KI-Angst vernichtet 1,6 Billionen Dollar bei Softwareaktien
Salesforce, Adobe und Workday verlieren massiv an Wert – Investoren zweifeln an der Zukunft klassischer Unternehmenssoftware.

Der einst boomende Softwaresektor ist zum Sorgenkind der Wall Street geworden. Künstliche Intelligenz bedroht das Geschäftsmodell traditioneller Softwareunternehmen so stark, dass Anleger in Scharen verkaufen. Allein in den ersten zwei Monaten des Jahres 2026 summieren sich die Kursverluste auf rund 1,6 Billionen US-Dollar.
Der State Street SPDR S&P Software & Services ETF, der rund 140 Softwareunternehmen gleichgewichtet abbildet, ist seit Jahresbeginn um 20 Prozent eingebrochen. Seit seinem Hoch im vergangenen Herbst beträgt das Minus sogar fast 30 Prozent. Besonders schmerzhaft: Die breiten Aktienindizes notieren derweil nahe ihrer Rekordstände.
Die größten Verlierer im Überblick
Intuit, bekannt durch Steuer- und Buchhaltungssoftware wie TurboTax und QuickBooks, führt die Verliererliste an. Das Unternehmen hat im laufenden Jahr rund 42 Prozent seines Börsenwerts verloren und ist damit der schwächste Wert im gesamten S&P 500. Die HR-Softwareplattform Workday folgt mit einem Minus von 38 Prozent auf dem Fuß. Auch Salesforce und Adobe verzeichnen erhebliche Kursrückgänge.
Der Ausverkauf verschärft sich mit jeder neuen Ankündigung aus der KI-Branche. Investoren stellen sich eine zentrale Frage: Können Softwareunternehmen, die hochpreisige Abonnements an Firmenkunden verkaufen, dem wachsenden Wettbewerb durch KI-gestützte Konkurrenten standhalten?
Vom Liebling zum Problemkind
Jahrelang galt der Softwaresektor als Musterbeispiel für profitables Wachstum. Hochpreisige Abonnementmodelle, niedrige Investitionsausgaben und starke Gewinnmargen machten die Branche zum Liebling der Wall Street. Nun droht KI, diese Grundlage zu erschüttern – indem sie Aufgaben automatisiert, für die Unternehmen bislang teure Software kauften.
Für deutsche Anleger ist die Entwicklung besonders relevant, da viele globale Technologiefonds stark in US-amerikanische Softwarewerte investiert sind. Auch hierzulande genutzte Plattformen wie Salesforce oder Workday sind von der Kurskorrektur betroffen. Wann die Talfahrt endet, bleibt offen – Experten beobachten die nächsten KI-Ankündigungen als entscheidende Signale.
