Largo diversifiziert Produktmix und steigert Vanadinabsatz um 15 Prozent
Der Vanadinproduzent nimmt Kupfer, Gold, Platin und Palladium ins Portfolio auf und steigert den Absatz in neun Monaten um 15 Prozent.

Der an der TSX und Nasdaq notierte Vanadin- und Ilmenitproduzent Largo hat im zum 30. September abgelaufenen Quartal seine Produktmischung erfolgreich diversifiziert. Erstmals nahm das Unternehmen die Produktion von Kupfer, Gold, Platin und Palladium als neue Nebenprodukte seiner Kernproduktion von Vanadin auf. Damit erweitert der Konzern sein Standbein über das klassische Vanadingeschäft hinaus und erschließt zusätzliche Erlösquellen aus seiner Mine Maracás Menchen in Brasilien.
Im Quartalszeitraum produzierte Largo in der Mine Maracás Menchen 2.093 t Vanadiumpentoxid (V2O5) und verkaufte 2.428 t V2O5-Äquivalent. Für die ersten neun Monate dieses Jahres belief sich die Produktion auf insgesamt 7.609 t und der Absatz auf 7.223 t. Das entspricht einem jährlichen Anstieg von 23 Prozent bei der Produktion und 15 Prozent beim Absatz.
Das Unternehmen führt diese Entwicklung auf eine bewusste Strategie zur Reduzierung der Lagerbestände zurück. Ziel sei es, die Liquidität zu verbessern und den Absatz gezielt auf profitable Nachfrage auszurichten. Für deutsche Anleger ist das insofern relevant, als Largo damit nicht nur Mengen, sondern auch die Qualität seiner Absatzbasis steuert.
Kupfer-, Gold- und PGM-Produktion erreicht erstmals nennenswerte Größenordnung
Largo berichtet, dass die Kupferproduktion im dritten Quartal dieses Jahres 108 t enthaltenes Kupfer in Konzentrat erreichte. Die Goldproduktion belief sich auf 289 Unzen enthaltenes Gold in Konzentrat – erstmals aufgezeichnet als Nebenprodukt der Vanadinförderung. Bei Platin lag die Produktion im Quartal bei 166 Unzen enthaltenem Platin in Konzentrat, während die Palladiumproduktion 291 Unzen enthaltenes Palladium in Konzentrat betrug.
Darüber hinaus gibt Largo an, dass 13.902 t Eisenerzkalkin an den brasilianischen Inlandsmarkt verkauft wurden. Die Ilmenitproduktion im Quartal fiel dagegen mit null aus. Das Unternehmen hatte beschlossen, die Infrastruktur seiner Flotationsanlage für die margenträchtigere Produktion von Kupfer, Gold und Platingruppenmetallen (PGM) zu nutzen. Derzeit laufen laut Largo Studien, um die Wiederaufnahme der Ilmenitproduktion mittelfristig zu prüfen.
Die Produktion von Kupfer, Gold und PGM verkaufte Largo an drei große Rohstoffhändler und einen europäischen Hüttenwerk-Konzern. Nach Einschätzung des Unternehmens spiegelt dies die kommerzielle Attraktivität seiner Nebenproduktkonzentrate wider, die Kupfer, Gold, Platin und Palladium umfassen.
Arias: Diversifikation soll den Wert pro Tonne steigern
Der geschäftsführende Vorsitzende und Co-CEO Alberto Arias erklärt, dass die Diversifikationsstrategie die gesamten Vanadinproduktionsmengen senken könnte. Das Ziel von Largo bestehe jedoch darin, den pro Tonne erzeugten Wert zu steigern und die Wirtschaftlichkeit der Operationen zu stärken. „Zusätzlich zielen die zuvor angekündigte potenzielle Expansion unseres hochmarginalen Kupfer-/Gold-/PGM-Geschäfts sowie unser fortgesetzter Fokus auf Kosten-disziplinierung ab, um die aktuell hohen spezifischen Verbrauchsmaterialkosten auszugleichen“, so Arias. Dies diene dazu, den erzielten Wert aus der Mine Maracás Menchen und dem metallurgischen Komplex zu maximieren und die längerfristigen finanziellen und operativen Ziele von Largo zu unterstützen.
Largo liefert hochreines Vanadin an US-Verteidigungsbehörde
Co-CEO James Bannantine fügt hinzu, dass die kommerzielle Strategie darauf ausgerichtet ist, die Nachfrage nach den wertvolleren Vanadinprodukten von Largo durch die Vertiefung der Kundenbeziehungen in den Sektoren Verteidigung, Luft- und Raumfahrt sowie Energiespeicherung zu erweitern. Dazu gehört auch die Lieferung der ersten Kauforder über 60 Millionen US-Dollar an hochreinem Vanadin an die US Defense Logistics Agency. Gleichzeitig treibt das Unternehmen die kommerzielle Entwicklung des Vanadin-Nebenproduktgeschäfts für Kupfer, Gold und PGM voran.
Bannantine zufolge strebt Largo an, die Mengen an hochreinem Vanadin zu erhöhen. Damit sollen die realisierten Preise verbessert, die Margen gesteigert und die Cashflow-Generierung gestärkt werden. Eine kürzlich durchgeführte Optimierungsstudie von Largo zeigte demnach das Potenzial auf, hochreines Vanadin zu produzieren, das etwa 68 Prozent der Gesamtproduktion ausmachen würde – bei einer gesamten Produktionsrate von etwa 876 t pro Monat.
„Wir evaluieren die Auswirkungen dieser Produktmischung auf Produktionsmengen, realisierte Preise, operative Margen und Cashflow“, so Bannantine. Parallel zum Vanadingeschäft, das primär in Ferro-Vanadin umgewandelt wird, konzentriere sich Largo darauf, die Verkäufe und Lieferungen an Kunden für Kupfer, Gold und PGM voranzutreiben, während das Unternehmen auf den Beginn der Vollproduktion aufbaue.
