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Mistral-CEO: KI könnte Hälfte aller Unternehmenssoftware ersetzen

Warnung vor massiver Disruption im SaaS-Sektor – Software-Aktien unter Druck

2 Min
Mistral-CEO: KI könnte Hälfte aller Unternehmenssoftware ersetzen

Mehr als die Hälfte der aktuellen Unternehmenssoftware könnte durch Künstliche Intelligenz ersetzt werden. Diese Einschätzung von Arthur Mensch, CEO des französischen KI-Unternehmens Mistral AI, dürfte die Sorgen von Investoren im Software-Sektor weiter verstärken. Die Aussagen erfolgen inmitten eines deutlichen Ausverkaufs bei bedeutenden Software-Aktien.

Der iShares Expanded Tech-Software Sector ETF, der Schwergewichte wie <a class="tvreplink" target="_blank" href="https://de.tradingview.com/symbols/Nasdaq%3AMSFT">Microsoft und Salesforce umfasst, hat in diesem Jahr bereits mehr als 20 Prozent an Wert verloren. Auslöser der Verkaufswelle war unter anderem das Cowork-Produkt von Anthropic, das zeigt, wie KI zunehmend Aufgaben übernimmt, die bisher klassische Unternehmenssoftware erledigt hat. Auch in Indien verzeichneten große IT-Dienstleister wie Tata Consultancy Services und Infosys Kursverluste.

Mensch erklärte gegenüber CNBC, dass Unternehmen mit der richtigen Infrastruktur ihre Daten mit KI-Systemen verknüpfen können, um spezifische Arbeitsanwendungen zu erstellen. Derzeit finde ein "Replatforming" statt, bei dem Firmen verstärkt auf KI statt auf herkömmliche Software-as-a-Service-Lösungen setzen. Die Sorge der Anleger: KI könnte die etablierten SaaS-Geschäftsmodelle kannibalisieren.

Bestandssysteme bleiben relevant

Nicht alle Software-Bereiche sind jedoch gleichermaßen bedroht. Mensch betont, dass sogenannte "Systems of Record" – Bestandssysteme zur Datenverwaltung – sich nicht grundlegend verändern werden. Diese Art von Software arbeitet häufig Hand in Hand mit KI und bildet die Grundlage für deren Einsatz. Bipul Sinha, CEO des Cybersecurity-Unternehmens Rubrik, teilt diese Einschätzung und sieht vor allem Workflow-Software durch KI bedroht, während Dateninfrastruktur positiv beeinflusst werde.

Mistral AI plant unterdessen seine Expansion nach Indien und will noch in diesem Jahr ein erstes Büro in dem Land eröffnen. Damit stößt das Unternehmen in einen hart umkämpften Markt vor, in dem alle globalen Tech-Giganten um Marktanteile ringen. Während Mistral in Europa eigene Rechenzentren aufbaut, setzt man in Indien auf Partnerschaften mit Firmen, die bereits über physische Infrastruktur verfügen.

Fokus auf lokale Anforderungen

Die indische Regierung drängt KI-Unternehmen dazu, Modelle zu entwickeln, die lokal betrieben werden können und deren Daten im Inland gespeichert bleiben. Mistral sieht sich hier gut positioniert: Die großen Sprachmodelle des Unternehmens unterstützen bereits verschiedene indische Sprachen wie Hindi und Punjabi. Neben internationalen Unternehmen mit Präsenz in Indien sucht Mistral nun gezielt nach Kunden im öffentlichen und privaten Sektor des Landes.

Für Investoren stellt sich die Frage, welche Software-Unternehmen von der KI-Revolution profitieren und welche unter die Räder kommen werden. Die klare Botschaft von Mensch dürfte die Nervosität im Sektor kurzfristig weiter erhöhen und könnte zu einer Neubewertung traditioneller Software-Geschäftsmodelle führen.

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