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Lagarde fordert Diskussion über Yuan-Unterbewertung auf G7-Ebene

EZB-Chefin Christine Lagarde sieht im unterbewerteten chinesischen Renminbi ein globales Ungleichgewicht, das dringend diskutiert werden muss.

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Lagarde fordert Diskussion über Yuan-Unterbewertung auf G7-Ebene

EZB-Präsidentin Christine Lagarde hat die Staats- und Regierungschefs der Welt aufgerufen, die Unterbewertung der chinesischen Währung offen zu diskutieren. Bei einer Veranstaltung in Brüssel erklärte sie, dass exzessive makroökonomische Ungleichgewichte – darunter auch ein Währungsaspekt – die Weltwirtschaft gefährden. Damit rückt die EZB-Chefin ein Thema in den Vordergrund, das in internationalen Finanzkreisen seit Jahren für Spannungen sorgt.

Lagarde stützte ihre Forderung auf Untersuchungen des Internationalen Währungsfonds (IWF). Demnach war der chinesische Renminbi – auch als Yuan bekannt – um 15 bis 16 Prozent unterbewertet, wenn der nominale Wechselkurs um internationale Inflationsunterschiede bereinigt wird. Diese Zahl verdeutlicht das Ausmaß des Ungleichgewichts, das westliche Volkswirtschaften zunehmend unter Druck setzt.

„Das ist die aktuelle Situation, die die Tatsache vollkommen rechtfertigt, dass es weitere Diskussionen über exzessive Ungleichgewichte, die auch einen Währungsaspekt beinhalten, zwischen den G7-Führern und darüber hinaus gegeben hat und hoffentlich geben wird", sagte Lagarde in Brüssel.

Hintergrund: G7-Sorgen über globale Ungleichgewichte

Das Thema stand bereits auf der Agenda des G7-Gipfels, der vergangene Woche in Frankreich stattfand. Die Staats- und Regierungschefs der sieben führenden Industrienationen zeigten sich besorgt über eine Reihe makroökonomischer Fehlentwicklungen: stark steigende chinesische Handelsüberschüsse, chronische US-Defizite sowie Unterinvestitionen in Europa. Diese drei Faktoren zusammen gelten als strukturelle Risiken für die Stabilität der Weltwirtschaft.

China hat stets bestritten, seine Währung zu Handelsvorteilen zu manipulieren. Dennoch kämpft Europa zunehmend damit, in Sektoren wettbewerbsfähig zu bleiben, die es früher dominierte. Ein prominentes Beispiel ist der Markt für Oberklasse-Fahrzeuge, wo chinesische Hersteller dank günstigerer Preise erhebliche Marktanteile gewinnen. Für die deutsche Automobilindustrie, die traditionell in diesem Segment stark vertreten ist, ist diese Entwicklung besonders relevant.

Kein neues Plaza-Abkommen in Sicht

Trotz ihrer klaren Worte zur Yuan-Unterbewertung erteilte Lagarde Spekulationen über ein neues internationales Währungsabkommen eine Absage. Sie wies die Idee eines neuen Plaza-Abkommens zur gezielten Stärkung des Renminbi zurück. Das originale Plaza-Abkommen von 1985 war geschlossen worden, um den damals überbewerteten US-Dollar gezielt zu schwächen – doch Lagarde betonte, dass „die Zeiten noch anders waren" und eine direkte Parallele zur heutigen Situation nicht gezogen werden könne.

Das Plaza-Abkommen gilt als eines der bedeutendsten währungspolitischen Ereignisse des 20. Jahrhunderts. Damals einigten sich die USA, Japan, West-Deutschland, Frankreich und Großbritannien auf eine koordinierte Intervention an den Devisenmärkten. Dass Lagarde diesen Vergleich explizit ablehnt, signalisiert, dass sie zwar mehr Transparenz und Dialog, aber keine direkte Marktintervention anstrebt.

Für deutsche Anleger und Unternehmen bleibt die Währungsfrage mit China ein zentrales Thema. Eine strukturelle Unterbewertung des Renminbi verbilligt chinesische Exporte künstlich und erschwert europäischen Herstellern den Wettbewerb – sowohl auf dem Heimatmarkt als auch in Drittmärkten weltweit.

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