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Microsoft-Aktie steigt nachbörslich nach starkem Quartalsbericht und KI-Investitionsausblick

Starkes Azure-Wachstum, überzeugende Gewinnzahlen und beibehaltene Investitionsprognose begeistern Anleger nach Börsenschluss.

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Microsoft-Aktie steigt nachbörslich nach starkem Quartalsbericht und KI-Investitionsausblick

Die Microsoft-Aktie legte am Mittwoch im nachbörslichen Handel um 7,3% zu. Auslöser war ein starker Quartalsbericht, der sowohl bei Umsatz als auch beim Gewinn die Erwartungen der Analysten deutlich übertraf – getragen von einem kräftigen Wachstum im Cloud-Geschäft und einer beruhigenden Investitionsprognose.

Der Technologiekonzern aus Redmond, Washington, erzielte im abgelaufenen Quartal einen bereinigten Gewinn von 4,74 US-Dollar je Aktie bei einem Umsatz von 90,01 Milliarden US-Dollar. Analysten hatten lediglich 4,24 US-Dollar Gewinn je Aktie und einen Umsatz von 87,61 Milliarden US-Dollar erwartet. Das Unternehmen übertraf damit die Konsensschätzungen auf breiter Front.

Azure-Wachstum übertrifft Erwartungen deutlich

Besonderes Aufsehen erregte das Wachstum im Cloud-Computing-Bereich Azure: Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 43% – deutlich über den von Analysten erwarteten 39,98%. Der gesamte Microsoft-Cloud-Umsatz kletterte im Jahresvergleich um 27% auf 59,30 Milliarden US-Dollar. CEO Satya Nadella betonte, dass der Azure-Umsatz in diesem Jahr erstmals die Marke von 100 Milliarden US-Dollar überschritten habe.

Nadella hob zudem hervor, dass Microsoft 365 Copilot – das KI-gestützte Produktivitätstool – inzwischen über 30 Millionen zahlende Nutzer zählt. „Wir verschieben die Grenzen auf der Kosten-Ergebnis-Kurve und stellen sicher, dass jeder Kunde Token in Geschäftsergebnisse umwandeln kann", erklärte der CEO in einer offiziellen Mitteilung. Im Berichtsquartal kamen zudem 31 neue Rechenzentren auf fünf Kontinenten hinzu, womit sich die Gesamtzahl in diesem Jahr auf 88 beläuft.

Investitionsausgaben im Fokus der Anleger

Im Vorfeld des Quartalsberichts richtete sich das Augenmerk der Investoren besonders auf die Prognose für die Investitionsausgaben (Capex). Die Sorge: Milliardenschwere Ausgaben für KI-Infrastruktur könnten zu lange brauchen, um sich in entsprechenden Renditen niederzuschlagen. Microsoft erklärte, dass die Investitionserwartungen für das Kalenderjahr 2026 unverändert geblieben seien. Im April hatte das Unternehmen Investitionsausgaben von rund 190 Milliarden US-Dollar in Aussicht gestellt; die jüngste Prognose liegt bei 175 Milliarden US-Dollar – ein Unterschied, der laut Unternehmen auf eine Änderung der erwarteten Nutzungsdauer von Rechenzentren und Bürogebäuden zurückzuführen ist und die Zahlen damit vergleichbar hält.

Im vierten Geschäftsquartal 2026 stiegen die Investitionsausgaben im Jahresvergleich um 70% auf 41 Milliarden US-Dollar. Damit verfehlte Microsoft zwar knapp die von Reuters zitierten Schätzungen von 42,37 Milliarden US-Dollar, doch rund zwei Drittel der Ausgaben entfielen auf kurzlebige Vermögenswerte wie CPUs und GPUs – also direkt nachfragewirksame Infrastruktur.

Zum Vergleich: Alphabet hatte in der Vorwoche seine Investitionsausgabenprognose auf bis zu 205 Milliarden US-Dollar angehoben und dabei erstmals einen negativen Cashflow verzeichnet. Die hohen Ausgaben der Tech-Giganten für KI-Server und Rechenzentren hatten zuletzt Sorgen über Bewertungen und Renditeerwartungen geschürt – insbesondere Chip-Aktien gerieten seit Mitte Juni unter Druck.

Ausblick und Marktreaktion

Für das erste Geschäftsquartal 2027 prognostiziert Microsoft einen Gesamtumsatz zwischen 89,85 und 90,95 Milliarden US-Dollar. Dieser starke Ausblick dürfte maßgeblich zur positiven Nachbörsenreaktion beigetragen haben.

Jake Behan, Leiter der Kapitalmärkte bei Direxion, kommentierte die Ergebnisse positiv: „Nach monatelangen Fragen zu den Infrastrukturausgaben des Unternehmens hat das Quartal gezeigt, dass sich diese Investitionen zunehmend in Umsatzwachstum, Auftragsbestandsausweitung und der Einführung von Copilot niederschlagen." Behan ergänzte: „Der Markt könnte dazu übergehen, nicht mehr nur ein breites KI-Engagement zu belohnen, sondern Unternehmen, die ihre Investitionen umsetzen und monetarisieren können."

Trotz des starken Berichts war die Microsoft-Aktie vor der Veröffentlichung mit einem Rückgang von 19,3% seit Jahresbeginn der zweitschlechteste Wert im Kreis der sogenannten „Magnificent Seven" – jener Gruppe der sieben größten US-Technologiekonzerne. Der starke Quartalsbericht könnte nun eine Trendwende einleiten und das Vertrauen der Anleger in Microsofts KI-Strategie nachhaltig stärken.

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