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Kanadischer Dollar unter Druck: Spekulanten erhöhen Short-Wetten auf Jahreshoch

Der Loonie verliert gegenüber dem US-Dollar, während bärische Wetten auf den höchsten Stand seit Dezember steigen.

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Kanadischer Dollar unter Druck: Spekulanten erhöhen Short-Wetten auf Jahreshoch

Der Kanadische Dollar hat am Montag gegenüber dem US-Dollar nachgegeben. Der sogenannte „Loonie" notierte 0,1 Prozent tiefer bei 1,4210 CAD pro US-Dollar, was einem Gegenwert von 70,37 US-Cent entspricht. Die Handelsspanne des Tages lag zwischen 1,4176 und 1,4217. Erst am vergangenen Mittwoch hatte die Währung mit 1,4248 ein 14-Monats-Tief markiert.

Treiber des Kursrückgangs sind unter anderem neue Daten der US-Rohstoffbörsenaufsicht Commodity Futures Trading Commission (CFTC). Diese zeigen, dass Spekulanten ihre Short-Positionen auf den Kanadischen Dollar deutlich ausgeweitet haben – auf den höchsten Stand seit Dezember des Vorjahres. Short-Positionen sind Wetten auf fallende Kurse einer Währung oder eines Wertpapiers.

Rekordhohe Short-Positionen belasten den Loonie

Die Netto-Short-Positionen nicht-kommerzieller Marktteilnehmer – also spekulativer Anleger – beliefen sich zum Stichtag 23. Juni auf 146.792 Kontrakte. In der Vorwoche hatte dieser Wert noch bei 132.901 Kontrakten gelegen. Bemerkenswert: Die Zahl der bärischen Wetten auf den Kanadischen Dollar übertraf damit sogar jene auf den Japanischen Yen – eine Währung, die traditionell stark unter Spekulationsdruck steht.

Diese Entwicklung spiegelt das wachsende Misstrauen der Märkte gegenüber der kanadischen Wirtschaft und Geldpolitik wider. Die Bank of Canada hält ihren Leitzins derzeit bei 2,25 Prozent und gilt im Vergleich zur restriktiven US-Notenbank Federal Reserve als geduldiger. Strategen von Monex Europe erklärten in einer Notiz, dass der Loonie deshalb weiterhin stark von den Ölpreisen und der allgemeinen Risikostimmung an den Märkten abhängig bleibe.

BIP-Daten und Zentralbank-Auftritt im Fokus

Für Dienstag steht die Veröffentlichung der kanadischen Bruttoinlandsprodukt-Daten an. Ökonomen erwarten, dass die kanadische Wirtschaft im April um 0,4 Prozent gewachsen ist. Diese Zahlen könnten die Erwartungen der Märkte hinsichtlich des geldpolitischen Ausblicks der Bank of Canada maßgeblich beeinflussen.

Am Mittwoch wird zudem Bank-of-Canada-Gouverneur Tiff Macklem an einer Podiumsdiskussion auf einem Forum der Europäischen Zentralbank zum Thema Zentralbankwesen teilnehmen. Sein Auftritt dürfte von Devisenhändlern genau beobachtet werden, um Hinweise auf die künftige Zinspolitik zu erhalten.

Ölpreise stützen den Loonie teilweise

Einen gewissen Gegenwind für den Abwärtsdruck lieferten die Ölpreise. Rohöl notierte am Montag 2,3 Prozent höher bei 70,79 US-Dollar pro Barrel. Auslöser waren Angriffe der USA und des Irans, die die Fragilität ihres vorläufigen Friedensabkommens verdeutlichten. Öl ist eines der wichtigsten Exportgüter Kanadas, weshalb steigende Ölpreise den Loonie in der Regel stützen.

Vorsichtige Hoffnungen auf eine anhaltende Erholung des Energietransports durch die Straße von Hormus – eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten für Rohöl weltweit – begrenzten jedoch die Preisgewinne und damit auch den positiven Effekt auf den Kanadischen Dollar. Für Anleger bleibt die Lage rund um den Loonie damit von mehreren Unsicherheitsfaktoren geprägt: Geldpolitik, Konjunkturdaten und geopolitische Risiken bestimmen das Bild.

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