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Klage gegen Trump wegen Verkauf von Truth Social Vorabzugängen

Ein Medienunternehmen und eine gemeinnützige Organisation klagen gegen Trump, um einen umstrittenen Dienst mit Vorabbenachrichtigungen zu blockieren.

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Klage gegen Trump wegen Verkauf von Truth Social Vorabzugängen

Gegen US-Präsident Donald Trump ist am Mittwoch Klage beim US-Bezirksgericht in Manhattan eingereicht worden. Die Kläger — die Nachrichtenorganisation The Intercept Media und die gemeinnützige Freedom of the Press Foundation — wollen einen neuen Dienst blockieren, der Vorabbenachrichtigungen über Trumps Beiträge auf seiner eigenen Social-Media-Plattform Truth Social verkauft. Der Dienst trägt den Namen „Truth API" und wird von Trump Media vermarktet.

Im Mittelpunkt der Klage steht die Frage, ob der kommerzielle Verkauf von Vorabzugängen zu Beiträgen eines amtierenden US-Präsidenten rechtlich zulässig ist. Die Klageschrift weist ausdrücklich darauf hin, dass Trumps Beiträge auf Truth Social die Finanzmärkte regelmäßig bewegen — da sie häufig Ankündigungen zu Regierungsrichtlinien, Militäraktionen und anderen politischen Entscheidungen enthalten. Für Marktteilnehmer kann ein Informationsvorsprung von Millisekunden erhebliche finanzielle Vorteile bedeuten.

Laut der Klageschrift hat Trump seit seinem Amtsantritt im Januar 2025 zwischen 9.000 und 11.000 Beiträge auf Truth Social veröffentlicht. Das Weiße Haus hat auf eine Anfrage von CNBC zur Stellungnahme bislang nicht reagiert.

Truth API: Millisekundenschnelle Feeds für zahlende Kunden

Kevin McGurn, CEO von Trump Media, erläuterte den Dienst während einer Telefonkonferenz zu den Quartalsergebnissen am Montag. Demnach stellt die Truth API „maschinenlesbare Feeds von öffentlich zugänglichen Truth-Beiträgen der Top-Accounts der Plattform im Millisekundenbereich bereit". Der Dienst richtet sich offenbar an professionelle Nutzer, die auf Geschwindigkeit angewiesen sind — etwa Handelsalgorithmen oder Nachrichtenagenturen.

McGurn gab zudem bekannt, dass Trump Media bislang mehr als zehn Kundenverträge für die Truth API unterzeichnet habe. Die Verträge bewegen sich laut McGurn „in der Regel im Bereich von 60.000 bis 100.000 US-Dollar pro Monat". Das Unternehmen befinde sich darüber hinaus in aktiven Gesprächen mit sogenannten Hyperscalern — also großen Cloud-Anbietern — sowie mit großen Nachrichtenorganisationen und Entwicklern von KI-Sprachmodellen.

Mehrere Beklagte neben Trump persönlich

Die Klage richtet sich nicht nur gegen Trump selbst. Als weitere Beklagte nennt die Klageschrift Natalie Harp, die persönliche Assistentin des Präsidenten, sowie Dan Scavino, den stellvertretenden Stabschef des Weißen Hauses. Beiden ist bekannt, dass sie im Namen des Präsidenten auf Truth Social posten. Ebenfalls beklagt werden das Executive Office of the President und das White House Office.

Für deutsche Anleger und Marktbeobachter ist der Fall von besonderer Relevanz: Trumps Truth-Social-Beiträge haben in der Vergangenheit wiederholt starke Kursreaktionen an internationalen Börsen ausgelöst — etwa bei Ankündigungen zu Zöllen oder geopolitischen Entwicklungen. Ein kommerzieller Frühzugang zu solchen Informationen würde institutionellen Investoren einen strukturellen Vorteil gegenüber Privatanlegern verschaffen. Der Ausgang des Verfahrens dürfte daher weit über die USA hinaus aufmerksam verfolgt werden.

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