Micron Technology übertrifft Erwartungen und gibt starke Prognose ab
Der Speicherchip-Hersteller schlägt die Wall-Street-Schätzungen für das vierte Geschäftsquartal und stellt eine Prognose über den Erwartungen in Aussicht.

Micron Technology hat am späten Mittwoch die von der Wall Street hochgesteckten Erwartungen für das vierte Quartal des Geschäftsjahres übertroffen und zugleich eine Prognose vorgelegt, die über den Marktschätzungen liegt. Die Aktie des Speicherchip-Riesen reagierte auf die Nachricht mit einem moderaten Anstieg. Die Ergebnisse beziehen sich auf das am 3. September abgelaufene Quartal.
Konkret meldete das Unternehmen einen bereinigten Gewinn von 33,42 US-Dollar je Aktie. Der Umsatz lag bei 54,23. Die von FactSet befragten Analysten hatten im Vorfeld mit einem bereinigten Gewinn von 31,72 US-Dollar je Aktie gerechnet. Damit übertraf Micron die durchschnittliche Schätzung der Analystengemeinde beim bereinigten Ergebnis je Aktie. Die in der vorliegenden Quelle angegebene Umsatzerwartung der Analysten war nicht vollständig ausgewiesen, ebenso wenig die Einheit des genannten Umsatzwertes.
Bemerkenswert ist die Kombination aus Ist-Zahlen und Ausblick: Nach Angaben aus der Quelle übertraf Micron nicht nur die Erwartungen für das abgelaufene Quartal, sondern gab auch eine Prognose ab, die über den Erwartungen liegt. Für Anleger ist dieser zweite Teil der Meldung oft der wichtigere, weil die Börse weniger auf die Vergangenheit als auf die künftige Entwicklung schaut.
Was hinter den Begriffen steckt
Der bereinigte Gewinn je Aktie ist eine Kennzahl, bei der Sonderposten wie Restrukturierungskosten, Abschreibungen auf Zukäufe oder Einmaleffekte aus dem Ergebnis herausgerechnet werden. Unternehmen argumentieren, dass diese Zahl das operative Geschäft besser abbilde. Kritiker weisen darauf hin, dass die Bereinigungen Spielraum lassen und der tatsächliche Gewinn nach US-Rechnungslegungsstandard davon abweichen kann. Für den Vergleich mit Analystenschätzungen ist die bereinigte Zahl jedoch der gängige Maßstab – und genau diesen Vergleich hat Micron gewonnen.
FactSet ist ein US-Datenanbieter, der die Schätzungen zahlreicher Analystenhäuser sammelt und daraus einen Konsens bildet. Wer diese Konsensschätzung übertrifft, löst an der Börse häufig Kursbewegungen aus – nach oben bei einer Übertreffung, nach unten bei einer Verfehlung. Im Fall von Micron fiel die Reaktion moderat positiv aus, was darauf hindeutet, dass die Erwartungen bereits hoch waren.
Das vierte Geschäftsquartal bezeichnet bei US-Unternehmen nicht zwingend das Kalenderjahresende. Viele Technologiekonzerne weichen mit ihrem Geschäftsjahr vom Kalenderjahr ab. Bei Micron endete das Quartal am 3. September. Der Ausblick des Managements auf das kommende Quartal gilt an den Märkten als besonders aussagekräftig, weil er die aktuelle Nachfrage- und Preisentwicklung im Speicherchipgeschäft spiegelt.
Einordnung für deutsche Anleger
Micron Technology gehört zu den größten Herstellern von Speicherchips und ist an der US-Technologiebörse Nasdaq notiert. Deutsche Anleger können die Aktie über entsprechende Handelsplätze erwerben; dabei fallen wie bei anderen US-Werten Währungseffekte zwischen Euro und US-Dollar an, die das Ergebnis einer Investition unabhängig von der Kursentwicklung beeinflussen können.
Das Geschäft mit Speicherchips gilt als stark konjunktur- und preisabhängig, weil Angebot und Nachfrage in diesem Segment historisch großen Schwankungen unterliegen. Umsatz- und Gewinnentwicklung können deshalb von Quartal zu Quartal deutlich ausschlagen. Umso größere Bedeutung hat für den Markt die Frage, ob ein Unternehmen die eigenen Ziele erreicht und wie es die kommenden Monate einschätzt.
Mit dem übertroffenen Quartalsergebnis und der Prognose über den Erwartungen hat Micron nach Einschätzung der Quelle beide Prüfsteine bestanden. Ob der moderate Kursanstieg Bestand hat, hängt davon ab, wie Investoren die weitere Entwicklung der Speicherchipnachfrage bewerten.
