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Marvell-Aktie fällt trotz Umsatzwachstum und angehobener Prognose

KI-Chip-Hersteller enttäuscht Anleger mit Prognose für 2028 trotz starker Quartalszahlen.

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Marvell-Aktie fällt trotz Umsatzwachstum und angehobener Prognose

Die Aktie des US-Chipherstellers Marvell Technology ist am Freitag um rund sechs Prozent gefallen, obwohl das Unternehmen im zweiten Quartal seines Geschäftsjahres die Erwartungen übertroffen hatte. Grund für den Kursrückgang war die angehobene Prognose für das Geschäftsjahr 2028, die die erhöhten Erwartungen der Anleger nicht erfüllen konnte.

Der Chiphersteller gab am Donnerstag bekannt, dass er nun von einem jährlichen Umsatzwachstum von rund 50 Prozent auf etwa 18 Milliarden US-Dollar ausgeht. Dies liegt über der vorherigen Schätzung von 16,5 Milliarden US-Dollar. Der Umsatz stieg im zweiten Quartal des Geschäftsjahres um 37 Prozent auf 2,7 Milliarden US-Dollar und lag damit 39 Millionen US-Dollar über den vom Unternehmen im Mai gegebenen Guidance-Werten.

Prognose für 2028 dämpft Anlegerstimmung

Marvell, das Netzwerkkomponenten, Konnektivitätslösungen und maßgeschneiderte Chips für Rechenzentren in der KI-Infrastruktur herstellt, gab nur begrenzte Details zu seiner Prognose für das Geschäftsjahr 2028 bekannt. Dies dämpfte die Stimmung unter den Anlegern, nachdem Hoffnungen bestanden hatten, dass eine Partnerschaft mit Google die Gewinne weiter ankurbeln würde.

Die Aktie notierte zuletzt mit einem Minus von 6,6 Prozent. Im laufenden Jahr liegt sie jedoch um 184 Prozent im Plus, gestützt durch die starke Nachfrage nach ihren Produkten für die KI-Infrastruktur. Matt Murphy, Chairman und CEO von Marvell, erklärte, dass die Ergebnisse von der anhaltend starken Nachfrage nach dem gesamten Datenportfolio des Unternehmens getrieben wurden. Das Umsatzwachstum in diesem Bereich beschleunigte sich im Jahresvergleich auf 46 Prozent.

Google-Partnerschaft als wichtiger Treiber

Die erst vor einer Woche angekündigte Partnerschaft mit Google ermöglicht es dem Tech-Riesen, bis zu 58,97 Millionen Marvell-Aktien zu je 206,58 US-Dollar zu erwerben. Dies ist abhängig von der Erreichung bestimmter Kaufziele bis zum Ende des Geschäftsjahres 2033. Das Aktienpaket hat einen potenziellen Wert von bis zu 12,2 Milliarden US-Dollar.

Marvell gab an, dass die Vereinbarung Produkte abdeckt, die mit Googles TPU-Systemen kompatibel sind. Dazu gehören Chips für KI-Inferenzspeichercontroller und Netzwerk-Schnittstellencontroller. Die Partnerschaft mit dem Technologieriesen unterstreicht die strategische Bedeutung von Marvell im Bereich der KI-Infrastruktur.

Analysten sehen hohe Erwartungen als Herausforderung

Analysten der Goldman Sachs wiesen auf „hohe Anlegererwartungen“ vor Beginn des Quartals hin. Die Ergebnisse seien ein „zusätzliches positives Signal“ für die Aktie, fügten sie hinzu. Dennoch bleibt Goldman Sachs bei Marvell neutral eingestellt. Die Investmentbank begründet dies damit, dass die Aktie zu einer höheren Bewertung handelt als ihre Vergleichsgruppe. Zudem bestehe weniger Klarheit darüber, ob es dem Unternehmen gelingen wird, weitere Kunden für maßgeschneiderte Chips zu gewinnen.

Für deutsche Anleger ist Marvell vor allem als Zulieferer für die boomende KI-Infrastruktur von Interesse. Das Unternehmen profitiert massiv vom Ausbau der Rechenzentren und der steigenden Nachfrage nach spezialisierten Chips für Künstliche Intelligenz. Die Aktie bleibt trotz des jüngsten Rückschlags einer der großen Gewinner des KI-Booms im Jahr 2026.

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