Kuaishou-Tochter Kling AI plant Hongkong-Börsengang für mindestens 1 Milliarde Dollar
Die KI-Videoplattform Kling AI hat Banken für einen Hongkong-Börsengang ausgewählt, der mindestens eine Milliarde US-Dollar einbringen könnte.

Die KI-Videoplattform Kling AI des chinesischen Technologiekonzerns Kuaishou Technology (HK: 1024) hat Banken für einen geplanten Börsengang in Hongkong ausgewählt. Nach einem Bericht von Bloomberg News vom Dienstag, der sich auf mit der Angelegenheit vertraute Personen beruft, könnte der Aktienverkauf mindestens eine Milliarde US-Dollar einbringen. Damit würde Kling AI den Schritt an die Börse wagen, während die Nachfrage nach KI-Videoanwendungen in China deutlich zunimmt.
Für die Begleitung des Vorhabens arbeitet Kling laut dem Bericht mit der China International Capital Corp (HK: 3908), Goldman Sachs (NYSE: GS) und der UBS Group (NYSE: UBS) zusammen. Angestrebt wird eine Notierung bereits im kommenden Jahr. Die Gespräche laufen allerdings noch, und sowohl die Größe als auch der Zeitpunkt des Angebots könnten sich noch ändern, wie Bloomberg weiter berichtete. Für Anleger bedeutet das: Der Börsengang ist bislang nicht in trockenen Tüchern.
An der Börse kam die Nachricht gut an. Die in Hongkong notierten Aktien von Kuaishou stiegen bis 03:57 Uhr GMT am Dienstag um 3 Prozent auf HK$30,38. Der Kursgewinn zeigt, dass Marktteilnehmer dem Vorhaben offenbar einigen Wert beimessen.
Milliardenschwere Finanzierung im Juli
Erst im Juli hatte Kling AI laut Bloomberg 2,8 Milliarden US-Dollar von Investoren eingesammelt. Zu den Geldgebern zählten die Tech-Giganten Alibaba Group, Tencent Holdings und Baidu. Vor dieser Finanzierungsrunde wurde das Unternehmen auf etwa 15 Milliarden US-Dollar bewertet. Diese Summe unterstreicht, welches Potenzial Investoren der KI-Videosparte beimessen.
Die Plattform war erst 2024 gestartet und hat sich damit in kurzer Zeit zu einem bedeutenden Akteur im Markt für KI-generierte Videoinhalte entwickelt. Der geplante Börsengang reiht sich in eine breitere Bewegung ein: Chinesische KI-Videoplattformen versuchen, von der wachsenden Nachfrage und der Wiederbelebung der IPO-Aktivitäten in Hongkong zu profitieren.
Was das für den Markt bedeutet
Die geplante Notierung fällt in eine Phase, in der der Hongkonger Aktienmarkt neuen Schwung für Technologieemissionen zeigt. Kuaishou selbst ist bereits in Hongkong gelistet, sodass ein separates Listing der KI-Sparte eine Ausgründung des Wachstumsgeschäfts bedeuten würde. Für Kuaishou bietet sich damit die Chance, den Wert der KI-Videosparte direkt am Kapitalmarkt sichtbar zu machen.
Für deutsche Privatanleger ist der Fall ein weiteres Beispiel dafür, wie dynamisch der chinesische KI-Sektor derzeit ist. Namen wie Alibaba, Tencent und Baidu gehören zu den bekanntesten Vertretern der Branche und sind teils auch über europäische Handelsplätze zugänglich. Ein Börsengang von Kling AI in Hongkong wäre vor allem für Anleger interessant, die direkt in das Wachstumsthema KI-Video investieren möchten.
Ob und wann es tatsächlich zu der Notierung kommt, bleibt angesichts der noch laufenden Gespräche offen. Klar ist jedoch: Der geplante Schritt und die jüngste milliardenschwere Finanzierung machen Kling AI zu einem der auffälligsten Kandidaten für einen der größeren Technologie-Börsengänge in Hongkong.
