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KI-Handelswende trifft Hedgefonds: Goldman Sachs warnt vor Verlusten

Seit dem 22. Juni kehrt sich der dominante KI- und Momentum-Handel um – mit spürbaren Folgen für Hedgefonds-Renditen weltweit.

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KI-Handelswende trifft Hedgefonds: Goldman Sachs warnt vor Verlusten

Hedgefonds haben seit dem 22. Juni erhebliche Verluste bei Long-Short-Strategien verbucht. Der Auslöser: Eine Trendwende beim Handel mit künstlicher Intelligenz und Momentum-Strategien, der weite Teile des Jahres 2026 dominiert hatte. Das geht aus aktuellen Daten des Prime-Brokerage-Desks von Goldman Sachs hervor.

Besonders hart traf es systematische Manager, also Fonds, die regelbasierte und algorithmische Handelsstrategien einsetzen. Sie verzeichneten einen Rückgang von 3,6 % – den schlimmsten Drawdown seit dem Sommer 2025, wie Goldman Sachs festhält. Diese Verluste haben rund ein Viertel der diesjährigen Gewinne dieser Fondsgruppe zunichtegemacht.

Systematische Fonds verlieren Boden, bleiben aber im Plus

Trotz des Einbruchs liegen systematische Fonds seit Jahresbeginn noch mit 10,8 % im Plus. Zum Vergleich: Am 22. Juni hatte die Jahresperformance noch bei 14,4 % gelegen. Der Rückgang zeigt, wie schnell sich Gewinne in einem sich drehenden Marktumfeld auflösen können.

Goldman Sachs identifizierte die Short-Seite als Hauptquelle der Verluste. Angeführt wurde der Abschwung von US-Aktien, gefolgt von den entwickelten Märkten in Asien und Europa. Als zentrale Belastungsfaktoren nannte die Bank Momentum-Strategien sowie überfüllte Positionierungen – ein bekanntes Risiko, wenn viele Marktteilnehmer gleichzeitig ähnliche Wetten eingehen.

Fundamental orientierte Long-Short-Manager schnitten in absoluten Zahlen besser ab. Sie gaben seit dem 22. Juni lediglich um 2,2 % nach und liegen für das Gesamtjahr weiterhin mit starken 15,5 % im Plus. Goldman Sachs analysierte, dass nur 0,8 Prozentpunkte dieses Verlustes auf echtes Alpha – also die managerspezifische Mehrrendite – zurückzuführen sind. Der überwiegende Teil des Schadens entstand durch das Engagement in Informationstechnologie und Momentum-Positionen.

Fundamentale Manager bauen KI-Positionen aggressiv ab

Besonders bemerkenswert ist laut Goldman Sachs die Reaktion der fundamental orientierten Manager. Die Bank stellte fest, dass diese Fonds „aggressiv die KI-Long-Positionen abbauen, die bis zum 22. Juni ihr gesamtes Alpha seit Jahresbeginn generiert hatten". Diese Aussage verdeutlicht, wie stark die Performance vieler Hedgefonds in diesem Jahr von der KI-Euphorie abhängig war.

Die Glattstellung dieser Positionen hat weitreichende Folgen für die Portfoliostruktur. Das Momentum-Engagement wurde aus den Portfolios herausgenommen, und der Brutto-Hebel – also das Verhältnis von eingesetztem Kapital zu tatsächlichem Eigenkapital – ist laut Goldman Sachs in das unterste Dezil des vergangenen Jahres gefallen. Das bedeutet, dass Hedgefonds aktuell so wenig Fremdkapital einsetzen wie selten zuvor in den letzten zwölf Monaten.

Die Entwicklung zeigt, wie anfällig selbst erfolgreiche Handelsstrategien für abrupte Trendwenden sein können. Für deutsche Privatanleger, die in Hedgefonds-ähnliche Produkte oder thematische KI-ETFs investiert sind, unterstreicht die aktuelle Situation die Bedeutung breiter Diversifikation und eines bewussten Umgangs mit Momentum-Risiken in ihren Portfolios.

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