KI-Angst erschüttert Tech-Sektor: Nasdaq verliert nach Anthropic-Ankündigung
Neue KI-Tools lösen Ausverkauf bei Software-Aktien aus – Thomson Reuters und Intuit besonders stark betroffen

Die Ankündigung neuer KI-Produktivitätswerkzeuge durch das Unternehmen Anthropic hat am Dienstag eine Verkaufswelle an den US-Börsen ausgelöst. Besonders hart traf es Software- und Datendienstleister, deren Geschäftsmodelle durch künstliche Intelligenz bedroht scheinen könnten.
Thomson Reuters stürzte um 16 Prozent ab und war damit einer der größten Verlierer an der Nasdaq. Intuit, bekannt für Steuersoftware wie TurboTax, verlor 11 Prozent. Die Anleger befürchten offenbar, dass KI-Tools die Dienstleistungen dieser Unternehmen künftig überflüssig machen könnten.
Die Nervosität erfasste ein breites Spektrum weiterer Tech-Werte. Shopify, Atlassian, Adobe, Salesforce und Workday gerieten ebenfalls unter Verkaufsdruck. Auch in Europa zeigten sich deutliche Spuren: Die juristischen Fachverlage RELX und Wolters Kluwer brachen jeweils um mehr als 10 Prozent ein.
Private-Equity-Branche unter Druck
Die Sorgen griffen auch auf Private-Equity-Manager über, die stark in Software-Unternehmen investiert sind. Blue Owl Capital, KKR und Ares Management verloren jeweils rund 10 Prozent. Apollo Global Management und Blackstone gaben etwa 5 Prozent nach. Die Investoren fürchten Wertverluste in ihren Software-Portfolios.
Der technologielastige Nasdaq Composite beendete den Handelstag mit einem Minus von 1,4 Prozent. Der breiter gefasste S&P 500 verlor 0,8 Prozent, während der Dow Jones Industrial Average um 0,3 Prozent oder 167 Punkte nachgab. Die Entwicklung zeigt, wie sensibel die Märkte auf Fortschritte im KI-Bereich reagieren – besonders wenn etablierte Geschäftsmodelle in Frage gestellt werden.
