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Macy's auf dem Weg zum Investment-Grade: S&P hebt Ausblick an

S&P Global Ratings stuft Macy's Ausblick auf „positiv" hoch – ein Investment-Grade-Rating rückt in greifbare Nähe.

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Macy's auf dem Weg zum Investment-Grade: S&P hebt Ausblick an

S&P Global Ratings hat den Ausblick für den US-Warenhauskonzern Macy's Inc. (NYSE: M) von „stabil" auf „positiv" angehoben. Gleichzeitig bestätigte die Ratingagentur das bestehende Emittentenausfallrating von „BB+". Das Signal ist eindeutig: Macy's könnte innerhalb der nächsten 12 bis 18 Monate wieder in den Investment-Grade-Bereich aufsteigen – eine bedeutende Weichenstellung für den traditionsreichen Einzelhändler.

Als Begründung für den revidierten Ausblick nennt S&P fünf aufeinanderfolgende Quartale mit positivem flächenbereinigtem Umsatzwachstum, eine stabile Bruttomarge sowie die erfolgreiche Umsetzung der Turnaround-Strategie des Unternehmens. Diese trägt den Namen „A Bold New Chapter" und zielt auf eine grundlegende Neuausrichtung des Konzerns ab. Kern der Strategie ist die Fokussierung auf einkommensstärkere Konsumenten durch die Integration von Premiummarken und den Ausbau der Präsenz im Luxussegment.

Die Details

Besonders auffällig ist die starke Performance der Luxustochter Bloomingdale's. Die Marke verzeichnete im zweiten Quartal einen Anstieg des flächenbereinigten Umsatzes um 11,3 % und profitierte dabei auch von Verschiebungen in der Luxuslandschaft infolge des Insolvenzantrags des Konkurrenten Saks Global. Bloomingdale's entwickelt sich damit zum zentralen Wachstumsmotor des Gesamtkonzerns.

Parallel zur operativen Neuausrichtung optimiert Macy's seine physische Filialpräsenz konsequent. Das Unternehmen plant, im Geschäftsjahr 2026 rund 40 leistungsschwache Standorte zu schließen. Das Ziel ist eine gestraffte Flotte von etwa 350 Filialen, die sich primär in hochfrequentierten A- und B-Einkaufszentren befinden sollen. Gleichzeitig investiert der Konzern massiv in digitale Kapazitäten und Ladenmodernisierungen.

Für diese Investitionen stellt Macy's jährlich zwischen 820 Millionen und 850 Millionen US-Dollar an Investitionsausgaben bereit. Aus dem Verkauf der Immobilien geschlossener Standorte erwartet das Unternehmen zusätzliche Erlöse in Höhe von 130 Millionen US-Dollar. In finanzieller Hinsicht prognostiziert S&P für das Geschäftsjahr 2026 einen freien operativen Cashflow von 675 Millionen US-Dollar und für das Geschäftsjahr 2027 von 450 Millionen US-Dollar.

Die Bilanz soll durch Barmittel von über 1 Milliarde US-Dollar gestützt werden. Der bereinigte Verschuldungsgrad – das Verhältnis von Schulden zu EBITDA – soll sich laut S&P im oberen 1x-Bereich einpendeln. Moderate Aktienrückkäufe und jährliche Dividendenzusagen runden das Finanzprofil ab.

Hintergrund: Was bisher geschah

Bereits am 18.03.2026 berichtete aktien.news, dass Macy's das vierte Quartal des Geschäftsjahres mit einem überraschend positiven Ergebnis abgeschlossen hatte. Die flächenbereinigten Umsätze stiegen im Quartal zum 31. Januar um 1,8 %, während Analysten der Wall Street im Durchschnitt einen Rückgang von 0,9 % erwartet hatten. Auch die eigene Prognose des Unternehmens, die einen Rückgang zwischen 2,5 % und einer Stagnation in Aussicht gestellt hatte, wurde damit deutlich übertroffen. Bloomingdale's war bereits damals ein zentraler Treiber des Aufschwungs.

Ebenfalls am 18.03.2026 warnte aktien.news jedoch, dass der Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr vorsichtig ausfiel: Macy's erwartete einen Umsatz zwischen 21,4 und 21,65 Milliarden US-Dollar sowie einen bereinigten Gewinn je Aktie zwischen 1,90 und 2,10 US-Dollar – beides Rückgänge gegenüber dem Vorjahr mit einem Umsatz von 21,8 Milliarden US-Dollar.

Am 03.06.2026 meldete aktien.news dann eine deutliche Trendwende: Macy's erzielte im ersten Geschäftsquartal das stärkste flächenbereinigte Umsatzwachstum seit vier Jahren und hob daraufhin die Jahresprognose an. Die vergleichbaren Umsätze stiegen insgesamt um 3 %, bei der Hauptmarke Macy's um 1,6 %. Bloomingdale's legte um beeindruckende 10,2 % zu. CEO Tony Spring nannte dabei unter anderem die Insolvenz des Konkurrenten Saks Fifth Avenue als Wachstumstreiber.

Was das für Anleger bedeutet

Für deutsche Privatanleger, die Macy's-Aktien oder -Anleihen im Depot halten, ist die Ausblick-Anhebung durch S&P ein relevantes Signal. Ein Investment-Grade-Rating würde Macy's den Zugang zu günstigeren Finanzierungskonditionen am Kapitalmarkt eröffnen und die Aktie für eine breitere Gruppe institutioneller Investoren attraktiver machen, da viele Fonds nur in Investment-Grade-Unternehmen investieren dürfen.

Allerdings macht S&P auch klar, unter welchen Bedingungen der Ausblick wieder auf „stabil" zurückgesetzt werden könnte: Falls eine makroökonomische Schwäche, operative Fehlgriffe oder aggressive Aktienrückkäufe den Verschuldungsgrad über 2,5x treiben, wäre eine Rückstufung möglich. Anleger sollten diese Risikofaktoren im Blick behalten. Eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung lässt sich aus der Ratingentscheidung nicht ableiten.

Ausblick

S&P nennt konkrete Bedingungen für eine tatsächliche Hochstufung auf Investment-Grade: Macy's muss ein positives flächenbereinigtes Umsatzwachstum beibehalten, die EBITDA-Margen ausweiten und den Verschuldungsgrad komfortabel unter 2x halten. Der Zeithorizont, den die Ratingagentur für eine mögliche Hochstufung nennt, beträgt 12 bis 18 Monate.

Operativ plant Macy's, die Filialschließungen im Geschäftsjahr 2026 abzuschließen und dabei auf eine Flotte von rund 350 Standorten zu kommen. Die Investitionsausgaben von jährlich 820 bis 850 Millionen US-Dollar sollen weiterhin in digitale Kapazitäten und Ladenmodernisierungen fließen.

Kurz erklärt

  • Investment-Grade: Eine Bonitätseinstufung durch Ratingagenturen, die signalisiert, dass ein Schuldner als kreditwürdig und mit geringem Ausfallrisiko eingestuft wird.
  • Flächenbereinigter Umsatz: Eine Kennzahl im Einzelhandel, die das organische Umsatzwachstum misst, ohne den Effekt neu eröffneter oder geschlossener Filialen zu berücksichtigen.
  • Verschuldungsgrad (Schulden/EBITDA): Eine Kennzahl, die das Verhältnis der Gesamtschulden eines Unternehmens zu seinem operativen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen beschreibt.
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