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Las Vegas wandelt sich vom Schnäppchenziel zur Luxusdestination

Die Glücksspielmetropole zieht heute vor allem Wohlhabende an – mit rasant steigenden Preisen und exklusiven Großevents.

• 2 Min
Las Vegas wandelt sich vom Schnäppchenziel zur Luxusdestination

Las Vegas war einst das Paradies für Sparfüchse: günstige Hotelzimmer, subventionierte Buffets und erschwingliche Shows – alles finanziert durch die Einnahmen der Casinos. Doch diese Ära ist vorbei. Die Wüstenstadt im US-Bundesstaat Nevada hat sich in der Post-Pandemie-Zeit grundlegend verändert und richtet sich heute klar auf zahlungskräftige Besucher aus.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Im Jahr 2019 lebten laut der Tourismusbehörde der Stadt lediglich 28 % der Besucher in Haushalten mit sechsstelligen Jahreseinkommen. Im vergangenen Jahr waren es bereits 75 %. Das entspricht einer dramatischen Verschiebung der Besucherstruktur innerhalb weniger Jahre.

Höchstpreise und Prestigeevents

Neue Veranstaltungsorte locken Besucher für Profi-Football, Konzerte und Formel-1-Rennen in die Stadt. Viele Reisende planen ihre Trips heute gezielt rund um solche Großereignisse – und zahlen für Unterkunft, Verpflegung und Unterhaltung Spitzenpreise. Die Hotelpreise in Las Vegas sind schneller gestiegen als in jedem anderen bedeutenden Markt der USA.

Wie teuer es in der Stadt geworden ist, verdeutlicht ein virales Beispiel aus dem vergangenen Jahr: Eine einzelne Flasche Wasser wurde für 26 US-Dollar verkauft. Dieser Vorfall sorgte in den sozialen Medien für breite Aufmerksamkeit und gilt als Symbol für den neuen Preisstandard der Stadt.

Mittelschicht zunehmend abgehängt

Vor nicht allzu langer Zeit machten Familien mit niedrigem und mittlerem Einkommen sowie junge Partygäste mit knappem Budget den Großteil der Las-Vegas-Besucher aus. Dieses Publikum bleibt heute zunehmend fern. Die erschwingliche Volksunterhaltung, die Las Vegas über Jahrzehnte definierte, weicht einem Luxusangebot, das sich an eine wohlhabende Klientel richtet.

Ein konkretes Beispiel für den Wandel liefert Ed Schaplow aus Chelan im US-Bundesstaat Washington. Der Betreiber von drei kleinen Unternehmen, darunter einem Obsthof, besuchte Las Vegas ab den 1990er-Jahren zweimal jährlich – einmal geschäftlich, einmal zum Vergnügen. Er und seine Frau konnten damals eine fünftägige Reise inklusive Flügen, Mahlzeiten und mehreren Shows für weniger als 1.000 US-Dollar zusammenstellen.

Für deutsche Reisende, die Las Vegas als klassisches Amerika-Reiseziel kennen, bedeutet dieser Wandel: Wer die Glücksspielmetropole besuchen möchte, muss heute deutlich tiefer in die Tasche greifen als noch vor einigen Jahren. Das einstige Schnäppchenziel hat sich zu einer Luxusdestination entwickelt, die mit den teuersten Reisezielen der Welt mithalten will.

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