Meta investiert bis zu 145 Milliarden Dollar in KI-Ausbau
Meta übertrifft mit über 64 Milliarden Dollar Umsatz die Erwartungen und kündigt gewaltige KI-Investitionen an.

Meta, der Mutterkonzern von Facebook, Instagram und WhatsApp, hat im vergangenen Quartal einen Umsatz von über 64 Milliarden Dollar erzielt und damit die Erwartungen der Analysten übertroffen. Zugleich kündigte das Unternehmen Investitionen von 135 bis 145 Milliarden Dollar an, die überwiegend in die Weiterentwicklung künstlicher Intelligenz und den Ausbau von Rechenzentren fließen sollen.
Überschattet werden die Zahlen von einem Urteil aus den USA. Ein Gericht im Bundesstaat New Mexico verurteilte Meta am Mittwoch zu einer Strafzahlung von 25 Milliarden Dollar. Hintergrund ist der Vorwurf, das Unternehmen habe im Zuge des Cambridge-Analytica-Skandals gegen Datenschutz-Gesetze verstoßen.
Um die gewaltigen KI-Ausgaben zu stemmen, plant Meta eine neue Aktienklasse ohne Stimmrecht. Sie soll ab dem kommenden Jahr ausgegeben werden und dem Konzern frisches Kapital verschaffen, ohne die Stimmenmehrheit von Konzernchef Mark Zuckerberg zu verwässern. Die Werbung auf Facebook, Instagram und WhatsApp bleibt weiterhin die Haupteinnahmequelle des Konzerns.
Die Details
Die Zahlen des abgelaufenen Quartals fallen deutlich aus: Der Umsatz lag bei über 64 Milliarden Dollar und übertraf damit die Erwartungen der Analysten. Für die kommenden Investitionen nennt Meta eine Spanne von 135 bis 145 Milliarden Dollar. Diese Summen fließen hauptsächlich in die Weiterentwicklung der KI-Technologie sowie in den Bau und Betrieb von Rechenzentren.
Auf der rechtlichen Seite steht ein Urteil aus New Mexico: Am Mittwoch verurteilte ein Gericht den Konzern zu einer Strafzahlung von 25 Milliarden Dollar. Der Vorwurf lautet, Meta habe gegen Datenschutz-Gesetze verstoßen, und zwar im Zusammenhang mit dem Cambridge-Analytica-Skandal. Zusätzlich verweist die Quelle auf eine Vergleichszahlung von über 17 Milliarden Dollar an mehrere US-Bundesstaaten. In diesem Vergleich ging es um den Vorwurf, Meta habe den Jugendschutz vernachlässigt und ein suchtförderndes Design seiner Apps zugelassen. Im Rahmen des Vergleichs gab Meta kein Fehlverhalten zu.
Auch das KI-Geschäft selbst steht noch am Anfang. Der KI-Agent "Muse", der kürzlich nur in Nordamerika veröffentlicht wurde, zählt rund zehn Millionen Nutzer und ist bisher nicht profitabel. Solche Agenten können Einkäufe erledigen oder Termine organisieren. Das Kerngeschäft mit Werbung auf Facebook, Instagram und WhatsApp bleibt damit die tragende Säule der Einnahmen.
Hintergrund: Was bisher geschah
Bereits am 29.01.2026 berichtete aktien.news, dass Meta seine KI-Investitionen auf bis zu 135 Milliarden Dollar verdoppelt. Nach starken Quartalszahlen seien die Aktien des Facebook-Konzerns im nachbörslichen Handel um bis zu 10 Prozent gestiegen. Das Unternehmen habe angekündigt, die Investitionsausgaben für 2026 auf 115 bis 135 Milliarden Dollar auszuweiten – nahezu eine Verdopplung gegenüber dem Vorjahr. Die Summen flössen vor allem in den Ausbau von Rechenzentren und KI-Infrastruktur.
Am 30.01.2026 folgte der nächste Bericht: Meta habe im vierten Quartal Rekordumsätze erzielt und zugleich massive KI-Investitionen angekündigt. Die geplanten Ausgaben von bis zu 135 Milliarden Dollar hätten etwa 20 Prozent über den Erwartungen der Wall Street gelegen. Die Meta-Aktie habe im Donnerstagshandel rund 8 Prozent zugelegt. Das Werbe- und sonstige Geschäft habe 59,9 Milliarden Dollar erwirtschaftet, ein Jahreswachstum von 24 Prozent.
Am 01.02.2026 berichtete aktien.news erneut über die Rekordzahlen und die auf bis zu 135 Milliarden Dollar steigenden KI-Ausgaben. Die Werbeeinnahmen und anderen Geschäftsbereiche hätten im Schlussquartal 59,9 Milliarden Dollar erreicht, ein Plus von 24 Prozent im Jahresvergleich. Die angekündigten Investitionsausgaben hätten etwa 20 Prozent über den Erwartungen der Wall Street gelegen.
Was das für Anleger bedeutet
Für Privatanleger zeigt sich bei Meta ein Spannungsfeld zwischen Wachstum und Risiko. Auf der einen Seite steht ein robustes Werbegeschäft, das weiterhin die Haupteinnahmen liefert und die teuren KI-Ambitionen finanziert. Auf der anderen Seite stehen milliardenschwere Investitionen, die erst mittelfristig Erträge abwerfen dürften – der KI-Agent "Muse" ist bislang nicht profitabel.
Hinzu kommen erhebliche rechtliche Belastungen. Die Strafzahlung von 25 Milliarden Dollar in New Mexico und die Vergleichszahlung von über 17 Milliarden Dollar an mehrere US-Bundesstaaten belasten die Bilanz. Anleger sollten daher nicht nur auf die Umsatzentwicklung schauen, sondern auch auf die Kosten für Rechtsstreitigkeiten und auf die Frage, wie schnell die KI-Investitionen Früchte tragen.
Ein weiterer Punkt ist die geplante Aktienklasse ohne Stimmrecht. Sie dient der Kapitalbeschaffung für die KI-Investitionen und soll die Stimmenmehrheit von Mark Zuckerberg sichern. Für Aktionäre bedeutet das: Das Unternehmen kann neues Kapital aufnehmen, ohne dass die Kontrolle über den Konzern verwässert wird. Ob sich die hohen Ausgaben auszahlen, hängt davon ab, wie erfolgreich Meta seine KI-Produkte monetarisiert.
Ausblick
Für das kommende Jahr plant Meta die Ausgabe der neuen Aktienklasse ohne Stimmrecht. Sie soll dem Konzern Kapital für die KI-Investitionen verschaffen. Die Investitionen selbst sind mit 135 bis 145 Milliarden Dollar veranschlagt und fließen in KI-Weiterentwicklung und Rechenzentren. Der KI-Agent "Muse" wurde kürzlich nur in Nordamerika veröffentlicht und zählt rund zehn Millionen Nutzer; ob und wann er profitabel wird, ist offen. Die Werbung auf Facebook, Instagram und WhatsApp dürfte auf absehbare Zeit die Haupteinnahmequelle bleiben.
Kurz erklärt
- Aktienklasse ohne Stimmrecht: Eine Aktiengattung, die Anleger am Gewinn beteiligt, ihnen aber kein Stimmrecht in der Hauptversammlung gibt.
- KI-Agent: Ein Softwareprogramm, das eigenständig Aufgaben wie Einkäufe oder Terminorganisation übernehmen kann.
- Rechenzentrum: Eine Einrichtung mit vielen Servern, in der Daten gespeichert und Rechenleistung für Anwendungen bereitgestellt wird.
