Macron: 15 Länder planen Öffnung der Straße von Hormus
Nach dem US-Iran-Waffenstillstand koordiniert Frankreich eine internationale Schifffahrtsmission durch die strategisch wichtige Meerenge.

Der französische Präsident Emmanuel Macron hat am Mittwoch bekanntgegeben, dass rund 15 Länder unter Führung Frankreichs planen, die Wiederaufnahme des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus zu erleichtern. Die Ankündigung erfolgte zu Beginn eines Verteidigungstreffens mit Beratern und Kabinettsmitgliedern in Paris. Auslöser ist der kürzlich verkündete Waffenstillstand zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran.
„Etwa 15 Länder sind derzeit mobilisiert und beteiligen sich unter der Führung Frankreichs an der Planung, um die Umsetzung dieser rein defensiven Mission in Abstimmung mit dem Iran zu ermöglichen und die Wiederaufnahme des Verkehrs zu erleichtern", erklärte Macron. Die geplante Mission wird ausdrücklich als defensiv beschrieben und soll in enger Abstimmung mit dem Iran umgesetzt werden.
Strategische Bedeutung der Straße von Hormus
Die Straße von Hormus gilt als eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt. Durch die Meerenge zwischen dem Iran und der Arabischen Halbinsel fließt üblicherweise ein Fünftel des weltweiten Ölangebots. Störungen in dieser Region haben daher unmittelbare Auswirkungen auf die globalen Energiemärkte und die Versorgungssicherheit – auch für Europa und Deutschland.
Spannungen rund um die Straße von Hormus haben in der Vergangenheit regelmäßig zu Preisausschlägen an den Ölmärkten geführt. Eine internationale Schifffahrtsmission, die den freien Durchfluss sicherstellt, wäre daher nicht nur geopolitisch, sondern auch wirtschaftlich von erheblicher Bedeutung.
Macron fordert Einbeziehung des Libanon
Neben der Schifffahrtsmission äußerte sich Macron auch zur Lage im Libanon. Er begrüßte zwar den Waffenstillstand zwischen dem Iran und den Vereinigten Staaten, warnte jedoch, dass die Lage im Libanon weiterhin kritisch bleibe. Macron forderte ausdrücklich, den Libanon in das Abkommen einzubeziehen.
„Unser Wunsch in diesem Zusammenhang ist es, sicherzustellen, dass der Waffenstillstand den Libanon vollständig einschließt", so der französische Präsident. Frankreich unterhält traditionell enge Beziehungen zum Libanon, der einst ein französisches Protektorat war. Paris nimmt daher in der Nahostpolitik regelmäßig eine besondere Vermittlerrolle ein.
Die Ankündigungen Macrons unterstreichen Frankreichs Ambitionen, in der aktuellen geopolitischen Lage eine aktive Führungsrolle zu übernehmen. Ob und wie schnell die geplante Schifffahrtsmission konkret umgesetzt werden kann, bleibt abzuwarten – die Koordination von 15 Ländern sowie die Abstimmung mit dem Iran stellen erhebliche diplomatische Herausforderungen dar.
