ANZEIGE

KI-Cyberangriffe auf Banken sind nur eine Frage der Zeit

Der Binance-Hack zeigt: Nicht ob, sondern wann ein großes Finanzinstitut kompromittiert wird, warnt ein Chicago-Booth-Professor.

•• 4 Min
KI-Cyberangriffe auf Banken sind nur eine Frage der Zeit

Der Cyberangriff auf die Krypto-Börse Binance liefert nach Einschätzung eines Finanzprofessors wichtige Lehren für Investoren, Aufsichtsbehörden und politische Entscheidungsträger. Der Autor, Professor für Volkswirtschaftslehre und Finanzen an der Chicago Booth School of Business, ordnet den Vorfall in einem Gastbeitrag als Warnsignal ein. Seine zentrale These: Bei Cyberangriffen auf große Finanzinstitute geht es nicht um die Frage, ob sie kompromittiert werden, sondern wann.

Politische Entscheidungsträger planen routinemäßig die Bewältigung verschiedener Risiken für die Finanzstabilität – etwa durch Kriegsspiele und Stresstests. Cyberangriffe unterscheiden sich jedoch von den meisten anderen Risiken. Während andere Gefahren kalkulierbar erscheinen, gilt für die Cyber-Bedrohung: Ein großer Angriff auf ein Finanzinstitut ist nur eine Frage der Zeit.

Die Affäre um Binance deutet auf eine mögliche Erklärung hin, warum bislang keine massive Sicherheitslücke im traditionellen Bankensystem aufgetreten ist. Möglicherweise sind Banken und konventionell regulierte Finanzinfrastrukturen nicht mehr die attraktivsten Ziele. Wenn das Krypto-Ökosystem bei der Abwehr von Angriffen nachlässig gewesen ist, könnten Angreifer dorthin abwandern, wo sie leichter Beute machen.

Große Banken stehen unter ständigem Beschuss

Daraus sollte man jedoch keinen Grund zur Beruhigung ableiten. Große Banken stehen unter ständigem Beschuss. Das Gesetz der großen Zahlen, gepaart mit der Art und Weise, wie zunehmend fortschrittliche Künstliche Intelligenz (KI) Angreifer befähigt, lässt darauf schließen, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis ein erheblicher Angriff erfolgreich ist.

Manchmal wird behauptet, der Aufstieg der KI werde Institutionen in die Lage versetzen, Cyberangriffen auf Augenhöhe entgegenzutreten. Der Autor hält das für zu optimistisch. KI kann und sollte eingesetzt werden, um Schwachstellen zu identifizieren, und wird Teil der Bemühungen sein, diese zu beheben. Doch wie der kürzlich erfolgte Hack des KI-Modells und Datenrepositories Hugging Face deutlich macht, können sich Institutionen nicht ausschließlich auf Technologie verlassen.

Maßnahmen zur Behebung von Mängeln hängen von Menschen ab, die nicht so schnell arbeiten und sich anpassen können wie KI. Folglich werden die Verteidigungsanstrengungen hinter denen der Angreifer zurückbleiben. Die ersten Berichte über den Hackerangriff auf Binance deuten zudem auf die mögliche Beteiligung staatlich geförderter Angreifer hin.

Einzelne Institute können sich gegen staatliche Angreifer kaum wehren

Einzelne Institutionen werden niemals über ausreichende Ressourcen verfügen, um gegen staatlich geförderte Akteure zu kämpfen, und es ist unvernünftig, dies von ihnen zu erwarten. Zwar gibt es gewisse Kooperationsbemühungen zwischen großen Finanzinstituten zum Austausch von Informationen, doch Regierungen spielen eine entscheidende Rolle bei der Schaffung von Standards, die die besten Interessen ihrer Bürger schützen.

Für das Bankensystem besteht ein Aufsichtsregime, das dazu beitragen soll, die Risiken eines KI-Angriffs zu bewältigen. Dasselbe gilt nicht für das Krypto-Ökosystem. Der Mangel an strenger Aufsicht mag Innovation fördern, macht Krypto-Unternehmen jedoch auch anfällig.

Im Moment könnte ein Angriff vom Typ Binance das Vertrauen in das breitere Finanzsystem nicht erschüttern. Doch wenn das Krypto-Ökosystem weiter wächst und stärker in das traditionelle Finanzsystem integriert wird, könnten die Auswirkungen weitaus verheerender sein. Eine wahre Aussage im Zusammenhang mit Cyberrisiken lautet, dass eine Organisation oder ein Finanzsystem nur so stark ist wie ihr schwächstes Glied.

