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KI-Capex-Zyklus: Ein Sektor liefert zwei Drittel des globalen Gewinnwachstums

Wackelige Aktienmärkte und wachsende Zweifel am KI-Investitionszyklus prägen die Woche. Neue Citi-Daten zeigen eine historisch hohe Gewinnkonzentration.

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KI-Capex-Zyklus: Ein Sektor liefert zwei Drittel des globalen Gewinnwachstums

Die Aktienmärkte haben eine wackelige Woche hinter sich. Die Experten, die dafür Gründe liefern, äußern sich laut FT Markets etwa so: Die zentrale Sorge verschiebe sich zunehmend dahin, wann der außergewöhnliche Capex-Zyklus für KI seinen Höhepunkt erreiche. Das sagte Emmanuel Makonga, Equity-Stratege bei Barclays.

"Die Anleger konzentrieren sich darauf, wie weit die KI-Ausgaben von hier aus noch tragfähig sind", fügte Makonga hinzu. Dies führe zu einer "Abwertung des KI-Trades". All dies erscheint logisch. Unterschätzt wird jedoch möglicherweise das Ausmaß, in dem der KI-Capex-Zyklus den Markt prägt.

Historische Gewinnkonzentration

Hier kommen neue Daten des Citigroup-Strategen David Groman und seines Teams ins Spiel. Sie zeigen, wie konzentriert die Konsensprognosen für das kommende Jahr aussehen. Dass nur ein einziger Sektor mehr als zwei Drittel des globalen Gewinnwachstums liefert, ist ungewöhnlich.

Ohne die Jahre mit rückläufigem globalem EPS (Earnings Per Share, Gewinn je Aktie) wäre dies nach der Energiekrise von 2022 der höchste Wert an Gewinnkonzentration eines einzelnen Sektors in den vergangenen 30 Jahren. Der am besten performende Sektor trägt im Durchschnitt zu 40 Prozent zum Gewinnwachstum bei.

Aufgeschlüsselt nach Regionen statt nach Sektoren liefern die Daten ein weiteres bemerkenswertes Detail: Rund 78 Prozent des erwarteten US-Gewinnwachstums im kommenden Jahr stammen aus dem IT-Sektor. Diese Zahl verdeutlicht, wie stark die Gewinnperspektive der weltweit größten Volkswirtschaft inzwischen an eine einzige Branche gekoppelt ist.

Was die Daten für Anleger bedeuten

Eine quantitative strategische Einschätzung dieser Daten sagt allerdings wenig aus. Die historischen Präzedenzfälle passen kaum zu den aktuellen Prognosen. In Jahren mit zweistelligem Gewinnwachstum schneiden Aktien in der Regel gut ab. In einem Jahr jedoch, in dem sich das Wachstum gegenüber dem Vorjahr um 20 Prozentpunkte verlangsamt, entwickeln sie sich tendenziell schwächer.

Höhere als durchschnittliche Konzentrationsgrade sind für die breite Marktentwicklung weder gut noch schlecht. Citi schränkt die Betrachtung auf Jahre mit positivem, aber verlangsamtem EPS-Wachstum ein und stellt fest, dass Aktien in zwei Dritteln der Fälle steigen. Ein klares Muster lässt sich jedoch kaum erkennen.

Ob die Konsenserwartungen realistisch sind, ist eine völlig andere Diskussion. Und was die Frage angeht, ob sich 2027 unter der aktuellen Tendenz eher wie 2000 oder wie 2006 anfühlen wird, so ist die Schätzung jedes Einzelnen genauso gut wie die jedes anderen.

Fazit für deutsche Anleger

Für Investoren hierzulande bedeutet das vor allem eines: Die Abhängigkeit der globalen Gewinnentwicklung von einem einzigen Sektor ist historisch außergewöhnlich. Wer breit diversifiziert ist, sollte diese Konzentration im Blick behalten, denn sie macht die Märkte anfälliger für Stimmungsschwankungen rund um das KI-Thema.

Klarheit liefern die historischen Daten jedenfalls nicht. Weder die Konzentration allein noch das verlangsamte Wachstum ergeben ein eindeutiges Muster für die künftige Marktentwicklung. Anleger müssen sich daher auf ein Umfeld einstellen, in dem die Richtung des KI-Capex-Zyklus und die Tragfähigkeit der Ausgaben die entscheidenden Fragen bleiben.

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