LIV Golf droht Insolvenz nach Ende der saudischen Finanzierung
Die Golfserie bereitet Notfallpläne vor, nachdem der saudi-arabische Staatsfonds seine milliardenschwere Unterstützung eingestellt hat.

LIV Golf steht möglicherweise vor dem finanziellen Kollaps. Laut einem Bericht von Bloomberg News bereitet die umstrittene Golfserie einen potenziellen Insolvenzantrag in den Vereinigten Staaten vor, sollte keine neue Finanzierung gesichert werden können. Das Management der Liga erstellt demnach Notfallpläne für einen möglichen Zusammenbruch nach dem Ende der laufenden Saison Ende August.
Der Auslöser der Krise ist das Ende der finanziellen Unterstützung durch den saudi-arabischen Public Investment Fund (PIF). Der staatliche Investmentfonds hatte über einen Zeitraum von vier Jahren rund 5 Milliarden US-Dollar in LIV Golf investiert und die Liga damit überhaupt erst ermöglicht. Ohne diese Mittel fehlt der Serie nun die entscheidende finanzielle Grundlage für den weiteren Betrieb.
Anwälte und Investmentbanker eingeschaltet
Als Reaktion auf die Finanzierungskrise hat LIV Golf bereits renommierte Berater mandatiert. Die Anwaltskanzlei Gibson Dunn & Crutcher sowie die Investmentbank Ducera Partners wurden beauftragt, bei der Suche nach neuen Investoren zu unterstützen. Parallel dazu entwickelt die Liga einen Businessplan, den sie potenziellen Geldgebern präsentieren will.
Neben der Investorensuche prüft LIV Golf auch eine Verlegung des Hauptsitzes in die Vereinigten Staaten. Dieser strategische Schritt hätte einen konkreten rechtlichen Hintergrund: Er würde der Liga ermöglichen, die Restrukturierungsbestimmungen nach Chapter 11 des US-amerikanischen Insolvenzrechts zu nutzen. Chapter 11 bietet Unternehmen die Möglichkeit, unter gerichtlichem Schutz zu sanieren und schützt dabei Vermögenswerte vor dem Zugriff ausländischer Gläubiger.
Hintergrund: LIV Golf und der Konflikt mit der PGA Tour
LIV Golf wurde 2022 mit massiver finanzieller Unterstützung des saudi-arabischen Staatsfonds gegründet und sorgte von Beginn an für Aufsehen in der Golfwelt. Die Serie warb mit enormen Antrittsgeldern zahlreiche Topspieler von der etablierten PGA Tour ab, was zu einem heftigen Rechtsstreit und einer tiefen Spaltung im professionellen Golf führte. Spieler wie Phil Mickelson, Dustin Johnson und Brooks Koepka wechselten zur neuen Liga.
Die Investitionen des PIF in Höhe von rund 5 Milliarden US-Dollar galten lange als schier unbegrenzte Ressource, die LIV Golf einen langen Atem im Wettbewerb mit der PGA Tour sichern sollte. Das nun abrupte Ende dieser Unterstützung stellt die gesamte Existenz der Liga infrage und wirft Fragen über die strategischen Prioritäten Saudi-Arabiens im globalen Sportbereich auf.
Ob es LIV Golf gelingt, neue Investoren zu finden und den Betrieb über die laufende Saison hinaus aufrechtzuerhalten, bleibt derzeit offen. Die Notfallpläne für eine mögliche Insolvenz zeigen jedoch, dass das Management die Lage ernst nimmt und sich auf das Worst-Case-Szenario vorbereitet.