Kriminelle könnten KI-Agenten im Krypto-Ökosystem trainieren

Ein weiterer Grund zur Sorge besteht darin, dass Kriminelle und andere feindliche Akteure das Krypto-Ökosystem nutzen könnten, um KI-Agenten darin zu schulen, wie sie Finanzinstitutionen am besten hacken können. KI verbessert sich rasant, und verschiedene Institutionen setzen unterschiedliche Abwehrmaßnahmen ein. Doch das Erlernen des Hackens eines Systems kann Erkenntnisse liefern, die beim Angriff auf ein anderes System hilfreich sind.

Wenn die Funktionsweise einer wichtigen Finanzinstitution oder eines Schlüsselelements der etablierten Finanzinfrastruktur beeinträchtigt wird, kann dies rasch zu weitverbreitetem Misstrauen gegenüber dem Finanzsystem führen. Vertrauen ist das Schmiermittel, das das Finanzsystem am Laufen hält und Unternehmen sowie Haushalte unterstützt. Wenn es durch einen Cyberangriff, der von einem feindlichen Staat oder einem nicht-staatlichen Akteur initiiert wurde, schwer beschädigt wird, lässt es sich nur schwer wiederherstellen. Die systemischen Folgen könnten weitreichend sein.

Politik sollte den Binance-Angriff als Warnschuss begreifen

Banken investieren erheblich in den Schutz vor diesen Risiken, und das US-Finanzministerium sowie die Bankenaufsichtsbehörden arbeiten mit regulierten Finanzinstituten zusammen, um die Vorbereitungsbereitschaft zu fördern. Doch sowohl das Ausmaß als auch die Art der Investitionen des Privatsektors werden hinter dem Bedarf zurückbleiben, der erforderlich ist, um die Widerstandsfähigkeit des Finanzsystems zu gewährleisten.

Politische Entscheidungsträger sollten den Angriff auf Binance daher als das erkennen, was er ist: als Warnschuss für potenziell viel schlimmere Entwicklungen in Zukunft. Der Schutz vor Hacks, die Milliarden Dollar stehlen und das Vertrauen in die Finanzwelt untergraben, erfordert, dass der öffentliche Sektor eng mit dem Privatsektor zusammenarbeitet, um die Resilienz zu stärken und Pläne für den Fall zu entwickeln, dass etwas schiefgeht.

Die Duldung, dass die Krypto-Welt – ein großer und wachsender Teil der Finanzbranche – weiterhin minimaler Aufsicht unterliegt, gefährdet nach Ansicht des Autors das nationale Wohlergehen. Innovation ist gut, muss aber mit angemessener Aufsicht einhergehen. Kathryn Judge, Professorin an der Columbia Law School, hat zu diesem Beitrag beigetragen.

BinanceCyberangriffKünstliche IntelligenzFinanzsystemBankenKryptoAufsichtFinanzstabilität

Meistgelesene News

  1. SpaceX-Aktie: Was 10.000 Dollar bis 2030 wert sein könnten
  2. Deutsche Telekom bremst Fusion mit T-Mobile US aus
  3. Weil Gotshal & Manges: Wie die Wall-Street-Kanzlei in die Krise geriet
  4. Weil, Gotshal & Manges in der Krise: Kanzlei sucht Insolvenzberater
  5. Commerzbank-Übernahme: Deutsche Bank wirbt offensiv um Mittelstandskunden

Disclaimer


Wichtiger Hinweis auf bestehende Interessenkonflikte:

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass im Rahmen dieser Publikation Interessenkonflikte bestehen:

1. Die Stock Market Media Ltd. und ihr nahestehende Personen besitzen Aktien der hier empfohlenen Gesellschaften und beabsichtigen, diese im Rahmen und zu jedem Zeitpunkt dieser Empfehlung zu verkaufen. Hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

2. Der Herausgeber dieser Publikation, sowie die verantwortlichen Redakteure erhalten für die Erstellung eine finanzielle Vergütung. Auch hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

3. Beachten Sie auch die weitergehenden Ausführungen zu bestehenden Interessenkonflikten im nachfolgenden Disclaimer, u.a. unter Ziff. 2.

Wichtige Informationen und Pflichtmitteilungen gemäß Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) sowie gemäß Finanzanlageverordnung (FinAnV).

Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit als Ersteller von Anlagestrategieempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 34 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 oder von Anlageempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 35 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014, (bisher „Finanzanalysen“) der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht („BaFin“) gemäß WpHG angezeigt. Die Pflichten der Stock Market Media Ltd. regeln sich primär nach den §§ 85, 86 WpHG, der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 und der Delegierten Verordnung (EU) 2016/958.

Angaben über den/die Ersteller dieser Publikation:
Verantwortlich für die Erstellung der Texte und Inhalte dieser Publikation ist Herr Roberto Gonçalves de Albuquerque, als Analyst und Chefredakteur. Herausgeber ist die Stock Market Media Ltd., 405 Kings Road, Flat 600, London; SW10 0BB, Vereinigtes Königreich, vertreten durch den Director Roberto Gonçalves de Albuquerque.

Wichtige Hinweise zur Erstellung dieser Veröffentlichung:
Diese Veröffentlichung enthält sowohl Tatsachen und Fakten zu den besprochenen Unternehmen, als auch rein subjektive Werturteile, Interpretationen, Schätzungen, Hochrechnungen, Vorhersagen und Preisziele. Diese versuchen wir, möglichst transparent voneinander abzugrenzen, um irreführende Angaben zu vermeiden. Recherche, Aufbereitung und Formulierung erfolgen dabei unter Einsatz gängiger digitaler und KI-gestützter Hilfsmittel; die inhaltliche Prüfung und die redaktionelle Verantwortung liegen bei uns. Die wesentlichen Grundlagen und Maßstäbe unserer Werturteile und Bewertungen, der besprochenen Aktien, basieren auf folgender Vorgehensweise:

Beurteilung und Bewertung von Unternehmen nach herkömmlichen Bewertungsmethoden (grundlegender Bewertungsansatz)

  • Einschätzung des Potentials der zukünftigen Unternehmensentwicklung (Wachstumsansatz) und Hochrechnung auf das entsprechende Bewertungspotential (Kurs-Potential-Analyse) sowie einer möglichen Unternehmens-Aktien-Bewertung aufgrund potentieller Gewinnerwartungen (KGV Hochrechnung)
  • Einschätzung des von uns erwarteten Best-Case-Szenarios im absoluten Erfolgsfall des Unternehmens (Blue-Sky-Potential-Ansatz)
  • Effekt der von uns erwarteten, gesteigerten Bekanntheit der empfohlenen Aktie auf den Aktienkurs durch einen starken Anstieg der Nachfrage am Markt (insbesondere maßgeblich bei marktengen oder neu bzw. erstmals empfohlenen Aktien) aufgrund der von uns oder Dritten veröffentlichten Publikationen (meistens Kaufempfehlungen), (Multiplikator- / Momentum-Effekt, Hype), dadurch überproportional steigende Rendite/Aktienkurs bei entsprechend steigendem Risiko
  • Technische Analyse des Aktienkurses gemäß gängiger Analyse-Methoden, meist zur Voraussage von Kurs-Signalen (Kauf- oder Verkaufssignal, Ausbruch der Aktie, Festlegung von Kurszielen, Unterstützungs- oder Widerstandsbereichen, erwarteten Mindestbewegungen oder Mindest-Gegenbewegungen, Voraussage von Signalpunkten (wenn-dann), etc.), größtenteils auf der erwarteten Massenpsychologie aufbauend. (technischer Ansatz).

Herkömmliche Bewertungsansätze sind bei jungen oder noch umsatzlosen Unternehmen oft schlecht sinnvoll anwendbar. Daher stützen wir uns bei der Bewertung von solchen Unternehmen tendenziell auf die von uns errechnete Potential-Analyse, sowie die Einschätzung der Nachfrage nach solchen Aktien am Kapitalmarkt. Letztendlich entscheidet der Markt über den Aktienkurs eines Unternehmens. Entsteht durch umfangreiche Empfehlungen einer Aktie, eine exzessive Nachfrage nach dieser, ist es möglich, dass der Aktienkurs bei einem hohen Handelsvolumen überdurchschnittlich steigt. Dies führt zwar zu extremen Gewinnmöglichkeit, erhöht jedoch entsprechend das Risiko einer Blasenbildung mit entsprechendem Kursrückgang. Durch die gesteigerte Volatilität der Aktie in solchen Situationen ergeben sich überdurchschnittliche Gewinn- und Verlustmöglichkeiten, sowohl in beide Handelsrichtungen als auch bei wiederkehrenden Gegenbewegungen. Auch solche Marktentwicklungen sind ein wichtiger Teil unserer Handelsempfehlungen und Bewertungsansätze.

