Microsoft Gaming: Phil Spencer geht, Asha Sharma übernimmt das Steuer
Nach 38 Jahren verlässt Gaming-Chef Phil Spencer Microsoft – KI-Expertin Asha Sharma führt die Xbox-Sparte in eine neue Ära.

<a class="tvreplink" target="_blank" href="https://de.tradingview.com/symbols/Nasdaq%3AMSFT">Microsoft hat einen der bedeutendsten Führungswechsel in seiner Unternehmensgeschichte angekündigt. Phil Spencer, seit 2014 Leiter der Gaming-Sparte, tritt nach 38 Jahren im Konzern in den Ruhestand. Seine Nachfolgerin als Executive Vice President und CEO von Microsoft Gaming wird Asha Sharma, die bislang in der KI-Abteilung des Unternehmens tätig war.
Gleichzeitig verlässt Sarah Bond, Präsidentin und Chief Operating Officer von Xbox, das Unternehmen, um sich neuen Aufgaben zu widmen. Matt Booty wurde zum Executive Vice President und Chief Content Officer befördert und berichtet künftig direkt an Sharma. Der Übergang soll fließend verlaufen: Spencer steht seiner Nachfolgerin bis zum Sommer beratend zur Seite.
Microsoft-CEO Satya Nadella würdigte Spencers Leistungen ausdrücklich. Unter seiner Führung habe Microsoft das Gaming-Geschäft nahezu verdreifacht – unter anderem durch die milliardenschwere Übernahme von Activision Blizzard im Jahr 2023 für 69 Milliarden US-Dollar sowie den Kauf von Mojang, dem Entwickler des Welterfolgs Minecraft.
Neue Chefin kommt aus der KI-Welt
Asha Sharma bringt ein ungewöhnliches Profil für eine Gaming-Führungskraft mit. Zuletzt verantwortete sie bei Microsoft als President of Product die KI-Modelle und -Dienste des Konzerns. Zuvor war sie als Operating Chief bei Instacart tätig und hatte vier Jahre lang eine leitende Rolle bei Meta inne.
Analysten sehen in der Personalie ein klares Signal. D.A. Davidson-Analyst Gil Luria betont, dass künstliche Intelligenz in der Spieleentwicklung eine immer größere Rolle spiele – Sharmas Hintergrund sei daher strategisch kein Zufall. Sharma selbst kündigte an, den Fokus auf die Xbox-Kernfans zu erneuern und die Konsole wieder stärker in den Mittelpunkt zu rücken. Sie berichtet direkt an Nadella.
Unter Druck: Rückläufige Erlöse und harter Wettbewerb
Die Führungswechsel kommen zu einem schwierigen Zeitpunkt für das Xbox-Geschäft. Im abgelaufenen Quartal sanken die Gaming-Erlöse von Microsoft um rund 9,5 bis 10 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Rückgänge führten zu Wertminderungsaufwendungen in der Sparte, deren genaue Höhe Microsoft nicht bezifferte. Zum Vergleich: Der Gesamtumsatz des Konzerns wuchs im selben Zeitraum um knapp 17 Prozent.
Im Wettbewerb mit Sonys PlayStation und Nintendos Switch hat Xbox an Boden verloren. Aktuelle Xbox-Konsolen gelten als weniger populär als die Konkurrenzprodukte. Hinzu kommen tarifbedingte Kostendrücke, die Microsoft zu Preiserhöhungen bei der Hardware zwangen, sowie Stellenabbau und Schließungen von Spielestudios.
Strategisch arbeitet Microsoft daran, Windows und Xbox enger zu verzahnen. Geräte wie das Handheld Xbox Ally sollen stärker gefördert werden, anstatt sich ausschließlich auf eigene Konsolenhardware zu verlassen. Nach der Activision-Blizzard-Übernahme, die Analysten zufolge Verluste von über einer Milliarde US-Dollar für das Geschäftsjahr prognostizieren ließen, steht Rentabilität nun ganz oben auf der Agenda der neuen Führung.
