigen Standorten im Schlüsselbereich des Bergbaus durchgeführt, wie das Amt ergänzte.
Auswirkungen auf die gesamte Industrieproduktion
Die industrielle Produktion in der Andenrepublik ging im selben Zeitraum ebenfalls um 4,9 Prozent im Jahresvergleich zurück. Dies gab das Statistikamt in einem separaten Bericht bekannt. Der Rückgang fiel damit deutlicher aus als der im Juni verzeichnete Rückgang von 3,2 Prozent.
Chile ist der mit Abstand größte Kupferproduzent der Welt. Das Land fördert rund ein Viertel des weltweit abgebauten Kupfers. Der Rohstoff ist für die chilenische Wirtschaft von zentraler Bedeutung und macht einen erheblichen Teil der Exporteinnahmen aus. Ein Produktionsrückgang in dieser Größenordnung kann daher spürbare Auswirkungen auf die globale Kupferversorgung haben.
Die aktuellen Wetterextreme in Chile sind kein Einzelfall. Bereits in den vergangenen Jahren hatten Dürren und Überschwemmungen immer wieder zu Produktionsausfällen im chilenischen Bergbau geführt. Die Minenbetreiber müssen zunehmend in wetterfeste Infrastruktur investieren, um die Förderung stabil zu halten.
Für den globalen Kupfermarkt kommt der Rückgang zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Die Nachfrage nach dem Industriemetall bleibt hoch, angetrieben durch die Energiewende und den wachsenden Bedarf an Elektrofahrzeugen und erneuerbaren Energien. Kupfer ist ein essenzieller Bestandteil von Kabeln, Batterien und Elektromotoren.
Anleger sollten die Entwicklung in Chile genau beobachten. Sollten die Wetterprobleme anhalten oder sich verschärfen, könnte dies die Kupferpreise weiter stützen. Die aktuellen Zahlen des INE zeigen jedenfalls, wie anfällig die globale Kupferversorgung für regionale Störungen ist.
