Meta-Übernahme von KI-Startup Manus: China prüft Deal
China untersucht Metas 2-Milliarden-Dollar-Übernahme des KI-Startups Manus auf Verstöße gegen Exportkontrollgesetze. Die Prüfung zeigt Pekings strategisches Interesse an fortschrittlicher KI-Technologie.

China hat eine Untersuchung der 2-Milliarden-Dollar-Übernahme des Künstliche-Intelligenz-Startups Manus durch Meta eingeleitet. Das chinesische Handelsministerium will prüfen, ob die Transaktion gegen Exportkontrollgesetze und Vorschriften zu Technologietransfers verstößt. Meta hatte die Übernahme des in Singapur ansässigen Unternehmens im vergangenen Monat bekannt gegeben.
Die genauen Konditionen des Deals wurden zunächst nicht offengelegt. Laut Wall Street Journal belief sich der Kaufpreis jedoch auf über 2 Milliarden US-Dollar. Damit handelt es sich um eine der größeren KI-Akquisitionen des Social-Media-Konzerns in jüngster Zeit.
Strategische Bedeutung für China
Die Untersuchung unterstreicht Chinas Haltung gegenüber fortschrittlicher KI-Technologie. "China betrachtet fortschrittliche KI-Agenten, Modelle und damit verbundenes geistiges Eigentum als strategische Vermögenswerte", erklärt Nick Patience, KI-Experte bei The Futurum Group. Peking will offenbar verhindern, dass kritische Technologie ins Ausland abfließt.
Manus begann als Produkt des chinesischen Startups Butterfly Effect, auch bekannt als Monica. Anfang 2024 verlegte das Unternehmen seinen Hauptsitz nach Singapur und entwickelte sich zu einer eigenständigen Firma. Im März 2024 brachte Manus seinen ersten KI-Agenten auf den Markt, der bei Aufgaben wie Marktforschung, Codierung und Datenanalyse unterstützt.
Rasantes Wachstum des Startups
Das Startup zeigte beeindruckende Wachstumszahlen. Bereits im Dezember überschritt Manus die Marke von 100 Millionen Dollar an jährlich wiederkehrenden Einnahmen – nur acht Monate nach Produkteinführung. Nach eigenen Angaben ist Manus damit das schnellste Startup weltweit, das diesen Meilenstein erreicht hat.
Im April 2024 hatte Manus 75 Millionen Dollar in einer Finanzierungsrunde eingesammelt, angeführt vom US-Risikokapitalgeber Benchmark. Das Unternehmen beschäftigt derzeit 105 Mitarbeiter an Standorten in Singapur, Tokio und San Francisco. Nach der Übernahme soll Manus weiterhin von Singapur aus operieren.
Metas KI-Offensive
Die Manus-Übernahme ist Teil von Metas massiven Investitionen in Künstliche Intelligenz. Der Konzern steht im intensiven Wettbewerb mit OpenAI und Google um die KI-Vormachtstellung. Im Juni investierte Meta 14,3 Milliarden Dollar für eine 49-Prozent-Beteiligung am KI-Startup Scale AI.
Im Dezember folgte die Übernahme des KI-Wearable-Startups Limitless. Meta-Chef Mark Zuckerberg hat zudem die Forschungseinheit FAIR zugunsten produktorientierter KI-Teams zurückgestuft, um die Entwicklung der Llama-Modellfamilie zu beschleunigen.
Auswirkungen auf den Deal
Ob Chinas Untersuchung die Übernahme gefährdet, bleibt abzuwarten. Meta und Manus haben sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert. Die Prüfung könnte jedoch zum Präzedenzfall für künftige KI-Übernahmen mit chinesischem Technologie-Hintergrund werden.
Für Investoren zeigt der Fall, dass KI-Deals zunehmend geopolitischen Risiken unterliegen. Die strategische Bedeutung von KI-Technologie führt zu verschärfter staatlicher Kontrolle über grenzüberschreitende Transaktionen.
