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Kanadischer Dollar fällt auf 14-Monats-Tief durch US-Dollar-Stärke

Höhere Inflation begrenzt die Verluste des „Loonie", während der US-Dollar nach der restriktiven Fed-Entscheidung zulegt.

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Kanadischer Dollar fällt auf 14-Monats-Tief durch US-Dollar-Stärke

Der kanadische Dollar ist am Montag auf den schwächsten Stand seit 14 Monaten gefallen. Die Währung notierte 0,1 Prozent tiefer bei 1,4162 je US-Dollar, was einem Gegenwert von 70,61 US-Cent entspricht. Im Handelsverlauf erreichte der sogenannte „Loonie" sogar einen Intraday-Tiefstand von 1,4193 – den schwächsten Wert seit April 2025.

Haupttreiber der Schwäche ist ein erstarkter US-Dollar, der gegenüber den wichtigsten Währungen weltweit zulegte. Auslöser war die geldpolitische Entscheidung der US-Notenbank Federal Reserve vom vergangenen Mittwoch. Die Projektionen der Fed sowie die Äußerungen von Kevin Warsh, der seine erste Sitzung als neuer Fed-Vorsitzender leitete, fielen restriktiver aus als von den Märkten erwartet. Dies verlieh dem Greenback zusätzlichen Auftrieb.

Höhere Inflation stützt den Loonie

Vollständig verhindert wurden noch größere Verluste durch überraschend starke Inflationsdaten aus Kanada. Die jährliche Inflationsrate stieg im Mai auf 3,2 Prozent und übertraf damit die Prognosen der Analysten deutlich. Als wesentlicher Treiber gelten höhere Benzinkosten, die im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg und gestiegenen Rohölpreisen stehen. Die von der Bank of Canada beobachteten Kerninflationsmaße verzeichneten hingegen moderatere Anstiege.

Für die Bank of Canada sind diese Daten von besonderer Bedeutung: Eine hartnäckig hohe Inflation schränkt den Spielraum für weitere Zinssenkungen ein und stützt damit indirekt den kanadischen Dollar. Der Renditespread zwischen kanadischen und US-amerikanischen Staatsanleihen bleibt jedoch ein Belastungsfaktor für die Währung.

Ölpreisrückgang belastet Kanadas Exportwirtschaft

Ein weiterer Gegenwind kam vom Rohölmarkt. Die Ölpreise fielen um 2,6 Prozent auf 74,60 US-Dollar pro Barrel. Hintergrund waren Aussagen von US-Vizepräsident JD Vance, wonach in den Gesprächen mit dem Iran Fortschritte erzielt worden seien und die Straße von Hormus offen stehe. Dies verringerte die Sorgen um mögliche Angebotsunterbrechungen und drückte die Preise. Für Kanada ist dies besonders relevant, da Öl zu den wichtigsten Exportgütern des Landes zählt und der Loonie traditionell stark mit dem Ölpreis korreliert.

Die Renditen kanadischer Staatsanleihen stiegen derweil über alle Laufzeiten hinweg an. Die Rendite der zweijährigen Anleihen kletterte um 3 Basispunkte auf 2,810 Prozent. Gleichzeitig weitete sich der Renditeabstand gegenüber vergleichbaren US-Staatsanleihen weiter aus: Die zweijährige kanadische Rendite lag rund 140 Basispunkte unter ihrem US-Pendant – ein Niveau, das den strukturellen Druck auf den kanadischen Dollar verdeutlicht.

Für deutsche Anleger mit Engagements in kanadischen Wertpapieren oder Rohstoffmärkten bleibt die Entwicklung des Loonie ein wichtiger Faktor. Die Kombination aus einem starken US-Dollar, fallenden Ölpreisen und einer divergierenden Geldpolitik zwischen Fed und Bank of Canada dürfte die Währungsdynamik in den kommenden Wochen weiter prägen.

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