Diese Publikation befasst sich ausschließlich mit überdurchschnittlich volatilen Werten mit hohem Gewinn- und auch Verlustpotential.

Hinweis zu Informationsquellen:
Die Zuverlässigkeit von Informationsquellen wird von uns vor deren Verwendung ausführlich geprüft und von uns entsprechend ihrer Glaubwürdigkeit und Bedeutung subjektiv bewertet. Dabei entscheiden wir nach eigenen Maßstäben, welche Quellen wir für relevant, zu konservativ oder zu optimistisch halten. Letztendlich legen wir unsere Empfehlungen aufgrund unserer persönlichen Einschätzungen fest. Bei der Informationsbeschaffung greifen wir auf zahlreiche öffentlich zugängliche Quellen zurück wie z.B. Pressemitteilungen, Ad-Hoc-Mitteilungen, Unternehmensmeldungen, Firmenpräsentationen, Publikationen und Artikeln zum besprochenen Unternehmen, gängige Finanzmedien im In- und Ausland sowie auf Unternehmens- oder Branchen-Analysen Dritter.

In unseren Publikationen werden ausschließlich öffentlich verfügbare Informationen und Quellen, sowie vom Unternehmen selbst verbreitete Informationen verwendet.

Hinweis zu bestehenden Interessenkonflikten:
Wir weisen hiermit darauf hin, dass Gesellschafter, Redakteure, Mitarbeiter sowie Personen bzw. Unternehmen die an der Erstellung dieser Veröffentlichung beteiligt sind, sowie Auftraggeber (Dritte) der Publikation von Stock Market Media Ltd. zum Zeitpunkt dieser Veröffentlichung direkt oder indirekt Anteile an Wertpapieren, welche im Rahmen der jeweiligen Publikation besprochen werden, halten. und daher an einer Kurs- und/oder Umsatzsteigerung, d.h. auch einer erhöhten Handelsliquidität interessiert sind, da die Absicht besteht, in unmittelbarem Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung diese Wertpapiere zu verkaufen und an steigenden Kursen und Umsätzen zu partizipieren. Ein Kurszuwachs der Aktien der vorgestellten Unternehmen kann zu einem Vermögenszuwachs bei diesen Personen führen. Durch die Besprechung des Unternehmens können jedenfalls der Aktienkurs des Unternehmens erheblich beeinflusst werden. Insbesondere wird auch durch Wertpapiertransaktionen der Aktienkurs der besprochenen Unternehmen maßgeblich beeinflusst. Dies gilt insbesondere, wenn es sich um Unternehmen handelt deren Aktien keine breite Marktkapitalisierung haben und bei denen nur ein enger Markt besteht. Hier können auch nur geringe Auftragsvolumen erhebliche Auswirkungen auf die Kurse haben. Sie sind aber auch daran interessiert, dass der Kurs des besprochenen Unternehmens sinkt, wenn sie deren Aktien günstiger erwerben wollen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Stock Market Media Ltd. und seine Mitarbeiter werden zudem für die Vorbereitung, elektronische Verbreitung und Veröffentlichung dieser Publikation sowie für andere Dienstleitungen entgeltlich entlohnt. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Diese Vergütung kann durch das Unternehmen über das die Stock Market Media Ltd. Informationen veröffentlicht, durch mit diesen Unternehmen verbundene Dritte oder sonstige Dritte, die ein Interesse in Bezug auf die im Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung besprochenen Unternehmen verfolgen, erfolgen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen. Dieser wird zunächst dadurch begründet, dass die Stock Market Media Ltd. im Interesse ihres Auftraggebers ihre Ausführungen vornehmen könnte. Die Stock Market Media Ltd. und/oder mit ihr verbundene Unternehmen haben mit der gegenständlichen Gesellschaft bzw. mit deren Aktionären eine kostenpflichtige Vereinbarung zur Erstellung der redaktionellen Besprechung getroffen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Hinweis zur Handhabe der internen Organisationspflichten:
Aufgrund der geringen Unternehmensgröße des Herausgebers, ist eine interne Kontrolle der Compliance Prozesse der an dieser Publikation mitwirkenden Mitarbeiter und sonstigen Beteiligten überschaubar.

Verantwortliche Aufsichtsbehörde:
Die Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit gemäß § 86 WpHG bei der BaFin angezeigt.