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Lithium-Nachfrage verdreifacht sich: 134 neue Minen bis 2050 nötig

Benchmark Mineral Intelligence prognostiziert einen Lithiumbedarf von fast 7 Millionen Tonnen LCE bis 2050 – Investitionen von über 100 Milliarden Dollar nötig.

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Lithium-Nachfrage verdreifacht sich: 134 neue Minen bis 2050 nötig

Die globale Lithiumnachfrage wird sich bis zum Jahr 2050 voraussichtlich mehr als verdreifachen. Um diese Nachfrage zu decken, wären der Bau von 134 neuen Minen und Investitionen von mehr als 100 Milliarden Dollar erforderlich. Zu diesem Ergebnis kommt das in London ansässige Forschungsinstitut Benchmark Mineral Intelligence. Treiber dieser Entwicklung ist die fortschreitende Verbreitung von Elektrofahrzeugen.

Konkret prognostiziert Benchmark, dass der Verbrauch bis zur Mitte des Jahrhunderts auf fast 7 Millionen Tonnen Lithiumcarbonat-Äquivalent (LCE) steigen wird. Im laufenden Jahr liegt der Verbrauch bei 2,11 Millionen Tonnen. Bei einer durchschnittlichen Produktionskapazität von 36.000 Tonnen jährlich würde die zusätzlich benötigte Versorgung dem Bau einer neuen Mine alle zwei Monate über die kommenden 24 Jahre entsprechen.

Kapital konkurriert mit KI und Verteidigung

Die Prognose verdeutlicht das Ausmaß der Herausforderungen für die Bergbauindustrie. Regierungen drängen weltweit darauf, den Verkehrssektor zu elektrifizieren und heimische Batterielieferketten aufzubauen. Doch Finanzierungsengpässe, langwierige Genehmigungsverfahren und der Wettbewerb um Investitionen könnten die Bemühungen erschweren, genügend Produktion in Betrieb zu nehmen.

„Die größte Herausforderung besteht darin, diese Investitionen durch Preisschwankungen aufrechtzuerhalten und gleichzeitig um Kapital mit den Bereichen künstliche Intelligenz, Verteidigung und dem weiteren Energiewandel zu konkurrieren“, erklärte Cameron Perks, Produktmanager für Lithium bei Benchmark, in einer Stellungnahme.

Besonders betroffen sind westliche Märkte, die ihre Abhängigkeit von China verringern wollen. Der Aufbau eigener Lieferketten erfordert nicht nur Kapital, sondern auch Zeit – von der Exploration über Genehmigungen bis hin zur tatsächlichen Förderung. Die genannten Hürden könnten sich in diesen Regionen als besonders hinderlich erweisen.

Bedeutung für Anleger

Für deutsche Privatanleger ist die Prognose ein wichtiger Hinweis auf die langfristige Dynamik im Batterierohstoffsektor. Lithium bleibt ein Schlüsselrohstoff der Energiewende, doch die Preisschwankungen der vergangenen Jahre zeigen, wie volatil das Umfeld ist. Wer in Bergbauunternehmen oder Rohstoffprojekte investiert, muss sowohl das enorme Wachstumspotenzial als auch die Finanzierungs- und Genehmigungsrisiken im Blick behalten.

Die Zahlen von Benchmark machen deutlich, dass die Versorgung mit Lithium nicht automatisch mit der Nachfrage Schritt hält. Der Bau einer neuen Mine alle zwei Monate über mehr als zwei Jahrzehnte ist eine gewaltige industrielle Aufgabe. Ob und wie schnell diese gelingt, dürfte maßgeblich darüber entscheiden, wie reibungslos die Elektromobilität vorankommt – und wie sich die Rohstoffpreise entwickeln.

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