KI treibt globale Investitionsausgaben bis 2027 auf eine Billion Dollar
Ein BofA-Bericht zeigt: Hyperscaler wie Microsoft, Amazon, Alphabet und Meta erhöhen ihre KI-Investitionen massiv.

Künstliche Intelligenz wird die weltweiten Investitionsausgaben der großen Technologiekonzerne bis 2027 auf eine Billion US-Dollar treiben. Das geht aus einem neuen Branchenbericht von BofA Global Research hervor. Auslöser sind beschleunigte KI-Umsätze und anhaltende Lieferengpässe bei High-End-Rechenhardware, die voraussichtlich bis ins Jahr 2026 bestehen bleiben.
Die Aufwärtskorrektur folgt auf die Quartalsergebnisse der führenden Hyperscaler für das erste Quartal. Dazu zählen <a class="tvreplink" target="_blank" href="https://de.tradingview.com/symbols/Nasdaq%3AGOOG">Alphabet (GOOGL), Microsoft (MSFT), Amazon (AMZN) und Meta Platforms (META). Alle vier Konzerne haben ihre Ausgabenprognosen deutlich angehoben und signalisieren damit, dass der KI-Investitionszyklus weiter an Fahrt gewinnt.
Capex-Prognosen der Hyperscaler im Überblick
BofA prognostiziert, dass die kombinierten Investitionsausgaben der Hyperscaler im Jahr 2026 die Marke von 800 Milliarden US-Dollar überschreiten werden – ein Anstieg von 67 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im darauffolgenden Jahr 2027 soll dann die Schwelle von einer Billion US-Dollar durchbrochen werden. Diese Zahlen verdeutlichen das historisch beispiellose Tempo, mit dem die Tech-Giganten ihre Infrastruktur ausbauen.
Die einzelnen Unternehmen haben ihre Capex-Ausblicke für 2026 erheblich nach oben korrigiert. Microsoft hob seinen Ausblick auf 190 Milliarden US-Dollar an, nach einer vorherigen Markterwartung von 154 Milliarden US-Dollar. Amazon hält an einer starken Prognose von 200 Milliarden US-Dollar fest, während Alphabet 185 Milliarden und Meta 135 Milliarden US-Dollar eingeplant haben.
Ein wesentlicher Treiber dieser Ausgaben sind steigende Hardwarekosten. Microsoft wies ausdrücklich darauf hin, dass allein 25 Milliarden US-Dollar seines Capex-Anstiegs für 2026 auf höhere Komponentenpreise zurückzuführen sind. Halbleiterhersteller profitieren dabei von erheblicher Preismacht und können steigende Kosten für Wafer, Speicher und Substrate an ihre Kunden weitergeben.
Starkes KI-Umsatzwachstum rechtfertigt die Investitionen
Die massiven Ausgaben werden durch konkrete Umsatzzahlen untermauert. Alphabet generiert mittlerweile über 16 Milliarden Gemini-Token pro Minute, und das Suchsegment wächst dank KI-integrierter Anfragen um 19 Prozent. Microsoft meldete eine annualisierte KI-Umsatzrate von über 37 Milliarden US-Dollar – ein Anstieg von 123 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Auch Amazons Cloud-Sparte AWS verzeichnete mit 28 Prozent das schnellste Wachstum seit über drei Jahren. Als Haupttreiber nennt das Unternehmen KI-Workloads sowie strategische Partnerschaften. Diese Zahlen belegen, dass die enormen Investitionen bereits messbare Erträge generieren.
Profiteure des KI-Investitionszyklus
Zu den Hauptprofiteuren des anhaltenden Ausgabenzyklus gehören laut dem BofA-Bericht folgende Segmente:
- Rechen-Giganten wie Nvidia (NVDA)
- Unternehmen spezialisiert auf Speicherlösungen
- Anbieter von Optik-Komponenten
- Halbleiterausrüster (Semicaps)
- Hersteller von Leistungshalbleitern für Rechenzentren
Der Bericht hebt zudem hervor, dass Hyperscaler derzeit gleichermaßen auf Standard-GPUs (Merchant GPUs) und eigene Chip-Designs (Custom Silicon) setzen. Das Angebot an KI-Rechenleistung wird voraussichtlich bis Ende 2026 knapp bleiben. Starke Kundenbindungen und ein sich verbessernder freier Cashflow sollen das historische Investitionsniveau weiterhin rechtfertigen – ein Signal, dass der KI-Boom für Anleger noch lange nicht ausgereizt ist.
